Elisabeth sammelte im flexiblen Freiwilligendienst in Costa Rica wertvolle Erfahrungen. Von diesen berichtet sie Dir in diesem Erfahrungsbericht.

Freiwilligendienst in Costa Rica

Das größte Abenteuer

Die knapp vier Monate, die ich in Costa Rica verbracht habe, waren wirklich das größte Abenteuer, das ich in meinen 20 Jahren erlebt habe!

Als junger Mensch den Schritt ins Ausland zu wagen, ist genau das Richtige, um aus der eigenen Blase in die „wahre Welt“ herauszutreten. Ein Freiwilligendienst ist nämlich so viel mehr, als nur ein anderes Land und eine neue Kultur kennenzulernen. Man reist vielleicht das erste Mal komplett alleine, lebt vielleicht das erste Mal relativ eigenständig, und das in einem fremden Land, oder lernt zum ersten Mal die Dinge aus dem Heimatort zu schätzen, die einem früher nie aufgefallen sind.

Wieso Costa Rica?

Mein Wahlland Costa Rica war definitiv der perfekte Einstieg ins Ausland. Ich wollte unbedingt nach Lateinamerika und es stimmt, dass Costa Rica im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern, sehr privilegiert ist.

Auch wenn vieles anders aussah, fühlte sich trotzdem nichts fremd an. Das Verkehrsnetz im gesamten Land ist gut organisiert, die Praxen, Krankenhäuser und Postfilialen funktionieren ebenfalls sehr gut.

Außerdem hast Du immer Kontakt zu Deiner Koordinatorin, welche Dir im Zweifel immer aushelfen kann. Für mich war das in meiner zweiten Woche eine große Rettung, als ich zum ersten Mal nach einem Ausflug ans Meer eine Sonnenallergie erhalten habe. Diese hatte ich zuvor nie gehabt, und da ich auch nur vermuten  konnte, dass es sich höchstwahrscheinlich um eine solche Allergie handelt, war es äußerst hilfreich, dass mich meine Koordinatorin sofort ins Krankenhaus begleitet und für mich übersetzt hat. Du bist also wirklich nie alleine!

Meine Gastfamilie

Außerdem hast Du auch Deine Gastfamilie, mit welcher ich großes Glück hatte. Wir haben etwas außerhalb von der Stadt, in der ich gearbeitet habe, gewohnt. Doch auch das hat sich langfristig als richtiger Glückstreffer herausgestellt, da wir die Natur um uns herum hatten.

Nach einem langen Arbeitstag in der eher lauten Stadt war ich jedes Mal sehr dankbar, mit dem Bus wieder ins Grüne zu fahren.

Reisen

Der größte Trugschluss ist jedoch, wenn man meint, das Land bereits kennengelernt zu haben, da man sich an seinen Wohnort und an seine Arbeitsstelle gewöhnt hat. Der richtige „AHA-Moment“ kommt erst, sobald man anfängt zu reisen, und das solltest Du unbedingt machen!

Neben Deiner Familie und Deiner Koordinatorin, bist Du bestimmt auch noch mit anderen Freiwilligen vernetzt. Als ich in Costa Rica angekommen bin, waren wir eine große Freiwilligen-Gruppe und mit dieser sind wir fast jedes Wochenende in eine andere Region Costa Ricas gefahren.

Erst durch das Reisen quer durch das Land stellt man nicht nur fest, wie vielfältig Costa Rica tatsächlich ist, sondern lernt es auch erst so richtig kennen. Die Ticos und Ticas, welche Du ebenfalls kennenlernen wirst, werden Dir sicherlich besonders stolz interessante Informationen über ihr Land erzählen. Außerdem hast Du in Hostels die Möglichkeit, auch mal internationale junge Menschen kennenzulernen, von denen Du auch viel lernen kannst.

Eine schöne Abwechslung

Die Mischung aus Arbeit, einem strukturellen Tagesablauf, dem unabhängigen Reisen und dann wieder das Zurückkommen ins Bekannte war für mich ideal. So hatte ich immer eine klare Aufgabe und ein Zuhause, doch ebenfalls die Freiheit, das Land zu entdecken.

Nach meinem Arbeitstag habe ich es zudem genossen, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und weitere Familienmitglieder kennenzulernen. Alle waren sehr herzlich zu mir und haben mir auf verschiedenste Art und Weisen geholfen, meinen Aufenthalt in Costa Rica so angenehm und so authentisch wie möglich zu gestalten.

Mit meiner Gastmutter haben wir zum Beispiel immer mal wieder gemeinsam gekocht, mit meinem Gastbruder waren wir in Museen und andere haben mir beispielsweise typische Früchte von ihren Plantagen mitgebracht. Die Interaktion mit den Ticos und Ticas ist mindestens genauso wichtig wie das eigene Erfahren des Landes durch das Reisen.

Ein zweites Zuhause

Nach knapp vier Monaten habe ich mich so wohlgefühlt, dass ich gar nicht mehr gehen wollte. Zum Glück bin ich mit meiner Gastfamilie immer noch in sehr gutem Kontakt und ich bin mir sicher, dass wir uns bald wiedersehen werden.

Es ist einfach schön, ein weiteres Zuhause zu wissen, in welchem man immer mit offenen Armen willkommen geheißen wird. Dafür bin ich unglaublich dankbar! 💕

Außerdem hat mich mein Freiwilligendienst dazu ermutigt, weiterhin die Welt zu entdecken, und das ist mitunter die positivste Bilanz, die man nach einem solchen Aufenthalt vermutlich ziehen kann.  🙂

 

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