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Gastfamilien-Blog

GASTFAMILIEN-BLOG - Gastmutter Martina (19)

Mehrere Gastfamilien berichten auf unserem Gastfamilien-Blog von ihrem Alltag mit Gastkind. Gastmutter Martina und ihre Familie haben Emma aus den USA aufgenommen. Emma ist Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms, einem gemeinsamen Stipendienprogramm des Deutschen Bundestages und Kongresses der USA.

OMG – Das Feuerwerk der Turnkunst

Seit einigen Jahren gibt es als Nikolausgeschenk meiner Eltern Karten für „Das Feuerwerk der Turnkunst“. Diese Veranstaltung ist ganz großartig, es wird grandiose Unterhaltung geboten, viel Turnen, Tanz und Gymnastik, viel Musik und eine atemberaubende Lightshow.

Als wir im Sommer sagten, dass wir für ein Jahr eine Gasttochter aus den USA aufnehmen würden, machten sich meine lieben Eltern gleich Gedanken darüber, ob es denn noch möglich wäre, eine weitere Eintrittskarte zu bekommen. Die sechs Familienkarten waren schon im Januar gekauft worden. Tatsächlich ließ sich noch eine einzelne Karte nur zwei Reihen vor den anderen finden. Damit war klar, dass wir gemeinsam gehen könnten.

Emma freute sich über das Weihnachtsgeschenk von Oma und Opa, ohne recht zu wissen, was damit verbunden war. Einen kleinen Schreck hatten wir beim Termin. War Emma dann schon unterwegs zum Zwischenseminar in Bad Neuenahr-Ahrweiler? Wir hatten Glück. Am 7. Januar fand das Feuerwerk der Turnkunst statt, und am 8. Januar machte Emma sich auf den Weg ins Camp.

Eine actionreiche Veranstaltung neben Emma zu verbringen, ist eine ganz eigene  Erfahrung. „Oh my god – he makes me so nervous“, war nur ein Ausspruch. Sie ging mit bei der ganzen Veranstaltung. Emma schreckte im Sitz zurück, wenn es spannend wurde, rief „oh nein“, jubelte, quietschte und johlte. Da war aber auch einiges zu sehen, was den Puls in die Höhe trieb. Ein Act jagte den nächsten, Umbaupausen wurden einfach in etwas ruhiger Darbietungen mit einbezogen. Es war eben wirklich ein Feuerwerk, das uns geboten wurde. Zeit zum Luft holen blieb kaum.

Der Abend war grandios. Gemäß der guten Tradition werden wir sicher auch 2020 wieder dabei sein. Wo Emma dann sein mag? Sie denkt darüber nach, was und wo sie studieren möchte. In Richmond, Virginia, wo sie zu Hause ist, in einer anderen Stadt in Virginia oder vielleicht sogar in Deutschland? Mein Eindruck ist, dass ein Auslandsjahr eine tolle Möglichkeit ist, wenn man im Heimatland die Schulzeit schon beendet hat. Man ist erwachsen und hat die Zeit, herauszufinden, was man selbst möchte, wo die eigene Reise hingehen soll. Ein Jahr, in dem nachzuspüren kann, was für einen selbst richtig und wichtig ist, welcher Weg der eigene sein wird.

Ich glaube und hoffe, dass wir mit Emma auch nach dem Gastjahr in Kontakt bleiben werden. Vielleicht sehen wir uns in 2020 in den USA, denn wir planen nach Julians Abitur eine Reise nach New York. Vielleicht sehen wir uns aber auch in Kassel beim Feuerwerk der Turnkunst.