Valentin erlebte während seiner drei Wochen im Schulbesuch in den USA eine ganze Menge. Nach seiner Zeit hat er uns in diesem Interview erzählt, wie es ihm dort ergangen ist und was er erlebt hat.

 

Magst Du Dich kurz vorstellen? Wo genau warst Du in den USA und wie lange warst Du vor Ort?

Hey, mein Name ist Valentin und ich habe für drei Wochen in Rialto, Kalifornien, die Eisenhower High School besucht.

Warum hast Du Dich entschieden, ein Austauschprogramm in den USA mit Experiment zu machen?

Ich habe mich nach einer Organisation erkundigt, die mir eine Reise nach CA ermöglicht, und bin auf Experiment gestoßen. Ich kannte Experiment davor noch nicht, gab dem Ganzen eine Chance und rief einfach mal an.

Im Großen und Ganzen kann ich nur sagen, dass ich sehr zufrieden mit Experiment war! Keine großen Komplikationen und nette Menschen.

Erzähl gerne kurz: Was hast Du vor Ort, auch mit Deiner Gastfamilie, erlebt – was waren

Highlights, was hat Dich besonders beeindruckt oder ist Dir in Erinnerung geblieben?

Ich war mit meinem Gastvater öfter mal unterwegs, z. B. sind wir einmal nach Los Angeles gefahren und haben bestimmte Sehenswürdigkeiten und Orte angeschaut, die man nur aus Filmen kennt.

Zudem habe ich viele Freund*innen und Bekannte kennengelernt, Menschen, die ich nie vergessen werde! Mit einem Kumpel, sein Name ist Steven, bin ich mit ihm und seiner Familie wieder nach LA gefahren, und zwar in die Universal Studios! Wir haben auch viele Dinge angeschaut und hatten eine unglaubliche Zeit!

Es waren jedoch viel mehr die kleinen Dinge, die mich so fasziniert haben, wie z. B. bestimmte Gespräche, neue Menschen, die ich kennenlernen durfte, der “normale” Alltag in den USA, das Highschool-Leben. Ich fühlte mich wie in einer Trance, wie in einer Parallelwelt, wie in einem Traum, aus dem ich nicht mehr erwachen wollte.

Ich war z. B. mal mit einem Kumpel, sein Name ist Pablo, bei ihm zu Hause mexikanisch essen. Zuvor holten wir mit seinem Vater das Essen von einem Foodtruck und fuhren zu ihm nach Hause und aßen dort mit seiner Familie. Wir redeten, spielten Spiele und hatten eine Zeit, die ich niemals vergessen werde.

Welche kulturellen Unterschiede zwischen den USA und Deutschland sind Dir besonders aufgefallen?

Ich würde sagen, dass bestimmte Klischees wahr sind, wie z. B. sehr gutes, aber auch sehr fettiges Essen wie Junk-Food und dass die Portionen im Schnitt sehr groß sind.

Die Kinos, Autos, Lebensmittel usw. sind überdimensional groß. Ich war z.B. mal im Kino (Cinemark in Rialto) und konnte mir zu dem Film, den ich schaute, Hotdogs, Burger u.v.m. bestellen, die mir eine Mitarbeiterin dann auf meinen Platz brachte.

Oberflächliche Höflichkeit und indirekte Kommunikation sind Alltag. Das heißt nicht, dass jede*r so ist, nur aus meiner Erfahrung der Großteil der Menschen, die ich kennenlernte. Es ist gefühlt jede*r höflich und freundlich und man kann leicht Gespräche aufbauen und sich gut connecten. Das macht es recht angenehm. Jedoch ist nicht jeder Mensch, der höflich ist, gleich voll interessiert an Dir. Das ist jedoch nicht schlimm, so ist das nun manchmal.

Zudem ist mir aufgefallen, dass die Menschen in der Highschool viel freier waren. Jede*r war gut gelaunt, jede*r entfaltete sich so, wie sie/er wollte. Jede*r trug die Kleidung, die sie/er wollte, und gab sich authentisch. In der Highschool ist viel Wert auf Selbstentfaltung gelegt und Kunst gefördert worden, wie z. B. Theater bzw. Filmmaking. Es gab die besten Kameras und Ausstattungen. Ich dachte mir nur: “Hier werden die Filmstars geboren”.

Gibt es typische amerikanische Gewohnheiten oder Traditionen, die Du besonders magst?

Ich fand es gut, dass wir am Tisch immer kurz beteten. Ich bin zwar kein Christ, jedoch gefiel mir diese Geste … Sie gab mir das Gefühl von “Miteinander”.

Aktuell machen sich viele Menschen Gedanken über die politische Lage in den USA: Wie hast Du Dich während Deiner Zeit in den USA gefühlt? Was würdest Du jemandem sagen, der wegen der politischen Lage Bedenken hat, in die USA zu gehen?

Ich hatte bei meinem Aufenthalt gar keine negativen Bedenken zur politischen Lage in den USA und fühlte mich wohl. Was die Medien alles sagen und wie die Realität aussieht, sind zwei verschiedene Paar Schuhe.

Wie hast Du die politische Stimmung wahrgenommen? Wurde viel darüber gesprochen oder hat es in Deinem Alltag eher keine Rolle gespielt?

Ich sprach größtenteils mit meiner Gastfamilie hin und wieder nicht lange über Politik, nicht besonders umfangreich und tief, jedoch tauschten wir uns über bestimmte Punkte aus, wie z.B. die erhöhten Zölle der USA usw., und ich bekam Einblick in die Sicht, von amerikanischer Seite, wie dort alles wahrgenommen wurde. Es war sehr interessant, neue Perspektiven kennenzulernen und zu verstehen.

Wie hat sich Dein Blick auf die USA seit Deiner Rückkehr verändert?

Mein Blick in Bezug auf die USA hat sich vor allem in dieser Hinsicht geändert, dass ich dankbarer für bestimmte Dinge in Deutschland wurde, die in den USA nicht der Fall waren. Zum Beispiel: fehlende Versicherungen des normalen Bürgers oder extremer Konsum (Lebensmittel, Medien usw.).

Es kann sehr hart sein, in den USA zu leben. Man kann jedoch auch sehr erfolgreich werden, wenn man geschickt ist. Ich sah z.B. des Öfteren Autos mit Frontalschaden in Einfahrten stehen, weil diese Leute keine Versicherung selbstständig abgeschlossen hatten. In Deutschland übernimmt den Schaden selbstverständlich die Versicherung.

Die USA sind eigentlich perfekt, wenn man sagt, man möchte mehr Lifestyle über Sicherheit. Legaler Waffenbesitz, milderer TÜV, günstige Spritpreise usw. Man kann natürlich auch richtig auf die Schnauze fallen.

Von daher: Ich bin nach wie vor USA-Fan und spiele weiterhin mit dem Gedanken, dorthin einmal auszuwandern, da mich dieses Land einfach packt!

Schulbesuch in den USA

Was vermisst Du am meisten, seitdem Du wieder in Deutschland bist?

Meine Freund*innen, meine Gastfamilie und die wunderbare Zeit, die ich hatte. Ich kann mich noch erinnern, als wäre es gestern gewesen … Am letzten Schultag hatte ich Geburtstag und wurde in der letzten Stunde von der ganzen Klasse mit einem Geburtstagskuchen und Gesang überrascht … Ich dachte, ich bin im Traum.

Ich kann mich noch erinnern, als mich meine Eltern vom Flughafen abholten, wie extrem ich voller Wehmut war, auch jetzt, wenn ich diesen Text verfasse und darüber nachdenke. Das waren die besten drei Wochen, die ich in meinem Leben bisher hatte!!!

Was würdest Du noch gerne abschließend über Deinen Austausch mit Experiment und Deine Zeit in den USA sagen?

Ich kann jeder Person nur raten: Wenn Du schon immer diesen Wunsch oder diese Gedanken in Dir hattest, Dich selbst zu verwirklichen und in die USA zu fliegen, aus Deiner Komfortzone zu treten und eine unvergessliche Zeit und eine extrem lohnenswerte Erfahrung für Dein Leben machen zu wollen, dann mach’s… und zögere nicht.

So eine Reise ist sicher nicht bequem, einfach und alles andere als selbstverständlich, jedoch ist es zu 100 % wert und man kann verdammt stolz auf sich sein, so einen großen Schritt zu wagen.

Noch ein Reminder: Informiere Dich über den Honeymoon-Effekt. Nach ca. 2 Tagen flaute meine extreme Euphorie ab und ich wusste erst gar nicht, was auf einmal los war. Alles wurde “normaler” und ich war nicht mehr so auf Wolke Sieben, das ist jedoch völlig normal.

Noch ein Punkt ist: Keine zu hohen Erwartungen stellen – weder an sich selbst noch an die bevorstehende Zeit. Nimm es so, wie es kommt, manche Gelegenheiten nimmt man wahr, manche nicht.

Noch ein wichtiger Punkt: Suche Gespräche, zeige Dich offen, biete Deinen Mitmenschen Deine Hilfe an. Das schafft Sympathie und alles läuft schöner. Nutze Gelegenheiten und lasse Dich nicht von Ängsten leiten. Ganz im Gegenteil! Sehe es locker und lass Dich darauf ein. Also, nicht lang zögern, sondern informieren, planen und machen, denn Du würdest es bereuen, es nicht zu machen. 😉

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