Freiwilligendienst im Coral Reef Project in Israel

Fast drei Monate war ich, Hella, Teil des Coral Reef Projects in Eilat, der südlichsten Stadt Israels.

Ich wohnte während dieser Zeit im Arava Hostel im Zentrum der Stadt und habe mich dort sehr wohl gefühlt. Die Hostelangestellten sind gute Freunde und Vertraute für mich geworden und immer wenn ich wieder komme werde ich herzlich begrüßt. Das war das erste was mir in Israel auffiel. Die freundlichen Menschen, immer hilfsbereit, überhaupt nicht aufdringlich und mit sehr sympathischen Humor.

Die Arbeit am Korallenriff war für mich jeden Tag etwas Besonderes. Oftmals musste ich gar nicht den Bus zum Projekt nehmen, wie es ausgeschrieben steht, nein, die Ranger des Projekts holten einen täglich wenn Platz im grünen Pick-up war vom Hostel ab. Wenn man dann um halb neun da war machte ich erst mal Kaffe für die gesamte Truppe an Rangern. Gemütlich wurde dann beisammen gesessen und erzählt. Um neun öffnet dann das Naturreservat, in dem die Leute schnorchelnd das Korallenriff bestaunen und gleichzeitig die Sonne am Strand genießen können.

Ich fing nach dem Kaffetrinken meistens mit Mülleinsammeln am Ufer an, also Kleinteile die nicht in den Mülleimern gelandet waren. Dann recycelte ich oft die die Plastik- und Glasflaschen sowie die Bierdosen, die die Gäste in den Müll geschmissen hatten. Wenn die Sonne dann hoch am Himmel stand, ging ich meist mit Taucheranzug ins Wasser und schrubbte die Bojen sauber, die der Wegweiser für die Gäste waren, wo sie schwimmen durften und wo nicht. Dann wurde erst mal zusammen gemütlich Mittag gegessen. Ich brachte mir oft selbst was mit, doch vor Ort gibt es auch einen Herd, Ofen und eine Mikrowelle sowie zwei Kühlschränke. Von Zeit zu Zeit wird auch ein Barbecue veranstaltet und du wirst von den Rangern mit sehr gutem Essen verwöhnt.

Zur Sommerzeit schließt das Naturreserrvat um 18 Uhr. Das heißt, dass die Ranger und ich um halb fünf meist eine Patrouille mit dem Strandauto fuhren und die Stühle einsammelten und die Mülleimer leerten. Dann wurden Duschen und Umkleideräumen gesäubert. Eigentlich war die offizielle Arbeitszeit nur bis 15 Uhr, aber bis dahin hatte man immer nicht so viel zu tun und die Stimmung war auch einfach zu gut als das man früher weg wollte. Außerdem wurde man dann abends auch wieder mit heim zum Hostel genommen.

In manchen Wochen hat man noch spezielle andere Aufgaben. Zum Beispiel an den Südstrand fahren und Patrouille fahren, um zu schauen dass die Touristen sich im Reservat richtig verhalten oder neue Schilder und Absperrungen anbringen. Zu meiner Zeit lief ein Tanker aus und wir hatten eine ganze Woche viel zu tun mit der Befreiung des Strands vom Öl.

Alles in allem war mein Aufenthalt eine Bereicherung auf Grund der Natur. Man kann jeden Tag schnorcheln gehen und ab und zu auch mit den Rangern in die Wüste fahren, was beides eine wunderschöne Naturerfahrung ist. Außerdem sind die Ranger, also meine Mitarbeiter, ganz besonders nette Menschen mit einem speziellen Humor von dem man sich zu anfangs nicht abschrecken lassen soll. Sie sind herzensgut.

Eilat selber ist schöner als alle sagen. Man kann von dort sehr einfach nach Jordanien reisen und sich die Felsenstadt Petra, UNESCO-Welterbe, ansehen. Nach Ägypten zu reisen sollte als Ausländer auch kein Problem sein, jedoch ist die politische Situation sehr unsicher und somit sollte man immer auf dem aktuellsten Stand sein was das angeht. Eilat hat viele nette Strände, vor allem im Süden und man kann super schöne Wandertouren in die Wüste unternehmen.

Alles in allem ist Eilat meine zweite Heimat geworden. Nicht bloß wegen der schönen Lage sondern besonders wegen der Leute, mit denen ich gearbeitet habe. Ich bewegte mit meiner Arbeit im Naturreservat nicht die Welt, aber ich habe etwas in den Leuten bewegt. Sie sind zu engen Freunden geworden auf Grund ihrer herzlichen und fürsorglichen Art. Ich lege jedem dieses Projekt am Herzen. Vielleicht trifft man sich ja mal!

Hella