Im Schüleraustausch in Belgien hat Joschua viele spannende Erfahrungen gesammelt, die er in diesem Erfahrungsbericht mit Dir teilt.

Schüleraustausch in Belgien6 Monate in Belgien

Hi! Ich bin Joschua und habe sechs wunderbare Monate in Belgien als Austauschschüler verbracht. Genauer gesagt war ich in der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Es ist eine wunderschöne, interessante und kulturreiche Stadt, die ich in diesem halben Jahr sehr in mein Herz geschlossen habe und die ich heute als meine zweite Heimat betrachte.

Gastfamilie und Sprache

Ich habe bei meiner Gastfamilie gewohnt, die aus meinen Gasteltern, zwei Gastschwestern und einem kleinen Hund bestand. Sie lebten im wunderschönen Stadtteil Ixelles. Schon vom ersten Tag an wurde ich herzlich aufgenommen und fühlte mich schnell als Teil der Familie.

Zu Hause wurde ausschließlich Französisch gesprochen. Obwohl ich die Sprache bereits in der Schule gelernt hatte, war es anfangs eine große Herausforderung, sie den ganzen Tag sprechen und verstehen zu müssen. Nach einigen Monaten fühlte ich mich jedoch immer sicherer und konnte mich problemlos mit meiner Gastfamilie und meinen Freund*innen unterhalten.

Schule und Freund*innen

Auch in der Schule fand der Unterricht größtenteils auf Französisch statt – mit Ausnahme des Niederländisch- und Englischunterrichts.

Ich besuchte eine Schule mit einer besonderen Pädagogik, der sogenannten „Pédagogie Active“. Dort lernen viele Schülerinnen und Schüler, die Schwierigkeiten mit dem klassischen Schulsystem haben oder auf andere Weise besser lernen. Für mich war das eine sehr spannende Erfahrung, da ich in Deutschland ein traditionelles humanistisches Gymnasium besuche.

Die Schülerinnen und Schüler kamen aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten und viele verschiedene Nationalitäten waren vertreten. Dadurch entstand ein sehr vielfältiges und offenes Umfeld.

Am Anfang fiel es mir nicht leicht, Freund*innen zu finden, da nur selten jemand von sich aus auf neue Mitschüler*innen zuging. Nach den ersten Wochen lernte ich jedoch meine ersten Freund*innen kennen, mit denen ich viel unternahm und meine Pausen verbrachte.

Brüssel und Belgien

Wie ich bereits erwähnt habe, lebte ich in Brüssel. Die Stadt ist von der flämischen Region Flandern umgeben, gehört jedoch selbst zu einer eigenen Region und ist offiziell zweisprachig. In Brüssel sind sowohl Französisch als auch Niederländisch Amtssprachen, auch wenn im Alltag überwiegend Französisch gesprochen wird.

Belgien besteht insgesamt aus drei Regionen: Flandern im Norden, wo hauptsächlich Niederländisch gesprochen wird, der Wallonie im Süden, in der Französisch gesprochen wird, und der Region Brüssel-Hauptstadt. Im Osten der Wallonie gibt es außerdem eine kleine deutschsprachige Gemeinschaft. Deshalb hat Belgien insgesamt drei Amtssprachen: Französisch, Niederländisch und Deutsch.

Diese sprachliche und kulturelle Vielfalt macht Belgien zu einem ganz besonderen Land. Obwohl die Regionen geografisch nah beieinander liegen, unterscheiden sie sich in ihrer Geschichte, Kultur und Sprache deutlich voneinander.

Während meines Austauschs in Brüssel konnte ich erleben, wie selbstverständlich viele Belgier*innen zwischen mehreren Sprachen wechseln und wie wichtig Mehrsprachigkeit im Alltag ist. Zum Beispiel bei der Ticketkontrolle im Zug. Gerade diese Vielfalt hat mich besonders beeindruckt.

Gent, Brügge und Antwerpen

Während meines Austauschs hatte ich außerdem die Möglichkeit, viele weitere Städte in Belgien kennenzulernen. Besonders beeindruckt haben mich Gent, Brügge und Antwerpen.

Gent verbindet eine wunderschöne historische Altstadt mit einer lebendigen Studentenatmosphäre.

Brügge wirkte mit seinen mittelalterlichen Häusern wie eine Stadt aus einem Märchen.

Antwerpen hat mich durch seine moderne Seite, den großen Hafen und seine bekannte Modeszene fasziniert. An jeder Ecke findet man irgendwelche interessanten Kleidungsläden.

Auch Städte wie Lüttich oder Namur haben ihren ganz eigenen Charakter und zeigen, wie abwechslungsreich Belgien trotz seiner vergleichsweise kleinen Fläche ist.

Kulturelles Angebot

Besonders begeistert hat mich das kulturelle Angebot in Brüssel. Fast jedes Wochenende fanden irgendwo Straßenfeste, Märkte, Konzerte oder Festivals statt. Die Stadt bietet eine große Auswahl an Museen, Theatern und historischen Sehenswürdigkeiten.

Der Grand-Place mit seinen prachtvollen Gebäuden zählt für mich zu den schönsten Plätzen Europas.

Ebenso beeindruckend sind das Atomium oder das Europäische Parlament, das Brüssel zu einer der wichtigsten politischen Städte Europas macht.

Durch die vielen internationalen Organisationen und die Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern herrscht in der Stadt eine einzigartige Atmosphäre. Auf den Straßen hört man nicht nur Französisch und Niederländisch, sondern auch Englisch und viele weitere Sprachen.

Im Viertel Ixelles, wo ich gewohnt habe, gab es außerdem eine Menge Botschaften, was eine sehr internationale Atmosphäre geschaffen hat.

Natürlich durfte auch die belgische Esskultur nicht fehlen. 🙂 Belgische Waffeln, Pommes und Schokolade gehören zu den bekanntesten Spezialitäten des Landes und ich konnte während meines Aufenthalts viele verschiedene Varianten probieren.

Besonders schön war es, gemeinsam mit meiner Gastfamilie oder meinen Freund*innen über Märkte zu schlendern, kleine Cafés zu besuchen oder neue Restaurants auszuprobieren. Essen war oft ein Anlass, gemeinsam Zeit zu verbringen und die belgische Kultur noch besser kennenzulernen.

Fazit

Mein Austausch hat mich nicht nur sprachlich weitergebracht, sondern auch persönlich geprägt.

Ich habe gelernt, selbstständiger zu werden, offen auf neue Menschen zuzugehen und mich in einer völlig neuen Umgebung zurechtzufinden. Ich habe Freundschaften geschlossen, viele unvergessliche Erinnerungen gesammelt und eine Kultur kennengelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen ist.

Belgien und besonders Brüssel werden deshalb für mich immer eine zweite Heimat bleiben. Ich hoffe sehr, dass ich meine Gastfamilie und meine Freund*innen noch oft besuchen kann und immer wieder in dieses besondere Land zurückkehren werde.

 

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