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Blogbeitrag-Gendern

„Experimenter*innen“ - Warum wir gendern!

Vielleicht habt ihr die Verwendung dieses Wortes schon das ein oder andere Mal in Newslettern, auf der Website oder in unseren Broschüren gelesen. Doch warum fügen wir ein Sternchen in unsere Wörter ein und „gendern“ unsere Broschüren oder verwenden so oft wie möglich neutrale Substantive bei Experiment?

Schon Wilhelm von Humboldt machte mit seinem Zitat „Sprache ist das bildende Organ des Gedanken.“ darauf aufmerksam, dass Sprache und wie wir sie verwenden mehr ist, als nur Wünsche, Anregungen oder Kritik zu äußern. Sprache beeinflusst nachhaltig unsere Gedanken, prägt unsere eigene Wahrnehmung und die von anderen und der Welt, formt unser Denken und transportiert so Norm- und Wertvorstellungen.[1] Sie ist gleichzeitig das wichtigste Mittel, uns auszudrücken und uns miteinander auszutauschen. Wie wir es auch in unseren Austauschprogrammen regelmäßig in der Begegnung unterschiedlichster Menschen praktizieren.

Sprache kann uns also in hohem Maße beeinflussen und daher leider auch werten und diskriminieren – insbesondere mit Blick auf die Geschlechter.[2]

Und genau hier kommt unser Ziel, eine geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, zum Zug. Mit dem „*“ möchten wir in unserem Verein, aber auch nach außen hin, alle Menschen unabhängig von ihrer Geschlechtszugehörigkeit gleichermaßen repräsentieren und ansprechen.

Neben vielen anderen Schreibweisen, die benutzt werden, haben wir uns für dieses Symbol entschieden, wodurch wir die genannte gendergerechte oder auch inklusive Sprache stetig sichtbar machen möchten. Also eine Sprache, die uns allen im Verein und außerhalb gerecht wird.

Häufig wird diese Form der Sprachverwendung auch als „gendern“ bezeichnet: Es bedeutet, in Wort und Bild alle sozialen und biologischen Geschlechter gleichwertig einzubeziehen z.B. weiblich, männlich, intergeschlechtlich, transgeschlechtlich, divers uvm.[3]

Durch die Wirkmacht dieser inklusiven Sprachverwendung möchten wir Stereotype und Vorurteile abbauen und unseren Beitrag zu einem diskriminierungsfreien Miteinander sowie zur Verwirklichung von Chancengerechtigkeit leisten.[4] Menschen aller Geschlechter und sexuellen Orientierungen möchten wir mit Wertschätzung und Respekt begegnen, sodass sich jede*r bei uns im Verein angesprochen und willkommen fühlt.

Vielfalt in unserem Verein und außerhalb anzuerkennen, ist uns also wichtig und wird daher von uns auch durch eine eigene Gruppe mit dem Namen „exqueeriment“ - queer = Sammelbegriff für alle Personen, die sich nicht der heterosexuellen oder geschlechtlichen Norm unserer Gesellschaft unterordnen können oder wollen - stetig gefördert und es werden Themen dazu aufgegriffen.

Wie der Filmemacher Federico Fellini sagt: A different language is a different vision of life.[5]

In diesem Sinne ist es wichtig, dass wir uns allgegenwärtig unserer Sprache und unserer Einstellungen und Visionen des Lebens bewusst sind und werden, dass wir ein wertschätzendes Vereinsklima durch ein einfaches „Experimenter*innen“ unterstützen und stärken und dass wir unserem Satzungszweck, dem Fördern des friedlichen Zusammenlebens und dem gegenseitigen Verständnis von Menschen aller Kulturen, nachkommen.

Eure Laura


[1] Vgl. Büro der zentralen Frauenbeauftragten an der Humboldt-Universität zu Berlin (2019):  Sprache ist vielfältig – Leitfaden der HU für geschlechtergerechte Sprache. Berlin. S. 2 und 7

[2] Vgl. Frankfurt University of Applied Sciences (2019): Corporate Wording. Ein Leitfaden. Frankfurt am Main. S. 12

[3] Vgl. Büro der zentralen Frauenbeauftragten an der Humboldt-Universität zu Berlin (2019):  Sprache ist vielfältig – Leitfaden der HU für geschlechtergerechte Sprache. Berlin. S. 8 und 9

[4] Vgl. Die Gleichstellungsbeauftragte der Universität zu Köln. V.i.S.d.P. Annelene Gäckle (2017): ÜberzeuGENDERe Sprache Leitfaden für eine geschlechtersensible und inklusive Sprache. Köln S. 4

[5] Vgl. https://www.brainyquote.com/quotes/federico_fellini_106347 [Stand: 21.01.2021]