"Ich bin gespannt, was noch auf mich zukommen wird" - 6 Monate in den USA

Die Monate des Vorbereitens sind so viel schneller vorbeigegangen als gedacht und plötzlich bin ich früh morgens am Flughafen gestanden, lachend und überhaupt nicht aufgeregt, weil ich nicht realisieren konnte, was auf mich zukommen wird. Ich habe mir sehr viele verschiedene Situationen vorgestellt, was passieren könnte in diesem Jahr und welche Erfahrungen ich machen werde. Selbst als ich nach mehr als vierundzwanzig Stunden endlich an meinem Zielflughafen in Wichita, Kansas, angekommen bin, konnte ich nicht realisieren, dass ich auf amerikanischem Boden stand. Sogar bevor ich mein Gepäck abholen konnte, stand plötzlich meine Gastfamilie vor mir und es war ein unglaubliches Gefühl, welche Möglichkeiten ich vor mir hatte. An meinem ersten Tag sind wir einkaufen gegangen, ich durfte in meiner Schule meine Fächer wählen und es gab eine unglaublich große Auswahl. Meine Familie hat mir die Umgebung gezeigt und hat mit mir typisch amerikanische Sachen gemacht. Ich bin zu zwei Rodeos gegangen, die ich bisher nur aus den amerikanischen Filmen kannte, zu Paraden und verschiedene Restaurants. Ich hatte sogar das Glück eine totale Sonnenfinsternis mitzuerleben.

Nach einer Woche Sommerferien ging auch endlich die Schule los. Jeder hat mir sehr viele Fragen gestellt und der Unterricht war sehr einfach und es war seltsam als ich am Morgen in die Schule kam und ich eigentlich niemanden kannte, doch im Unterricht habe ich dann viele kennengelernt. Nach der Schule bin ich einige Male jeden Tag zum Cheerleading practice gegangen, doch bevor ich richtig im Team aufgenommen wurde, habe ich aus verschiedenen Gründen meine Schule und Gastfamilie gewechselt.

Meine neue Familie besteht aus meinen Gasteltern, meinem kleinen Bruder, zwei jüngeren Schwestern, fünf Hunden und einer Katze. Ich habe mich sofort sehr gut mit ihnen verstanden und wenn Probleme aufgekommen sind, was eigentlich fast nie vorkam, konnten wir meistens sehr offen darüber reden.
Thanksgiving war eine sehr interessante Erfahrung. Ich erlebte es in der Schule, drei Mal mit verschiedenen Teilen der Familie, weil diese sehr groß war, und sogar ein Friendsgiving. Es ist tatsächlich sehr viel Essen, dass ich anfangs noch nie zuvor gesehen hatte und es hat alles so gut geschmeckt.
In meiner neuen Schule wurde ich sofort im Cheerleading Team aufgenommen und dadurch habe ich so viele Freunde gefunden und wir sind sogar auf Wettbewerbe gegangen. An meiner neuen Schule gab es auch sehr interessante Fächer. Mein Lieblingsfach war Channel 060, das ist der News Channel meiner Schule und in der Klasse produzieren wir Videos, die am Ende jedes Monats in einer Show gezeigt werden. Ich hatte auch das Glück, dass an meiner Schule das Fach YEK angeboten wird. Es ist im Prinzip ein Business Programm das von “Koch Industries” in meiner Stadt gesponsert wird.

Sehr seltsam am Anfang war, dass Hausaufgaben benotet werden und alles was man im Unterricht macht auch, doch nach einiger Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Auch die Art des Unterrichts ist anders. Hier wird kaum diskutiert, sondern meistens nur die Notizen des Lehrers kopiert, doch ich hatte das Glück, dass meine Schule das IB Programm anbietet. Das sind anspruchsvollere Klassen, welche dem deutschen Niveau ziemlich nahe kommen. Meine Schule hat sogar eine eigene Bank und den Coffee Shop “Stompin’ Grounds” welche von Schülern und einem Erwachsenen betrieben werden.

Nach einer Woche in meiner neuen Schule war auch schon homecoming und es war gar nicht, wie ich es mir vorgestellt hatte, doch es hat so unglaublich viel Spaß gemacht. Wir hatten auch für Basketball ein Winter homecoming und einen Snowball.

Ich habe ziemlich schnell sehr gute Freunde gefunden. Viele Schüler gingen auf mich zu unter dem Motto “lass uns beste Freunde sein”. Zudem hat die Mutter meiner Gastmutter eine Austauschschülerin aus Spanien, die in derselben Straße wohnt. Dadurch waren wir beide nie allein, weil wir uns sehr leicht treffen konnten. Sie ist wie eine Schwester für mich.

Mir ist zudem einiges aufgefallen in den USA. Es wird sehr viel in Fast Food Restaurants gegessen und da Jugendliche Auto fahren können, gehen Freunde fast jeden Tag aus. Wenn es ein Football Spiel gibt, dann geht fast die ganze Schule hin, selbst wenn es weit entfernt ist.

Ich habe in meiner ersten Hälfte so viele Erfahrungen gemacht, die ich niemals vergessen werde. Ich bin so dankbar, dass ich die Chance hatte ein Auslandsjahr zu machen und ich bereue keine Entscheidung die ich gemacht habe, weil jede mich dahin geführt hat, wo ich jetzt bin. Ich habe sehr viel gelernt, über ein anderes Land, eine andere Kultur aber auch über mich. Es ist natürlich nicht immer einfach, aber das hat mich gelehrt die schönen Momente umso mehr zu schätzen und ich bin auch einfach viel selbstständiger geworden. Die Zeit verging bisher so schnell und ich bin sehr gespannt, was noch auf mich zukommen wird.

Marilena verbringt als Stipndiatin von Experiment e.V. ein Schuljahr in den USA.

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Austauschschülerin mit Freundinnen in den USA