Aylin verbrachte 4 Monate im Schüleraustausch in Großbritannien. Über ihre Zeit in England berichtet sie Dir hier.

Schüleraustausch in Großbritannien

Für 4 Monate in England

Vier Monate lebte ich in Paignton, England. Damit Du einen besseren Eindruck von dieser besonderen und unvergesslichen Erfahrung bekommst, möchte ich Dir erzählen, wie diese Monate verlaufen sind.

Die ersten Tage

Die ersten Tage waren sehr außergewöhnlich. Da ich aber schon seit über einem Jahr auf genau diesen Moment gewartet hatte, haben die Aufregung und Freude mir die Angst genommen.

In den ersten Tagen habe ich viele neue Menschen kennengelernt und herausfinden können, wo sie herkommen, was ihre Geschichte ist usw. Dabei ständig Englisch zu sprechen, war sehr komisch, aber auch gleichzeitig supercool, weil ich diese Sprache einfach liebe.

Meine Gastfamilie

Die erste richtige Challenge: meine Gastfamilie treffen.

Ich hatte unglaublich viel Glück mit meiner Gastfamilie und sie war einfach wirklich mega! Trotzdem war es anfangs etwas schwierig. Da ich mich nicht in der Gegend auskannte, war ich aufgeschmissen und alles war ein wenig chaotisch.

Und sich auch an den Alltag zu gewöhnen, war schwieriger als gedacht, weil diese Familie einfach sehr anders war als meine eigene. Daran habe ich gemerkt, dass es mir an Anpassungsfähigkeit fehlt, woran ich in England sehr stark gearbeitet habe. Glücklicherweise hat mich meine Gastfamilie dabei unterstützt und ich habe mich einfach darauf eingelassen, was oft sehr hilfreich war.

Mein Alltag

Mein Alltag bestand hauptsächlich darin, zum College zu gehen, danach manchmal mit Freund*innen abzuhängen und den Nachmittag bzw. Abend zu Hause bei meiner Gastfamilie zu verbringen. In meinem College hatte ich die drei Fächer Film Studies, Politics und English Literature, wobei Film Studies mein Favorit war.

Mit meinen Freund*innen sind wir nach der Schule mal ins Arcade, auf verschiedene Weihnachtsmärkte, zu mir nach Hause oder an den Strand gefahren.

Ich habe fast jeden Tag mit meiner Gastfamilie zusammen gegessen, und irgendwann haben wir angefangen, jeden Abend eine oder mehrere Folgen der Serie Stranger Things zusammenzuschauen. Meine Gastschwestern, mein Gastbruder und ich haben auch irgendwann angefangen, abends zusammen Minecraft zu spielen.

Oft haben wir auch als Familie Ausflüge gemacht und sie haben mir die schönsten, versteckten Ecken von Südengland gezeigt.

Außerdem sind meine Freund*innen und ich oft gemeinsam in andere Städte (z. B. London) gereist.

Der Alltag wird zur Routine

Ab einem bestimmten Punkt hatte ich mich gut eingelebt und einen festen Alltag entwickelt, wodurch die Tage etwas eintönig wurden.

Auch wenn ich täglich Neues gelernt habe, wurden aus anfangs aufregenden Abenteuern irgendwann wiederkehrende Routinen. An solchen Tagen oder als z.B. mein bester Freund Geburtstag hatte, bekam ich manchmal Heimweh, das sich mit etwas Ablenkung aber schnell wieder legen ließ.

Von Fremden zur Familie

Es hat mich sehr schockiert, aber auch erfreut, wie schnell man sich mit Fremden plötzlich verstehen kann. Dadurch, dass ich meine Gastfamilie jeden Tag gesehen habe und wir oft ähnliche Interessen hatten, wurden diese Menschen schnell von Fremden zu einer zweiten Familie für mich.

Auch wenn wir uns bei sehr vielen Themen, wie Politik und Weltanschauung, nicht einig waren, war ein harmonisches Miteinander möglich. Das hat mir sehr gut gezeigt, wie sehr ich doch eigentlich in meiner eigenen Bubble lebe und dass ich Menschen mit anderen Ansichten trotzdem mögen kann.

Auch überrascht wurde ich von der Gastfreundlichkeit der Engländer*innen. Der Stereotyp, dass sie sehr höflich seien, stimmt! Aber sie sind nicht nur oberflächlich höflich, sondern auch wirklich freundlich und haben mich sehr gut empfangen.

Eine wertvolle Erfahrung

Insgesamt würde ich sagen, dass diese Zeit im Ausland etwas wirklich Außergewöhnliches und unglaublich Wertvolles für mich war. Neben den vielen fantastischen Momenten schätze ich auch die schwierigen Phasen. Gerade diese haben mir viel über mich selbst gezeigt, mich selbstständiger gemacht und mich persönlich wachsen lassen.

Rückblickend war es nicht nur eine schöne Erfahrung, sondern eine prägende Zeit, die mich verändert hat.

 

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