Farmstay auf der Willow Creek Ranch in Kalifornien im Juli 2017

Nach tollen Erlebnissen im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" möchte ich einmal alles zusammenfassen:

Nach meinem Anschlussflug von San Francisco nach Sacramento wurde ich freundlich von Stacy, der Koordinatorin, empfangen. Sie brachte mich zu meiner Gastfamilie. Ich war überrascht, dass die Fahrt doch noch 1,5 Stunden dauerte. Von Stacy habe ich auch erfahren, dass in dieser Region der Independence Day nicht so groß gefeiert wird, da eine hohe Waldbrandgefahr herrscht. Also konnte ich auch am nächsten Tag (4. Juli) leider keine Feuerwerke sehen.

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Bei meiner Ankunft hatte die Gastfamilie Gäste, sodass erstmal viel zu tun war. John zeigte mir das Zimmer und ich hatte Zeit zum Kofferauspacken und Essen. Cathie machte mir gleich am ersten Abend klar, dass ich mich frei auf der Farm bewegen darf und alles aus dem Kühlschrank zu jeder Zeit essen kann.

"Du kannst einfach zu uns kommen und uns helfen, mit uns reden und alles machen. Wir werden dich nicht jedes Mal dazu einladen", sagte mir meine Gastmutter und daran habe ich mich auch gehalten.

Der zwölfjährige Enkel Ryan war auch drei von den vier Wochen auf der Farm. Er hat mir alles gezeigt und war auch mega witzig. So habe ich sehr schnell meine Scheu vor dem Englischsprechen verloren. Leider war ich in der ersten Woche abends aufgrund der Zeitverschiebung sehr müde, sodass wir nicht so lange Karten spielen konnten.

In der ersten Zeit meines Aufenthaltes wurde mir richtig bewusst, was die "deutsche Brille" bedeutet. Auf der Farm gab es sehr viele alte Geräte und stehengelassene Wohnwagen. Auch auf Sauberkeit wurde nicht so geachtet. Ich hatte das schon erwartet, da ich es bereits aus England kannte. Mich störte das nach einiger Zeit nicht mehr. Der Tagesablauf war auch sehr anders als meine Routine in Deutschland. So gab es das reguläre, amerikanische Frühstück erst gegen 11 Uhr. Um 15 Uhr wurde auch mal Pizza bestellt und um 23 Uhr gab es einen Abend-Snack, anders als in Deutschland, aber auch richtig toll. Ich denke, ich konnte die "deutsche Brille" sehr schnell ablegen und meinen Aufenthalt wirklich genießen.

Auf der Farm gab es jeden Tag den gleichen Ablauf. Milch für die Kälbchen und das Lamm zubereiten, Hunde/Katzen/Kühe füttern, melken, Pool reinigen, Heu austragen und Eier sammeln. Am Nachmittag hatte ich Freizeit. Da habe ich mich meistens mit Cathie unterhalten (sie konnte nicht laufen, wegen einer Operation am Knie). Danach ging es in den Pool. Ich konnte auch viel mit Ryan und anderen Gästen unternehmen, so zum Beispiel auf dem Gelände wandern, im Fluss nach Gold suchen und mit den Hunden rausgehen. Mir hat es wirklich Spaß gemacht und ich vermisse, der Familie zu helfen und mit den Tieren zu arbeiten.

Sehr positiv überrascht war ich von der amerikanischen Gastfreundlichkeit. So haben mich die Kinder der Nachbarn ins Kino und zu Freunden mitgenommen. Ich konnte dort auch übernachten. Gäste, die die Hütte auf der Willow Creek Ranch gebucht hatten, nahmen uns mit in den Big Trees State Park und in die California Caverns. So konnte ich einiges von der Umgebung sehen. Die Gastfamilie unternimmt normalerweise keine größeren Ausflüge. Glücklicherweise interessierten sie sich für einige, etwas weiter entfernte Grundstücke und haben diese auch besichtigt. Natürlich durfte ich auf diese Ausflüge mitkommen. Die Natur war dort sehr atemberaubend, durch die großen Wälder, Berge und Seen. Während der vier Wochen waren wir öfters im Restaurant. Die Familie hat mir dort das Essen ausgegeben. Ich liebe mexikanisch! ;)

Ein toller Abschluss war der San Francisco Ausflug mit Stacy und ihren Töchtern am letzten Tag des Farmstays. Es war auch wieder toll, eine Stadt zu sehen. Wir fuhren dann zurück nach Sacramento, wo ich im Haus der Tochter der Koordinatorin schlafen konnte, sodass ich am Morgen schneller am Flughafen war. Das heißt, dass ich mich bereits einen Tag eher von der Gastfamilie verabschieden musste, was mir echt schwerfiel. Es war eben meine Familie für diese Zeit und ich habe mich sehr wohl gefühlt. Wir bleiben weiterhin in Kontakt.

Am Flughafen erfuhr ich, dass mein Flug von Sacramento nach San Francisco gestrichen wurde. So ging es im Taxi zurück zum SFO-Airport. Die Airline hat bezahlt. Am Ende habe ich alle weiteren Flüge geschafft und bin nach einer Fahrt im völlig überfüllten ICE wieder in Leipzig angekommen. Ich muss erwähnen, dass ich auch schon auf der Zugfahrt zum Hinflug auf dem Boden sitzen musste. Das war die einzig negative Erfahrung meiner Reise.

Ein Sache möchte ich allen weiteren Auslands-Interessierten sagen, die einen Farm- oder Ranchstay machen wollen: Man sollte wirklich Spaß an der Arbeit mit Tieren haben und sollte das auch freiwillig machen. Meine Gastfamilie hatte zahlreiche negative Erfahrungen mit Schülern, deren Eltern ihre Kinder unbedingt auf eine Farm schicken wollten. Die Schüler hatten meist keine Lust, saßen dann nur rum, haben kein Tier angefasst und auch nicht geholfen. Für diese Leute, die nur Spaß und Party haben wollen, ist das Programm nicht geeignet.

Vielen Dank für die gesamte Organisation des Abenteuers "Farmstay"!

Tom