4 Monate Schüleraustausch in Spanien: Mehr als Sonne, Siesta und Tapas
Im Schüleraustausch in Spanien konnte Klara in eine neue Kultur eintauchen. Mehr erzählt sie Dir in diesem Erfahrungsbericht.
Eine neue Kultur
Man erwartet gar nicht, dass einen, innerhalb Europas, nur zwei Stunden mit dem Flugzeug entfernt, eine komplett andere Kultur und Lebensweise erwartet.
Hätte man mir vor vier Monaten gesagt, wie unterschiedlich die Lebensphilosophie der Spanier*innen ist, hätte ich dies wahrscheinlich nicht geglaubt. Nach vier Monaten möchte ich deshalb einen kleinen Einblick in mein Gastland, seine Kultur und Lebensart, geben.
Mahlzeiten
Du kannst dich gleich darauf gefasst machen, viele neue Erfahrungen rund um das Thema Mahlzeiten zu machen.
In Spanien isst man nicht nur andere Gerichte, sondern auch zu anderen Zeiten. Beispielsweise esse ich in meiner Gastfamilie erst gegen 15 Uhr Mittagessen und das Abendessen wird in der Regel auch erst gegen 21 Uhr serviert.
Wie man sich vorstellen kann, war das erstmal eine Umstellung für mich! Nach einiger Zeit habe ich mich allerdings natürlich gut eingefunden und es ist mittlerweile ganz normal.
Ein anderer Aspekt, mit dem ich gar nicht unbedingt gerechnet hatte, ist, dass nicht nur andere Gerichte gekocht werden, sondern auch ganz andere Zutaten verwendet werden. Beispielsweise habe ich seit meiner Ankunft keine einzige Gurke gegessen! Anstatt dessen esse ich mehr Avocados oder Tomaten.
Allgemein bin ich aber sehr begeistert von der spanischen Küche! Nicht nur typische Paella, sondern auch Fideuá, Tortillas oder Kroketten sind sehr empfehlenswert.
Die spanische Lebensart
Auch die spanische Lebensart hat es mir angetan. Wie ich schon erwähnte, lebt es sich hier generell später. Das nächtliche Leben ist sehr aktiv und man kann Musik und Tanz in fast jeder Straße erleben. Die Siesta ist dementsprechend auch kein Mythos, ein kleiner Mittagsschlaf gehört schon zu meiner Routine!
Diese entspannte Einstellung spiegelt sich auch im Umgang miteinander wider. Man nimmt sich Zeit für Gespräche, trifft sich spontan mit Freund*innen und genießt den Moment, ohne ständig auf die Uhr zu schauen.
Besonders schön finde ich, dass viele Abende draußen verbracht werden – auf belebten Plätzen, in kleinen Cafés oder einfach bei einem Spaziergang durch die Stadt.
Die spanische Kultur ist zudem stark von Offenheit, Traditionen und Gemeinschaft geprägt. Feste haben einen hohen Stellenwert und werden mit großer Leidenschaft gefeiert, sei es ein lokales Stadtfest, religiöse Feiertage oder nationale Traditionen. Beispielsweise wurde am 17. Januar das Fest des Heiligen Antonius gefeiert, wo die Leute ihre Haustiere (egal welcher Art!) auf die Straße bringen und sie vom Priester weihen bzw. segnen lassen. Solche kleinen Feste erlebe ich in Spanien häufiger als in Deutschland.
Meine Gastfamilie
Gleichzeitig ist die Familie ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens, was man im Alltag deutlich spürt. Meine Gastfamilie und ich verbringen sehr viel Zeit zusammen, und von Anfang an wurde ich sehr herzlich aufgenommen, nicht nur von der engen Familie, sondern auch von entfernteren Verwandten.
Valencia
Neben dem alltäglichen Leben durfte ich in den letzten Monaten auch viele besondere Erlebnisse sammeln, die mir Spanien noch nähergebracht haben.
Die Stadt Valencia hat wirklich viele Seiten: moderne Architektur, kleine Gassen, Kunst, Geschichte, und das Meer ist nie weit entfernt. Besonders beeindruckt hat mich das Oceanogràfic, das größte Aquarium Europas. Dort konnte ich eine faszinierende Unterwasserwelt entdecken – von Haien über Quallen bis hin zu Delfinen. Auch die vielen Museen der Stadt, vor allem in der „Ciudad de Artes y Ciencias“, haben mir sehr gut gefallen und sind immer wieder aufs Neue einen Besuch wert.
Mein Lieblingsviertel in Valencia ist “El Carmen”. Die engen Gassen, bunten Häuser und Street-Art verleihen dem Viertel einen ganz besonderen Charme. Vor allem abends ist dort viel los, und man spürt die lebendige Atmosphäre der Stadt.
Weihnachtsferien
Ein weiteres kulturelles Highlight waren meine Weihnachtsferien, in denen ich viel erlebt habe. Ich nahm am San Silvestre (einem 5-km-Lauf) teil, schaute mir Lichtershows an und ging ins spanische Puppentheater.
Mein Besuch der Feierlichkeiten zu den Heiligen Drei Königen in Alcoy bei Alicante gehört zu einer meiner besten Erinnerungen. Diese gelten als einer der bekanntesten und traditionellsten Umzüge Spaniens. Die aufwendig geschmückten Kostüme, die Musik und die festliche Stimmung haben mich sehr beeindruckt, vor allem da die Heiligen drei Könige in Deutschland ja nicht besonders groß gefeiert werden.
In Spanien haben sie allerdings fast schon einen höheren Stellenwert als Weihnachten und es gab eine große Bescherung. Besonders schön fand ich, wie wichtig diese Tradition vor allem für Familien und Kinder ist – die ganze Stadt war auf den Beinen und gemeinsam wurde dieses besondere Ereignis gefeiert.
Fazit
Zusammenfassend kann ich sagen, dass meine Zeit in Spanien bis jetzt für mich sehr lehrreich und interessant war. Ich habe viele neue Eindrücke gesammelt, meinen Alltag in einer anderen Kultur kennengelernt und zahlreiche besondere Erlebnisse gehabt und hoffe, dass es weiterhin so bleibt.
Die Erfahrungen, die ich hier mache, werden mir auf jeden Fall noch lange Zeit in Erinnerung bleiben und machen meinen Aufenthalt in Spanien jeden Tag zu etwas Besonderem.

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