Beim Programm “Flexibler Freiwilligendienst in Südafrika“ hat Sophia unvergessliche Erfahrungen gesammelt. Hier berichtet sie Dir davon.

Die beste Zeit

Hallo, ich bin Sophia und habe einen Flexiblen Freiwilligendienst in Südafrika für 7 Wochen gemacht. Ich hatte absolut die beste Zeit und möchte gerne meinen Alltag und schöne Momente hier mit Dir teilen.

Zwei Projekte: 1. Projekt Kindergarten

Dadurch, das ich zwei Projekte gemacht habe, hatte ich eine sehr abwechslungsreiche Zeit und durfte das Land aus verschiedenen Perspektiven kennenlernen. Meine unvergessliche Zeit hat in Kapstadt gestartet. Dort durfte ich ein soziales Projekt im Kindergarten/Krippe mit Vorklasse absolvieren.

Flexibler Freiwilligendienst in SüdafrikaMein zweites Zuhause

Ein zweites Zuhause hat mir meine total herzliche Gastfamilie gegeben, bestehend aus meiner lieben Gastmutter, meinem Gastbruder mit seiner Frau und ihren zwei total süßen Kindern.

Alltag

Mein Alltag während meines vierwöchigen Aufenthalts in Kapstadt bestand aus meiner Unterstützung im Kindergarten Happy Tots von 8-12 und von 12-16 Uhr.

Nachmittags habe ich viel mit einer anderen Freiwilligen unternommen und gemeinsam haben wir Kapstadt erkundet und sind mit vielen freundlichen Menschen in Kontakt gekommen. Die Menschen in Südafrika waren total offen und herzlich. An jeder Straßenecke oder in jedem Geschäft hat einen die Begrüßung „Hey, how are you?“ erwartet, gefolgt von einem Gespräch über alles Mögliche.

Wochenenden

Am Wochenende haben wir dann oft Ausflüge mit unserem Gastbruder unternommen und sind zum Beispiel wandern gegangen oder haben einen Roadtrip gemacht. Besonders positiv in Erinnerung geblieben ist mir unsere Lions-Head-Wanderung. Auf der Spitze des Berges haben wir den Sonnenuntergang beobachtet und ich habe mich selten so frei gefühlt. In der Dämmerung ging’s dann mit Stirntaschenlampen wieder runter.

Sicherheit

Dass wir so viel selbständig in Kapstadt erkunden konnten, hätte ich vor meinem Aufenthalt nicht gedacht. Wir waren aber vorsichtig und haben immer die Gastfamilie gefragt, ob es sicher dort ist, wo wir geplant hatten, hinzugehen. Auch die vielen Securitys in der Stadt haben unsere Situation erleichtert.

Ehrlicherweise war der Punkt Sicherheit für mich ein wesentlicher Aspekt und wäre beinahe ausschlaggebend gewesen, nicht nach Südafrika zu reisen. Ich bin so unfassbar froh, mich trotzdem getraut zu haben, denn ich hätte die beste Zeit verpasst. Nichtsdestotrotz muss man sich der Sicherheitslage in Südafrika, insbesondere in Kapstadt, bewusst sein.

Das richtige Mindset

Im Projekt hatte ich das Gefühl, gut unterstützen zu können. Wer jedoch mit dem Mindset nach Südafrika in ein soziales Projekt geht, viel verändern zu können, sollte dieses Mindset ändern. Ihr könnt unterstützen, aber ihr werdet nicht die Welt verändern.

Ich persönlich habe meine freiwillige Unterstützung als Geben und Nehmen gesehen. Während ich die Lehrer*innen bei der Materialvorbereitung unterstützt habe oder den Kindern bei ihrer Freiarbeit geholfen habe, habe ich die südafrikanische Kultur durch den Austausch mit meinen Kolleg*innen kennengelernt, und im Endeffekt haben die Kinder mit ihrer Ehrlichkeit und zuckersüßen Art meinen Aufenthalt unvergesslich gemacht.

Natürlich war es mal anstrengend, und besonders am Anfang, als ich noch nicht richtig wusste, wie ich am besten unterstützen kann, war ich überfordert. Doch mit der Zeit wusste ich immer besser, wie ich unterstützen kann. Und Kleinigkeiten, wie etwa, dass die Kinder freudig nach meiner Mittagspause auf mich zugelaufen sind und sich gefreut haben, dass ich da bin, haben jede Anstrengung wert gemacht.

Garden Route

Zwischen meinen Projekten hatte ich eine Woche Pause und habe 5 Tage die Garden Route gemacht. Diese Tour kann ich absolut weiterempfehlen!

In unserer kleinen Reisegruppe, bestehend aus 7 Teilnehmer*innen, habe ich sofort Anschluss gefunden und konnte mit wunderbaren Menschen diese unvergessliche Erfahrung teilen.

Ein besonders prägnantes Erlebnis auf meiner Garden-Route-Zeit war mein Bungee-Jump. Ich bin total stolz auf mich, dass ich mich getraut habe, von der höchsten Bungee-Jump-Brücke der Welt zu springen. Was ich jedoch auch nie vergessen werde, ist die Stimmung, die auf der Brücke war. Ein DJ hat für gute Musik gesorgt und alle Mitarbeiter*innen hatten gute Laune und waren fröhlich, was nahezu ansteckend gewesen wäre, hätte man nicht einen 215m hohen Sprung vor sich gehabt.

Kopfüber in dieser Schlucht zu hängen, so komisch es sich anhört, war so wunderschön und friedlich, und das Gefühl danach war einfach unbeschreiblich.

Abschied von meiner Gastfamilie

Nach meinem kleinen Roadtrip stand der Abschied von meiner Gastfamilie bevor. Das fiel mir sehr schwer. Trotz meines frühen Fluges hat sich die Familie versammelt, um mir hinterherzuwinken. Diesen Anblick werde ich nie vergessen.

2. Projekt Wildlife

Schließlich begann schon ein neues Abenteuer. 2 Wochen Wildlife-Projekt. Meine Gastfamilie hat immer gesagt: „Das ist eine ganz andere Welt“, und damit hatten sie absolut recht. Der Imfolozi Nationalpark bot einen starken Kontrast zum lauten und pulsierenden Leben in Kapstadt.

Alltag

Mein Alltag im Busch bestand aus früh aufstehen, also seeeehr früh aufstehen (oftmals um 3:30 Uhr). Von ca. 4-10 Uhr waren wir dann immer unterwegs und saßen hinten auf dem Truck.

Die Tätigkeit von uns Freiwilligen war dabei Wildtier-Telemetrie. Darunter versteht man das Tracking von Tieren mit Sendern. Dies mussten wir dann immer dokumentieren. Auch visuelle Sichtungen wurden aufgeschrieben. Alle zwei Wochen am Sonntag wurde dann das Camera-Tracking gemacht. Das bedeutet, dass wir die SD-Karten der Kameras, die in der Wildnis angebracht waren, austauschen mussten.

Sonntags und auch manchmal unter der Woche wurde ganz typisch südafrikanisch gegrillt und ums Lagerfeuer herum gesessen.

Highlights

Momente bzw. Erlebnisse während meiner Zeit im Busch, die mir besonders im Gedächtnis geblieben sind, waren zum einen meine beiden Löwensichtungen. Dazu muss man sagen, dass es ganz selten ist, Löwen zu sehen, also ist es etwas ganz Besonderes, innerhalb von zwei Wochen gleich zwei Löwen zu sehen.

Meine erste Löwin habe ich gleich wenige Stunden nach meiner Ankunft gesehen. Mit unserem Gepäck saßen wir hinten auf dem Truck und kamen zufällig an mehreren Löwinnen vorbei. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Der perfekte Einstieg in meine einzigartigen 2 Wochen.

Für den perfekten Abschluss habe ich auch noch zufällig kurz vor meinem Rückflug einen männlichen Löwen gesehen. Das war auch sehr beeindruckend.

Ein weiteres Erlebnis, das mir die Tränen in die Augen getrieben hat, war das Monitoring, also die Überwachung der African Wild Dogs. Wie so oft waren wir früh draußen und die Sonne ist langsam aufgegangen und hat den Himmel rosa gefärbt.

Plötzlich sind die Wild Dogs über die Straße gelaufen, und hektisch haben wir begonnen, sie zu zählen, denn wir mussten überprüfen, ob das Rudel von 16 Hunden vollzählig ist. Die hektische und aktive Art der Tiere hat dies jedoch sehr erschwert.

Irgendwann ist es uns jedoch gelungen, doch wir haben nur 12 gezählt. Die ganze Stimmung war angespannt, weil wir davon ausgegangen sind, dass die Junghunde gestorben sind. Wir haben die anderen Wild Dogs dann weiter überwacht und plötzlich sind die Hunde ganz angespannt geworden und aufgedreht auf die Brücke gelaufen. Schließlich konnten wir auch erkennen, dass die fehlenden vier Junghunde von der anderen Seite des Flusses auf die Brücke gelaufen kamen.

Das ganze Rudel an Wildhunden war dann ein einziger Fellknäuel an glücklichen Hunden, die einander begrüßt haben. Die Erleichterung, dass das Rudel doch komplett ist, war riesig!

Die allerbeste Zeit

Ich könnte hier noch Unmengen weiterer Erlebnisse mit Dir teilen, aber im Endeffekt, muss man das alles selbst erlebt haben. Und genau deswegen kann ich jedem nur eine solche Reise empfehlen!!

Wichtig ist jedoch, wie man sich selbst auf eine solche Reise einlässt und wie man auf die Menschen zugeht. Ist man offen und freundlich, wird einem genau diese Freundlichkeit gespiegelt werden und man wird die allerbeste Zeit haben!

 

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