Schüleraustausch in Norwegen – Ein typischer Tag
Im Schüleraustausch in Norwegen sammelt Luisa viele spannende Erfahrungen. Von einem typischen Tag in Norwegen berichtet sie Dir hier.
Das Leben auf einer norwegischen Insel
Ich lebe jetzt seit einem halben Jahr auf Bømlo, einer kleinen Insel im Westen Norwegens. Es regnet sehr viel auf der Insel, aber die Natur ist sehr schön.
Ich wohne hier in einer Gastfamilie, die aus meinen Gasteltern und meinen 2 Gastgeschwistern besteht. Die sind 16 und 19 Jahre alt.
Mein Alltag hier ist ganz anders als in Deutschland, und in diesem Bericht möchte ich ihn Dir etwas genauer beschreiben.
Ein typischer Donnerstag
Ein typischer Donnerstag beginnt für mich um 6:30 Uhr. Ein gemeinsames Frühstück mit der ganzen Familie gibt es bei uns morgens nicht, da meine Gastmutter schon sehr früh im Kindergarten arbeitet. Mein Gastvater ist Seemann. Das ist ein sehr typischer Beruf hier in Norwegen. Er ist immer fünf Wochen am Stück auf der ganzen Welt unterwegs, meistens in Afrika oder Südasien, aber dafür ist er dann auch fünf Wochen lang zu Hause.
Zur Schule laufe ich eine halbe Stunde, da ich etwas außerhalb des Zentrums von Svortland wohne, wo sich meine Schule befindet. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es hier kaum, ganz anders als ich das aus Deutschland kenne. Meistens kann ich bei einer anderen deutschen Gastschülerin und ihren Gasteltern mitfahren, aber an zwei Tagen in der Woche gehe ich zu Fuß. Das macht mir aber nichts aus, weil die Natur so schön ist, und morgens gibt es hier auch nicht so viel Verkehr.
Schule in Norwegen
In der Schule angekommen, gibt es erstmal kostenloses Frühstück (Brot mit Belag oder Grøt). Man darf das Frühstück auch mit in den Unterricht nehmen, was ich sehr gut finde, da manche Schüler*innen erst sehr spät in der Schule ankommen und nicht so viel Zeit haben, vorher zu essen.
Auch die Handyregeln sind viel lockerer als an meiner alten Schule in Deutschland. Man sollte zwar nicht mitten im Unterricht am Handy sein, aber in den Pausen darf man es immer benutzen.
Der Schultag dauert bis 15 Uhr. Man hat meistens 4 verschiedene Fächer an einem Tag. Hier dauert eine Schulstunde 1 Stunde und 15 Minuten und somit dauern Doppelstunden 2,5 Stunden, was manchmal sehr anstrengend sein kann, da es ja alles auf Norwegisch ist.
Ich besuche den „Studie“-Zweig (vergleichbar mit dem Gymnasium) und habe mich für „Samfunnsfag“ entschieden, also den Fokus auf Sprachen und Gesellschaftswissenschaften.
Man kann hier nämlich auch „Realfag“ wählen, was den Fokus auf Naturwissenschaften legt. Damit kann man dann später alles studieren, was man möchte, aber Naturwissenschaften liegen mir persönlich nicht so, deshalb habe ich „Samfunnsfag“ gewählt.
Obwohl ich direkt in die 12. Klasse gesteckt wurde (weil Deutschland im Stoff schon weiter ist als Norwegen), komme ich gut mit. Das Schulsystem hier ist insgesamt viel entspannter: Es gibt kaum Hausaufgaben. Wenn es welche gibt, muss man diese aber auf der Schulwebsite hochladen. Die Prüfungen sind auch viel besser über das Jahr verteilt als in Deutschland.
Nachmittag
Nach der Schule laufe ich entweder direkt nach Hause, oder ich gehe mit Freund*innen in die Stadt shoppen, oder ins Café, oder wir lernen für Examen in der Bücherei.
Gegen 16 Uhr gibt es dann „Middag“. Das ist in Norwegen die letzte richtige warme Mahlzeit des Tages. Wir essen aber nicht alle zusammen, da wir alle zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause kommen. Anders als in Deutschland, isst meine Gastfamilie auch gerne mal auf dem Sofa, nicht am Tisch. 🙂
Abend
Um 18 Uhr fahre ich mit meiner Gastmutter zum Spinning ins Gym. Das ist ein Kurs, den ich jeden Donnerstag besuche, und meine Gastmutter leitet ihn selbst. Es sind circa 15 Leute dabei, viele Erwachsene, aber auch Teenager*innen. Wir machen 30 Minuten Spinning und danach 30 Minuten Krafttraining. Es macht sehr viel Spaß.
Nach dem Sport essen wir nochmal entweder das, was vom “Middag” übrig geblieben ist, oder jede*r kann sich individuell noch etwas zu essen machen. Dann schauen wir meistens etwas im Fernsehen mit der ganzen Familie. Um ca. 22 Uhr gehe ich meistens schlafen.
Fazit
Was ich bisher gelernt habe, ist, dass man Dinge nicht ändern kann, aber seine Einstellung dazu. Es läuft hier nicht immer alles nach Plan. Zum Beispiel mit dem Wetter oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Das hat mich anfangs sehr gestört, aber man gewöhnt sich nach einer Zeit dran und muss einfach das Beste draus machen.
Außerdem wird man auch viel selbstständiger im Auslandsjahr, da man jetzt komplett auf sich selbst gestellt ist und Sachen, die vielleicht früher die Eltern für einen gemacht haben, muss man jetzt selber machen. Jetzt weiß ich, dass ich auch in einer fremden Umgebung sehr gut alleine klarkomme.

Kennst Du schon Austauschzeit, unseren Podcast aus der Welt? Folge uns außerdem auf Instagram und TikTok, um nichts zu verpassen!
Weitere Beiträge aus dieser Kategorie
Carousel items
Mein Experiment Newsletter
Stay up to Date
Bleib informiert und verpasse keine Neuigkeiten, Angebote, Inspirationen und Gewinnspiele von Experiment. Wir verschicken alle zwei Monate unseren Newsletter, den Du jederzeit wieder abbestellen kannst.


