Hola y buenos días, ich bin Felicitas und betreue bei Experiment e.V. den flexiblen Freiwilligendienst.

Mir geht es wie unseren Teilnehmer*innen: Bunte Bilder gucken und tolle Berichte lesen ist ja schön und gut, aber selber reisen und die Orte sehen, Meer und Sonne fühlen, das Essen schmecken und Neues erfahren, ist doch etwas ganz anderes!

flexibler Freiwilligendienst costa ricaDeshalb ging es los für mich: Ich bin nach Costa Rica gereist und habe dort unsere Partnerorganisation getroffen und mir die Projekte unserer Freiwilligen angeschaut. Was für eine einmalige Reise!

Costa Rica gehört zu unseren wichtigsten und beliebtesten Zielen im flexiblen Freiwilligendienst. Bei dem kleinen zentralamerikanischen Land denken die Menschen an blaue Schmetterlinge, Faultiere, Wasserfälle und „Pura Vida“.

Mit der Partnerorganisation vor Ort verbindet uns eine langjährige, starke und sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Irene und Roxana, unsere beiden Koordinatorinnen, und Diego, der Manager, haben mir in den drei Tagen meines Besuchs bei ihnen so viel gezeigt: Ich habe viele Projekte gesehen, mit unseren aktuellen Freiwilligen gesprochen und gemerkt, wie gut sich das Team vor Ort kümmert.

Die Projekte

Unsere Teilnehmer*innen können im Freiwilligendienst Costa Rica wählen, ob sie gerne soziale Projekte unterstützen, den Schulalltag kennenlernen oder im Umwelt- und Tierschutz mitarbeiten wollen. Die genaue Einrichtung legt dann die Partnerorganisation fest.

Kindergarten & Senioren-Tagespflege

Ich treffe Lisa; sie sitzt, umringt von Kindern, im Kindergarten. Gerade sind sie mit dem Essen fertig. Jetzt wollen am liebsten alle gleichzeitig mit ihr spielen. Es ist schön zu sehen, wie beliebt sie bei den Kindern ist und wie auch mich die Kinder gleich neugierig ansprechen.

Bevor sie im Kindergarten angefangen hat, war Lisa in der Senioren-Tagespflege am anderen Ende des Ortes. Sie hat dort die alten Menschen zu Therapien begleitet und Programme für sie gestaltet.

Nachhilfe & Vorschulunterricht

Wir besuchen ein weiteres soziales Projekt: Es richtet sich an Einwandererfamilien, die im benachbarten Viertel leben und oft mit Problemen und wenig Teilhabe kämpfen.

Die Kinder bekommen im Projekt Nachhilfe oder Vorschulunterricht. Unsere Freiwillige Maya bringt ihnen z. B. erste englische Wörter bei. Außerdem gibt es einen Spielplatz, ein Fußball- und Basketballfeld.

Umwelt- & Wildlife-Projekte

Besonders nachgefragt sind in Costa Rica die Umwelt- und Wildlife-Projekte. Kein Wunder, für die beeindruckende Natur und Tierwelt reisen die Menschen hierher.

In einem Animal Rescue Center führt uns eine Tierärztin herum. Sie weiß zu jedem Tier eine Geschichte: Da ist ein krebskranker Affe, ein verletzter Tapir oder Papageien, die als Haustiere gehalten wurden und erst lernen müssen, sich selbst zu versorgen.

Unsere Freiwillige Sofia zeigt uns, wie sie mit Kollegen das von Supermärkten gespendete Obst und Gemüse kleinschneidet und so das Futter für die Tiere vorbereitet.

In einer Baumschule darf ich selbst mit anpacken und Palmensetzlinge einpflanzen. Das Team beschäftigt sich auch mit alten Sorten, deren Früchte, Blätter oder Holz die Indigenen Costa Ricas vor der Kolonialisierung benutzten und die jetzt teilweise wiederentdeckt werden.

Auch Schmetterlingsgärten gehören zu den Umwelt-Projekten. Unsere Freiwilligen erklären Besucher*innen viel über die Tiere, pflegen die Pflanzen, von denen sich die Tiere ernähren, entfernen auch ihre Fressfeinde und sammeln die Puppen ein, die teilweise an andere Gärten oder auch Zoos verkauft werden.

Schmetterlinge leben je nach Art wenige Wochen oder mehrere Monate, aber ein zweites Leben finden ihre Flügel in wunderschönem Schmuck, der in den Projekten hergestellt und verkauft wird.

Die Betreuung

Der erste Kontakt zur Partnerorganisation besteht meist schon vor der Abreise durch eine WhatsApp-Nachricht. Die Teilnehmer*innen bekommen alle Kontaktdaten mit Infos zu ihren Projekten und der Gastfamilie. Das ist meist vier Wochen vor Start.

Irene oder Roxana holen die Teilnehmer*innen vom Flughafen ab und bringen sie zu ihrer Gastfamilie. Meist sind sie auch am ersten Tag im Projekt dabei und sorgen für einen reibungslosen Start. Gelegentlich organisieren sie Ausflüge, z. B. an die Karibikküste, oder laden zu einer Wanderung in der Umgebung ein.

Während meines Besuchs wurde eine Schülerin krank, sodass Irene dabei half, einen Arzttermin für sie zu vereinbaren. Die beiden erkundigen sich regelmäßig bei unseren Teilnehmer*innen, ob alles in Ordnung ist, und sind bei Problemen immer ansprechbar. Ihre herzliche Art hat mich begeistert und ich weiß unsere Freiwilligen jetzt noch mehr in guten Händen.

In der Gastfamilie

Wir besuchen unsere Schulaustausch-Teilnehmerin Reva in ihrer Gastfamilie. Alle zusammen sitzen wir am Tisch und bekommen lokalen Kaffee und selbstgemachtes Gebäck serviert.

Revas Zimmer ist klein und einfach, das Bad teilt sie sich mit der herzlichen Familie.

Zwischendurch kommt der Gastonkel vorbei und zeigt uns Bilder von der Fahrradtour, die er und Reva zusammen unternommen haben. Irene und Roxana kennen die Familien persönlich. Sie vermitteln, falls es mal Konflikte gibt. Meistens beruhen die übrigens auf sprachlichen Missverständnissen oder kulturellen Unterschieden und können durch gute Kommunikation behoben werden.

Flexibilität gehört natürlich immer dazu, wenn man sich in einen zunächst fremden Familienalltag integriert. Es hilft, sich proaktiv einzubringen. Denn allen ist daran gelegen, dass unsere Teilnehmer*innen eine tolle Zeit in Costa Rica verbringen.

Ein paar besondere Erkenntnisse:

Einige Tage Urlaub habe ich natürlich auch angehängt: Das Autofahren in Costa Rica ist nichts für schwache Nerven, aber man fährt ja auch für die großartige Natur hin. Mein Highlight waren wilde Rote Aras! Der Kaffee schmeckt wirklich gut und das Obst so intensiv!

Das Spanisch, das in Costa Rica gesprochen wird, ist sehr gut zu verstehen, wenn man Castellano gelernt hat, also das Spanisch, das auch die meisten, so wie ich, in der Schule gelernt haben dürften.

Je besser man schon spricht, desto mehr Aufgaben kann man in den Projekten übernehmen. Sich auch sprachlich vorzubereiten, lohnt sich also!

Übrigens kannst Du auch vorab einen Spanischkurs in Palmares belegen. Ich habe Lehrerin Stefanie getroffen: Das im Unterricht Gelernte wendet sie mit Dir direkt an, indem Du zusammen auf einen Markt gehst oder im Café nach den Zutaten der Gerichte fragst. So startest Du fit in den Freiwilligendienst.

Toilettenpapier wird im Mülleimer entsorgt, nicht weggespült. Ja, das ist gewöhnungsbedürftig, aber nach ein paar Tagen hat man das drin.

In der zweiten Jahreshälfte ist Regenzeit in Costa Rica. Dann gibt es immer wieder kurze, heftige Schauer. Aber außer auf den hohen Bergen ist es das ganze Jahr durchgängig warm in diesem Tropenparadies.

 

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