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Laura ESK Italien

Mein Freiwilligendienst – sechs Monate in Norditalien

Erstmal: Eigentlich dachte ich, ich wüsste schon alles über Italien, falscher hätte ich nicht liegen können. Anfang 2021 ging es für mich mitten in einer Pandemie Richtung Süden. Der Weg dorthin war steinig, mehrere Projekte wurden mir vorher leider kurzfristig aufgrund neuer Covid-Regelungen abgesagt. Als ich dann endlich die Zusage für Italien bekam war ich überglücklich!

Dann ging es auch schnell, ich fuhr mit dem Zug und kam bei Schnee und Kälte in Trient an. Nach wenigen Tagen Eingewöhnung und dem Kennenlernen anderer Freiwilliger, konnte ich dann das erste Mal in mein Projekt. Das ich kein italienisch konnte war dort, in einer dreisprachigen Schule, zum Glück erstmal egal. Ich unterstützte die Kinder im Deutschunterricht und brachte ihnen viel über die deutsche Kultur bei. Es war sehr erfüllend, weil man am Ende des Tages wirklich jemanden weiterhelfen konnte und auch von den Kindern viel lernen konnte.

Innerhalb kürzester Zeit fing ich an italienisch zu lernen und zu sprechen. Sobald wir durften, machten wir Freiwilligen selbstständige Ausflüge in alle Ecken des Trentino. Auch wenn es hier kein Meer gibt, gibt es großartige Seen und wunderschöne Berge! Der Gardasee war mit dem für uns kostenlosen öffentlichen Nahverkehr für uns auch schnell erreichbar. Ich habe hier viele neue Freunde gefunden, die die Zeit dort umso besser gemacht haben.

Die italienische Kultur ist mir in meiner Zeit dort sehr ans Herz gewachsen. Ich möchte gar nicht wissen wie viel Geld ich für Kaffee, Pizza, Pasta und Co. ausgegeben habe! Aber eines weiß ich ganz sicher: Das war es wert. In Italien sind, unter normalen Umständen, jeden Abend die Straßen mit Menschen aller Altersgruppen gefüllt. Man trifft sich einfach um zu plaudern, zu trinken oder zu essen und das finde ich wunderschön.

Natürlich gab es auch schwierige Momente, zum Beispiel als in meiner Region für 3 Wochen Lockdown herrschte und ich den ganzen Tag drinnen bleiben musste. Aber ich habe das erste Mal „gearbeitet“, alles selbst eingekauft, Ausflüge organisiert und allgemein selbstständig gelebt, dadurch bin ich als Person gewachsen.

Ich habe in dieser doch relativ kurzen Zeit viel über mich und über mein Gastland gelernt. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Projekt und dieses Programm dank Experiment noch entdeckt habe. Es ist bürokratisch einfach, flexibel, quasi kostenlos und vor allem eine unglaubliche Erfahrung! Ich würde eine Freiwilligenerfahrung jedem offenen, jungen Menschen weiterempfehlen!