Un mes en Ecuador

Hola!
Bis vor ein paar Tagen war ich für einen Monat in Ecuador, genauer genommen Quito. Das Land hat mich interessiert, weil dort eine ziemlich große Artenvielfalt existiert, es aber doch der kleinste Andenstaat Südamerikas ist. Außerdem bin ich begeistert von der lateinamerikanischen Freundlich- und Fröhlichkeit, die sich auch dort wieder super zeigt.

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Ferien_Ecuador_Kurzzeit

Der Hinflug verging reibungslos: Düsseldorf- Atlanta- Quito. Angekommen warteten schon meine Gastfamilie und ein Mitarbeiter der ecuadorianischen Organisation, um mich abzuholen. Zuerst machte mir die Höhenkrankheit etwas zu schaffen, aber auch die war nach einem Tag Übelkeit

und Kopfschmerzen überstanden und es konnte losgehen. An meinem ersten Tag hatte ich ein „Vorbereitungsseminar“ zur Sicherheit und Kultur des Landes im Büro, denn da ich mit genügend Spanischkenntnissen gekommen war, musste ich keinen der Spanischkurse, die 1-4 Wochen dauern, besuchen.

Also hatte ich genug Zeit das Land kennenzulernen. Was mir schon nach ein paar Tagen klar wurde: Alles wird mit einem Löffel gegessen. Wenn das schwierig war, weil es Fleisch gibt (ich denke, als Vegetarier kann man dort kaum überleben, weil es jeden Tag welches gibt ;)), wird mit der Hand gegessen. Wo wir grade beim Essen sind, in Quito wird nicht so viel gegessen wie an der Küste, z.B. in Guayaquil. Die fünf Tage, die ich dort mit meiner Gastfamilie verbracht habe, haben wir quasi nur gegessen. Gegrilltes, Meeresfrüchtesalat („ceviche“ als Frühstück), frittierte Kochbananen… und Reis gibt es egal, wo man sich befindet, immer als „Beilage“(auch wenn es Nudeln oder Kartoffeln gibt). Es gibt noch weitere Unterschiede zwischen dem Leben in den beiden Städten. Dazu gehören die Art der Einwohner. In Guayaquil sind die Leute viel offener und fröhlicher als in Quito. Den „serranos“ (Einwohner im Landesinneren) wird generell ihr Ernst und die Geschlossenheit nachgesagt, obwohl sie natürlich trotzdem Latinos bleiben, also man noch einen deutlichen Unterschied zu Deutschen erkennt.

In meinem Koffer nahm ich unter anderem ein Moskitonetz mit. Dieses brauchte ich in Quito gar nicht, weil es so hoch liegt, dass dort kaum noch Mücken leben. In Guayaquil dagegen ist immer tropisches Klima, also ein Mückenparadies. Es gibt aber auch guten „Repelente“ (Insektenschutzmittel), den man am besten vor Ort kauft.

Zur ecuadorianischen Kultur, vor allem in Quito, gehört es, sich immer gut anzuziehen und immer sehr höflich zu sein. Das heißt, „usted“ verwenden, eher indirekt Dinge, die z.B. stören ansprechen. Auch Schimpfwörter hört man kaum „en la sierra“. „En la costa“ (An der Küste) hört man schon eher Schimpfwörter und es ist auch nicht so wichtig wie man rumläuft. Allerdings muss man z.B. zu jeder Party ein neues Kleid anziehen. Was sowohl in der Sierra als auch in der Costa als sehr unhöflich gilt, ist nicht aufzuessen.

Hängematten an der Costa sind übrigens Pflicht, sowie der Fisch und die Kokosnuss en la playa. Meine Gastfamilie hatte auch eine in Quito in dem Wintergarten der Dachterrasse, aber das ist eher untypisch. Wo wir grade über die Lebensumstände in Quito reden: Der Süden Quitos ist gefährlich und wenn man nicht grade von dort den Bus nehmen muss, sollte man ihn eher meiden. Meine Familie hat im Norden gelebt, das Büro Experiments in Ecuador ist auch dort. Ihr Haus steht in einem „conjunto“. Das sind zwanzig Hauser mit Mauer und Wächter (der nur tagsüber da ist) gesichert. Um einzutreten braucht man eine Karte, damit sich das Tor öffnet. Die Hauser drinnen waren alle gleich aufgebaut: Fünf Badezimmer (jeder hatte sein eigenes), drei Stockwerke, das letzte ist die Dachterrasse mit Wintergarten, wo auch der Pudel der Familie gewohnt hat. Dieser hat Löcher in der Mauer zum Rausschauen und Begrüßen wenn jemand ankommt. Oben trocknet man seine Wäsche oder guckt mit einem Beamer abends Filme. Außerdem hat man immer eine super Aussicht über fast die ganze Stadt, d.h. ca. bis zum Panecillo, dem Stadtberg mit der Virgen (der Madonna-Statue), der den Norden vom Süden trennt. Der Panecillo steht im „centro histórico“ Quitos.

Der Partnerorganisation vor Ort sollte ich wöchentlich einen „reporte“ schreiben, wie es mir geht, das heißt die Betreuung war sehr gut.

Mit der Gastfamilie hatte ich ein Riesenglück. Meine Gastschwester war in meinem Alter (18). Wir haben uns sehr gut verstanden und haben ab und zu etwas zusammen mit ihren Freunden unternommen. Ansonsten haben wir sehr viele Ausflüge mit der ganzen Familie gemacht. Der Vater musste bis auf das Wochenende immer arbeiten, die Mutter war „dueña de casa“ (Hausfrau) und hat sich um den Rest gekümmert. Wir waren zu Ausflügen in Mindo, „una selva húmeda“ (Nebelwald), in Otavalo, auf dem „teleférico“ (der Seilbahn) und an mehreren touristischen Orten in Quito und Guayaquil.

Was ich ganz vergessen hatte zu erwähnen: Es gibt ganz viele verschiedene leckere Früchte in Ecuador. Wenn man da ist, sollte man auf jeden Fall nicht vergessen sie zu probieren!

Das waren so „las cosas principales de Ecuador“ (die wichtigsten Dinge)… Zum Schluss kann ich nur jedem empfehlen, mal dort vorbeizuschauen. Es ist ein wunderschönes Land mit ganz viel toller Natur, sehr freundlichen und hilfsbereiten Menschen (auch wenn man kein Spanisch kann, wird einem immer geholfen) und super leckerem Essen! ;) Keine Angst vorm Zunehmen, es lohnt sich!