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Alexia W. Ferienprogramm

Wenn die Tochter während Corona im Ausland ist…

1. Wie war Ihre Reaktion, als Ihre Tochter Ihnen erzählt hat, dass Sie während der aktuellen Corona-Lage ins Ausland gehen möchte?

Ich hatte mehrere Bedenken, die ich im Vorfeld sowohl mit Experiment als auch mit meiner Tochter besprochen habe.

Auf der einen Seite hatte ich Angst vor einer Infektion meiner Tochter, aber die Umsetzung der Corona Schutzmaßnahmen (sowohl in der Sprachschule, als auch im privaten Bereich) war in Spanien sehr konsequent und ich sah, dass meine Tochter in guten Händen war. Eine Garantie hat man nie, aber auch in Deutschland hätte sie sich infizieren können. Da muss man einfach mal realistisch bleiben.

Auf der anderen Seite hatte ich Angst, dass meine Tochter wegen der ganzen Einschränkungen durch die Schutzmaßnahmen ihren Aufenthalt gar nicht genießen kann und auch von Valencia und der Umgebung nichts sieht. Auch diese Sorgen waren nicht berechtigt. Die Sprachschule hat zwar wegen Corona keine Ausflüge unternommen, dafür hat das aber die Gastfamilie freundlicherweise übernommen. Sie haben Alexia Valencia und die Umgebung gezeigt und wir sind sehr dankbar dafür. Es war zwar nicht immer einfach, bei den heißen Temperaturen konsequent einen Mundschutz zu tragen und manchmal erschwerte es auch das Verständnis bei der Aussprache, aber auch solche Erfahrungen sind für das Leben wichtig. Nicht immer ist alles angenehm oder einfach im Leben… und hier war es nur eine Mund-Nasen-Maske.

 

2. Welche positiven Aspekte sehen Sie als Mutter darin, dass Ihre Tochter an einem Sprachprogramm teilgenommen hat?

Meine Tochter hat von vielen Erfahrungen profitiert. Zuerst einmal hat sie ihre Spanisch-Kenntnisse verbessert. Die Sprachschule hat viel dazu beigetragen, aber auch die Konversation in der Gastfamilie war sehr hilfreich. Meine Tochter konnte am Ende der vier Wochen alles ausdrücken, was sie sagen wollte und hat ebenso fast alles verstanden, was die Spanier gesagt haben. Sie hat die Scheu vor einer fremden Sprache verloren.

Ebenso hat sie sehr viel über die Kultur der Spanier*innen gelernt. Die Gastfamilie hat sie in ihren Alltag wie eine Tochter integriert und Alexia konnte die Lebensweise dieser Familie kennenlernen.

Alexia musste in einer fremden Kultur mit fremden Leuten zurechtkommen. Das hat ihr Selbstbewusstsein gestärkt und meine Tochter ist dadurch selbstständiger geworden. Durch die Spanier*innen, die sie mit offenen Armen empfangen haben, ist sie immer wieder ermutigt worden, an dem Alltag teilzunehmen und hat wertvolle Erfahrungen für ihr weiteres Leben gesammelt. Wie geht man mit anderen Kulturen um? Wie lernt man andere Wertvorstellungen kennen? Diesen und weiteren Fragen musste meine Tochter sich jeden Tag stellen und hat durch Interaktion viel gelernt und hat auch ihre eigene Kultur und ihre eigenen Werte reflektiert. Das hat zu einer Zunahme an Wertschätzung gegenüber vielen Dingen bei meiner Tochter geführt. So etwas kann ein*e Jugendliche*r aber nur durch eigene Erfahrung erlernen. Ich bin froh, dass meine Tochter die Chance dazu hatte.

 

Welche Tipps haben Sie für Eltern, um sich auf die Zeit, in der das Kind weg ist, vorzubereiten?

  1. Haben Sie Höhen und Tiefen während der Austauschzeit erlebt? Wenn ja, welche?
  2. Wie ist die Entscheidung Ihrer Familie auf Experiment e.V. gefallen?

Es ist schwer, sein Kind in die Welt ziehen zu lassen, aber es ist wichtig. Das Kind muss eigene Erfahrungen sammeln und nur durch schwierige Situationen kann es reifen und zu einem selbstbewussten, kritischen Erwachsenen werden. Genau das macht uns Müttern aber auch Sorgen, denn man möchte sein Kind ja (am Liebsten vor allen Schwierigkeiten) behüten. Daher ist es wichtig, das Kind in einem sicheren Umfeld zu wissen, aber nicht jedes Problem vom Kind fern zu halten. Für das sichere Umfeld sorgt Experiment, die Erfahrung haben wir immer wieder gemacht und wir können Experiment uneingeschränkt weiterempfehlen:

Wir hatten selber einen Austauschschüler in unserem Haus für ein Jahr und Experiment stand bei Problemen immer mit Rat und Tat zur Seite. Es gab Seminare, die uns sehr geholfen haben und wir fühlten uns gut betreut. Auch unser Austauschschüler hatte in Experiment immer einen kompetenten Ansprechpartner.

Alexias drei Jahre älterer Bruder war ein Jahr mit Experiment in den USA. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt. Unser Sohn wurde hervorragend auf das Jahr vorbereitet, so dass er wusste, was bei Problemen zu tun war. Er wusste auch Bescheid, welche Höhen und Tiefen ihn erwarten und ließ sich nicht unterkriegen.

Auch bei unserer Tochter hat Experiment gute Vorbereitungsarbeit geleistet, sie hatte zwar wegen Corona kein Vorbereitungsseminar, aber genug Unterlagen, mit denen sie sich gut vorbereiten konnte. Experiment hat Notfall-Ansprechpartner*innen mit Telefonnummern herausgegeben.

Bei unserer Tochter gab es während des 4-wöchigen Aufenthaltes keine Tiefen, alles war hervorragend organisiert und die Gastfamilie war wunderbar. Damit hatten wir so nicht gerechnet. Dennoch kümmerte sich auch die Sprachschule, indem sie von unserer Tochter wissen wollte, ob in der Familie alles in Ordnung sei. Es war ihnen also nicht egal, wo und wie die Kinder untergebracht waren. Unsere Tochter hätte also definitiv Erwachsene um sich gehabt, an die sie sich bei Problemen hätte wenden können.

Ich persönlich habe gelernt, dass die eigenen Kinder viel mehr können, als man als Eltern denkt. Man muss ihnen nur die Chance dazu geben.