Als Austauschschülerin in Deutschland – Carolyn erzählt von ihren Erfahrungen
Carolyn ist mit dem CBYX/PPP-Programm ein Jahr als Austauschschülerin in Deutschland und lebt dabei in einer Gastfamilie. Sie erzählt Dir hier von ihren persönlichen Erfahrungen und kulturellen Unterschieden.
Wie alles begann
Meine Austausch-Erfahrung begann vor drei Jahren, als ich erfuhr, dass meine Großmutter eine Austauschstudentin, die in der U.S.-Hauptstadt arbeiten sollte, aufnahm. Ich war mir nicht sicher, was ich erwarten sollte, aber trotzdem war ich aufgeregt, sie kennenzulernen.
Bald hatte ich eine der einfühlsamsten, fürsorglichsten und verständnisvollsten Personen, die ich je kennengelernt habe, getroffen. Wir haben zusammen gelacht, zusammen in unseren Schlafanzügen getanzt, sind lange aufgeblieben und wir haben sogar beim Kochen gesungen und dabei Holzlöffel als Mikrofone verwendet.
4 weitere Gastgeschwister
In den nächsten paar Jahren, haben wir vier weitere Austauschstudent*innen aufgenommen, und jede*r von ihnen war genauso sympathisch und einnehmend. Ohne sie, wäre ich heute nicht, wie ich bin. Sie waren die Menschen, die mich ermutigt haben, einen Austausch zu machen.
Mein Auslandsjahr in Deutschland beginnt
Ich war nervös, ins Ausland zu gehen, aber die Unterstützung von meinen Gastgeschwistern und den anderen Bewerber*innen vom Programm hat mich dazu bewegt, teilzunehmen.
Diese Nervosität war jedoch verschwunden, als ich meine Gasteltern auf dem Bahnsteig sah, wo sie lächelten und Schilder mit meinem Namen hochhielten.
Es hat zwar etwas Anpassung gebraucht, um mit neuen Leuten zusammenzuwohnen, aber ich bin wirklich dankbar, sie meine Gastfamilie nennen zu können.
Sie unterstützen mich und ich kann sie nach allem fragen, um mich in einem neuen Land und einer neuen Schule zurechtzufinden. Zusammen lachen wir, gehen spazieren, spielen Spiele, und meine Gastschwester und ich singen beim Abendessen oder kochen (oder auch verbrennen) gemeinsam unsere Lieblingslieder.
Ich fühle mich bei ihnen zu Hause. Dies ist mir unglaublich wichtig, da ich so viel Zeit damit verbringe, neue Dinge zu erleben.
Andere Kulturen
Wir haben alle sowohl mehr über die deutsche als auch über die amerikanische Kultur gelernt. Dadurch habe ich meine eigene Meinung von mir als Person und von meinem Land weiterentwickelt. Es ist überraschend, wie die amerikanische Kultur die deutsche beeinflusst, und wie ähnlich wir, insbesondere die Jugendkulturen, sind.
Zusätzlich finde ich es interessant, Fragen über amerikanische Stereotypen zu beantworten, weil es für mich schwierig ist, auf alle Gruppen und ihre Sichtweisen in einem einzigen Land einzugehen.
Kulturelle Unterschiede sind mir auch innerhalb Deutschlands aufgefallen, zum Beispiel, wenn eine Freundin schreit “Rotgänger, Totgänger” und die andere Freundin die Straße überquert, ohne auf die Ampel zu gucken.
Wieso ich mich für Deutschland entschied
Ich bin ursprünglich nach Deutschland gereist, weil dieses Land so viele einzigartige und aufregende Sachen hat – Burgruinen, wunderbares frisches Brot und Alpenlandschaften, zum Beispiel.
Deutschland schien auch wichtig für mein Weltverständnis, weil es in der globalen Politik und Wirtschaft eine Führungskraft ist.
Von einem kulturellen Standpunkt, haben die Traditionen und die Geschichte eine große Rolle bei der Gestaltung der modernen Welt gespielt, insbesondere da ich aus einem jungen Land, das von Einwander*innen gebaut wurde, stamme.
Lieblingsmomente
Trotzdem: Meine besten Momente sind mit meinen Freund*innen und meiner Familie entstanden. Es fühlt sich unmöglich an, einen Lieblingsmoment auszusuchen, weil es so viele kleine Sachen gibt, die mir jeden Tag Freude machen.
Auf dem Gipfel eines Berges am Neujahrstag nachdenken, einen Müllsack tragen und Hügel hinunterrutschen oder sich in München verlaufen – all diese Momente, sowohl gute als auch schlechte, machen meine Tage einzigartig. Ich hoffe, dass ich für den Rest meines Austauschs weiterhin spontan sein und Neues entdecken kann.
Neue Erfahrungen
Meine Zeit im Ausland hat meine Sichtweise auf die Weltpolitik, Amerika, Deutschland und mich selbst grundlegend verändert.
Ich habe gelernt, proaktiv zu sein und Pläne zu schmieden, die ich verwirklichen möchte, anstatt darauf zu warten, dass andere mich unterstützen oder mitmachen.
Ich fühle mich wohler dabei, Dinge alleine zu tun, und ich verstehe und schätze meine Bedürfnisse und Meinungen mehr.
Seit ich in ein anderes Land mit einer neuen Sprache gezogen bin, scheinen mir Dinge leichter erreichbar zu sein, und ich erwäge Möglichkeiten, die ich zuvor nicht in Betracht gezogen hätte.
Anfang dieses Jahres bin ich Skifahren gegangen und habe mich dabei völlig blamiert. Mein Kopf lag mit dem Gesicht nach unten auf der Piste, meine Skibrille, meine Skistöcke und meine Skier waren weg, und ein Österreicher fuhr sogar auf mich zu, sagte „Boooaaaahhh“ und fuhr dann weiter. Erfahrungen wie diese, bei denen ich mir überlegen musste, was ich als Nächstes tun sollte, haben mich selbstständiger, kreativer und gelassener in neuen Situationen gemacht.
Das wird sich auch nach meinem Austausch auf mein Leben auswirken, da ich nun weiß, dass ich neue Erfahrungen suchen und meine Umgebung auf eine Weise nutzen kann, an die ich vorher nicht gedacht hätte.
Einmalige Momente
Als Gastfamilie und Austauschschülerin habe ich so viele einmalige Momente erlebt, und alles, was man dafür tun muss, ist, sich darauf einzulassen, neue Dinge auszuprobieren und seine Tür für neue Menschen zu öffnen.

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