weltwärts Freiwilligendienst in Ecuador – Die ersten 3 Monate
Franziska verbringt ihren weltwärts Freiwilligendienst in Ecuador und berichtet Dir hier von ihrer Gastfamilie, ihren ersten Spracherfahrungen und ihrem Projekt.
Viele Erlebnisse
Wir sind am 3. September in Quito gelandet, und seitdem ist viel passiert. Ich habe meine Gastfamilie und meinen neuen Job kennengelernt, Kontakte zu Ecuadorianer*innen geknüpft, mein Spanisch verbessert und Ecuador bereist. Der folgende Bericht ist ein Auszug aus meinen Erfahrungen während dieser drei Monate.
Meine Gastfamilie
Ich wohne mit Jacki (Gastmutter), Fernando (Gastvater) und ihrem Hund Miller in einer Wohnung in La Floresta, meiner Meinung nach einer der schönsten Gegenden von Quito. Jacki und Fernando haben drei Söhne, die jedoch alle schon erwachsen sind und mit ihren Partnern zusammenleben. Der älteste Sohn hat sogar schon eine vierjährige Tochter.
Ich genieße das Leben mit meiner Gastfamilie sehr. Meine Gasteltern haben mich sehr herzlich aufgenommen und mir gleich am ersten Abend erklärt, dass sie möchten, dass ich mich wohlfühle und mich nicht scheue, um Hilfe zu bitten. Das hat sich als absolut wahr erwiesen. Ich kann mit ihnen über alles reden und sie alles fragen.
Besonders am Anfang hat mir meine Gastmutter oft dabei geholfen, den richtigen Bus und die besten Restaurants zu finden.
Meine Gasteltern haben ein Lieblingsspiel namens „Rummikub“, das wir oft abends zusammen spielen, während Miller in seinem Bett neben dem Tisch liegt oder, was häufiger vorkommt, um unsere Aufmerksamkeit bettelt. Ich mag ihn auch sehr. Er liegt oft bei mir im Bett, wenn ich lese, und er freut sich immer sehr, wenn ich nachmittags von der Arbeit nach Hause komme.
Essen

Meine Gastfamilie hat mir bereits viele für Ecuador typische Früchte und Gerichte vorgestellt, die ich aus Deutschland nicht kannte.
In den kommenden Monaten wollen meine Gastmutter und ich öfter zusammen kochen, und ich habe sie gebeten, mir Rezepte beizubringen, damit ich die Gerichte, die mir hier besonders gut schmecken, auch zu Hause in Deutschland nachkochen und meiner Familie und meinen Freund*innen zeigen kann.
Zuerst dachte ich, ich würde größere Probleme mit dem Essen haben, da ich in Deutschland fast vollständig auf tierische Produkte verzichte. Hier in Ecuador esse ich Eier und gelegentlich Käse, aber ich verzichte weiterhin auf Fleisch und Milch.
Meine Gasteltern unterstützen mich immer, wenn ich ihre Hilfe brauche, und ich fühle mich hier zu Hause sehr wohl. Ich freue mich darauf, sie in den nächsten neun Monaten noch besser kennenzulernen und vieles mit ihnen zu unternehmen.
Fundación Jovenes del Futuro
Ich arbeite bei der Fundación Jovenes del Futuro, die nur etwa 20 Minuten zu Fuß von meinem Zuhause entfernt ist. Ich bin dort von Dienstag bis Samstag und arbeite mindestens sechs Stunden pro Tag mit den Kindern.
Kindertagesstätte
Von Montag bis Freitag ist die Fundación so etwas wie eine Kindertagesstätte mit insgesamt fünf Kindern im Alter von 2 bis 3 Jahren.
Wir frühstücken morgens gemeinsam, bevor wir spielen, tanzen und auch Dinge wie Farben (in den letzten Wochen waren es Gelb und Rot), Zahlen und Formen lernen. Um 10 Uhr gehen wir nach draußen in den Innenhof, wo die Kinder eine Stunde lang mit ihren Autos spielen können. Danach spielen wir noch eine weitere Stunde drinnen. Die Kinder spielen besonders gerne mit Lego, was wir fast jeden Tag tun. Danach gibt es Mittagessen, das jeden Tag frisch in unserer Küche zubereitet wird, die Kinder ziehen sich um und meine Chefin bringt sie ins Bett.
Nach einer kurzen Pause putze ich die Räume, in denen die Kinder ihren Tag verbringen, und spüle das Geschirr. Ich kümmere mich um alles andere, was zu tun ist, und habe dann meistens sogar noch Zeit, mein Spanisch zu verbessern, indem ich Vokabeln oder Grammatik lerne.
Unterricht für ältere Kinder und Mütter

Alle bekommen Frühstück, und die Kinder werden in kleinen Gruppen von Student*innen in verschiedenen Fächern unterrichtet. Ich unterstütze normalerweise eine Gruppe und helfe beim Englischunterricht. Gleichzeitig gibt es auch Kurse für die Mütter.
Danach bekommen alle Mittagessen, und oft werden Spenden wie Kleidung, Schuhe oder Lebensmittel verteilt, die die Familien mit nach Hause nehmen können.
Die Arbeit am Samstag unterscheidet sich sehr von meinem Alltag unter der Woche und macht mir sehr viel Spaß. Am 29. November wurde unser erster Computerraum eröffnet, und von nun an können die Kinder dort einen Großteil ihrer Hausaufgaben erledigen. Sie haben sich sehr darüber gefreut.
Je länger ich bei der Fundación bin, desto mehr Aufgaben werden mir übertragen und desto mehr kann ich selbstständig erledigen.
Ich kann bereits den größten Teil des Tagesablaufs mit den kleinen Kindern unter der Woche alleine bewältigen und bin in der Lage, mit ihnen so zu kommunizieren, dass sie mich verstehen und meinen Anweisungen folgen. Das war anfangs schwierig für mich, weil die Kinder noch nicht viel sprechen und ich kein Feedback bekomme, ob sie meine Anweisungen verstehen. Aber das wird jetzt besser. Ich habe mir von meinem Chef viel Vokabular abgeschaut und verwende diese Wörter nun selbst im täglichen Umgang mit den Kindern. Zum Glück verstehen sie mich.
Jetzt im Dezember wird in der Fundación mit den Fiestas de Quito und Weihnachten viel los sein. Ich freue mich darauf, viel zu lernen. Ich bin auch dankbar, dass mich alle in die Veranstaltungen und Aktivitäten einbeziehen. Ich fühle mich in der Fundación wohl und habe das Gefühl, dass ich wirklich helfen kann.
Spanischunterricht
Im Gegensatz zu einigen anderen Freiwilligen habe ich in der Schule nie Spanischunterricht genommen. In der sechsten Klasse habe ich Latein als zweite Fremdsprache gewählt und bis zum Abschluss weitergemacht.
Ich hatte keine Gelegenheit, einen Spanischkurs zu besuchen, also begann ich fast ein Jahr vor meinem Auslandsaufenthalt, mit Apps, Videos und Podcasts selbst Spanisch zu lernen. Das war ganz anders als das Lernen mit einem Lehrer, wie ich es aus der Schule gewohnt war, und deshalb war ich sehr unsicher, als ich bei meiner Gastfamilie in Quito ankam. Ich konnte nicht abschätzen, wie viel ich verstehen würde, und das Sprechen fiel mir anfangs besonders schwer, da ich beim Selbststudium natürlich selten Gelegenheit hatte, mich in dieser Sprache zu unterhalten.
Letztendlich hatte ich mich jedoch unterschätzt, denn ich verstand mehr, als ich zu Beginn gedacht hatte, und konnte sogar am Spanischkurs von EIL im zweiten Kurs teilnehmen, an dem auch drei andere Freiwillige teilnahmen, die das Fach in der Schule belegt hatten. Nach Ende des Sprachkurses entschied ich mich nach einiger Überlegung dagegen, ihn fortzusetzen, da ich mich daran gewöhnt hatte, selbstständig zu lernen, und dies auch in den nächsten Monaten weiterhin tun wollte.
Die Kommunikation mit meiner Gastfamilie läuft wirklich gut. Meine Gasteltern haben bereits 20 Jahre Erfahrung mit Freiwilligen aus anderen Ländern und sind daher an die auftretenden Schwierigkeiten gewöhnt und wissen, wie sie darauf reagieren müssen. Ich traue mich, nach der Bedeutung von Ausdrücken zu fragen, und sie erklären mir sehr geduldig Wörter, die ich nicht kenne.
Bei der Arbeit ist es etwas schwieriger. Ich bin die erste Freiwillige in meinem Projekt, daher sind die Einheimischen noch nicht daran gewöhnt, jemanden im Team zu haben, die nur sehr wenig Spanisch versteht. Ich bitte sie oft, langsamer zu sprechen oder sich zu wiederholen. Wir schreiben jetzt oft spanische Wörter und ihre Übersetzungen auf unsere Tafel, damit ich diese Wörter leichter lernen und mir merken kann.
Ich komme im Alltag gut mit meinem Spanisch zurecht. Die meisten Menschen hier sind sehr geduldig und erklären mir Wörter, die ich nicht kenne. Sie interessieren sich auch dafür, warum ich hier bin, und fragen mich oft, ob sie ein wenig Englisch mit mir sprechen können, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern. In solchen Momenten fühlt es sich wirklich wie ein Austausch an. Ich übe, Spanisch zu sprechen, und kann den Leuten im Gegenzug englische Wörter und Sätze beibringen.
Ich bin zuversichtlich, dass sich mein Spanisch in den nächsten Monaten weiter verbessern wird, wenn ich weiterhin viel spreche und jeden Tag Vokabeln und Grammatik übe.
Ist Ecuador das Richtige für mich?
Am Abend vor meiner Abreise fragte ich mich, ob dieser Schritt – ein Jahr lang in Ecuador zu leben und zu arbeiten – das Richtige für mich war. Es fiel mir besonders schwer, mich von meiner Familie und meinen Freund*innen zu verabschieden, die ein wichtiger Teil meines Lebens sind. Ich ging davon aus, dass ich sie sehr schnell vermissen würde, aber zumindest war das in Bezug auf Intensität und Negativität nicht der Fall. Ich vermisse sie zwar, aber ich denke immer mit einem positiven Gefühl daran, sie nächstes Jahr wiederzusehen.
Der Hauptgrund, warum ich mich hier wohlfühle und mein Zuhause nicht allzu sehr vermisse, ist, dass meine Gastfamilie mich so herzlich aufgenommen hat und ich mich bei der Arbeit sehr gut einlebe.
Außerdem bin ich besonders dankbar für die Möglichkeit, Erfahrungen mit den anderen Freiwilligen auszutauschen. Wir treffen uns oft in Quito, um etwas zusammen zu unternehmen, denn die Stadt hat so viel zu bieten. Es wird hier einfach nie langweilig.
Mein Plan für die nächsten Monate
In den nächsten Monaten möchte ich mein Spanisch weiter verbessern und noch flüssiger sprechen lernen.
Außerdem möchte ich lernen, wie man ecuadorianische Gerichte zubereitet, die mir meine Gastmutter beibringen möchte, und gemeinsam mit ihr kochen und backen.
Ich freue mich auf die bevorstehenden Feiertage mit meinen Gasteltern und ihren Verwandten und möchte sie alle noch besser kennenlernen.
Ich freue mich auch auf die nächsten Monate und bin zuversichtlich, dass ich sie genauso genießen werde wie die ersten drei.

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