Sustainability in Island – Erfahrungen aus 2 Projekten
Claudia setzte sich für Sustainability in Island in zwei unterschiedlichen Projekten ein. Von diesen Projekten erzählt sie Dir in diesem Bericht.
Die ersten Tage
Am Montagabend kam ich am Flughafen in Keflavík an. Von dort ging es mit dem Flybus erst nach Reykjavík und dann weiter zur „Farm“, etwas außerhalb der Stadt. Dort lernte ich bereits einige der anderen Freiwilligen kennen, die auch neu in Island angekommen waren.
Am nächsten Tag ging es bei regnerischem Wetter auf die „Golden-Circle“-Tour, bei der wir im Hochtemperaturgebiet Haukadalur den Geysir Strokkur ausbrechen sahen, den Wasserfall Gullfoss besichtigten und durch den Nationalpark Þingvellir wanderten.
Mein erstes Projekt
Tags darauf ging es dann zu unseren Projekten. Für mich war das „Brú“, ein einsames Haus an der Ringstraße im Nordwesten des Landes. Der Fokus dieses Projektes liegt darauf, Müll an den Stränden der Region zu sammeln und diesen daheim zu sortieren und dokumentieren.
So lebe ich hier
In Brú wohnen die Freiwilligen und die Camp Leader*innen zusammen in einem langgezogenen Haus, das mit Küche, Esszimmer, Wohnzimmern, einem Kunstraum, mehreren Badezimmern und einer Waschküche ausgestattet ist. Außerdem gibt es im Keller eine Tischtennisplatte und die Möglichkeit, vor dem Haus Volleyball oder Fußball zu spielen.
Die Schlafzimmer sind mit zwei bis vier Betten ausgestattet, allerdings waren wir in den zwei Wochen, die ich in Brú verbrachte, nur zwischen 15 und 20 Personen im Haus, sodass einige der Freiwilligen, darunter auch ich, ihr eigenes kleines Zimmer beziehen konnten.
Ein typischer Tag
Die Tage in Brú sahen meistens wie folgt aus:
Vormittags fuhren wir mit dem Auto für ca. 2 Stunden an einen der Strände der Region und sammelten dort allen angespülten Müll, den wir finden konnten, oder bis unsere Tüten und der Kofferraum voll waren.
An einem Strand wollte ich ein Stück Seil aus dem Sand ziehen, welches sich dann aber als riesiges Fischernetz entpuppte. Also buddelten zwei andere Freiwillige und ich das Netz eineinhalb Stunden lang aus.
Dann ging es zum Mittagessen wieder zurück zum Haus und nachmittags wurde der gesammelte Müll in der Garage sortiert. Größere Plastikteile wurden von kleineren getrennt, wobei die vielen gefundenen Flaschendeckel eine eigene Kategorie bildeten.
Der gefundene Müll bestand außerdem oft aus Styropor, ganzen Fischernetzen oder Teilen davon, Plastikschnüren und Metallteilen. Nachdem der Müll fertig sortiert war, stand uns der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Oft wurden dann Schach oder Kartenspiele gespielt oder im Kunstraum gemalt.
Damit jeden Mittag und Abend Essen auf dem Tisch stand und das Haus sauber blieb, wurde von den Camp Leader*innen ein Plan mit Aufgaben erstellt. Die Mahlzeiten wurden immer von zwei Personen zubereitet, um den Abwasch kümmerten sich jeweils zwei andere Personen. Außerdem backte jeden Abend eine Person Brot für den nächsten Tag. Einmal in der Woche wurden alle gemeinschaftlich genutzten Räume geputzt.
Da wir das Auto in Brú leider ein paar Tage nicht nutzen und deshalb nicht an einen Strand fahren konnten, machten die Camp Leader*innen einige Workshops, u. a. zu Island, den Meeren, zum Klimawandel und Upcycling-Art.
Ausflüge
Neben der Arbeit unternahmen wir auch einige Ausflüge. Es gab z. B. eine Exkursion zur Snæfellsnes-Halbinsel, bei der es Basaltsäulenklippen zu bestaunen gab. Außerdem machten wir gleich in der Nähe des Hauses eine Wanderung, bei der wir an mehreren Wasserfällen vorbeikamen.
Mein zweites Projekt
Dann war meine Zeit in Brú auch schon vorbei und es ging für mich weiter ganz in den Norden in das kleine Örtchen Siglufjörður, auch einfach nur Siglu genannt. Dort arbeiten die Freiwilligen im Wald etwas außerhalb des Ortes sowie im Nachbarort Ólafsfjörður.
Unterkunft
In Siglu wohnten wir in einer Wohnung mitten im Ort über einem kleinen Supermarkt. Statt kleinen Schlafzimmern gab es hier für die Freiwilligen je einen großen Schlafsaal mit bis zu acht Betten. Außerdem gab es einen großen Wohn-, Ess- und Küchenbereich, zwei kleine Schlafzimmer für die Camp Leader*innen, zwei Badezimmer und einen Duschraum.
Mein Tag im zweiten Projekt
Tags darauf ging es dann zu unseren Projekten. Für mich war das „Brú“, ein einsames Haus an der Ringstraße im Nordwesten des Landes. Der Fokus dieses Projektes liegt darauf, Müll an den Stränden der Region zu sammeln und diesen daheim zu sortieren und zu dokumentieren.
Jeden Morgen um 9 Uhr liefen wir (je nach Gehtempo) 20 bis 30 Minuten aus dem Ort hinaus und an Pferden und Schafen vorbei in den Wald südlich des Ortes. Dort hat die isländische Partnerorganisation eine kleine Hütte, in der wir unsere Rucksäcke lassen konnten. Gegen 10 Uhr kam Óli, der Chef des Waldes, und verteilte die Aufgaben für den Tag.
Ein großes Projekt war, den Zaun um den gesamten Wald herum zu reparieren. Wir sammelten herumliegende Äste auf und brachten sie mit Ólis Pickup zu einem riesigen Haufen oberhalb des Waldes, sodass daraus Pellets zum Heizen gemacht werden können. Außerdem fällten wir tote und kranke Bäume, besserten die Pfade durch den Wald mit Hackschnitzeln aus, pflasterten einen Picknickplatz, mähten Gras und pflanzten im neuen Teil des Waldes mit Rut und Kristrún Bäume.
Vormittags arbeiteten wir bis 12 Uhr und machten dann in der Hütte oder bei dem sowieso meist schönen Wetter auch draußen unsere Mittagspause. Das Mittagessen wurde immer am Vorabend von zwei Freiwilligen vorbereitet und in Boxen gefüllt, sodass jeder am Morgen seine Box mitnehmen konnte und sie in der Hütte nur noch zum Aufwärmen in die Mikrowelle stellen musste. Den Rest unserer Mittagspause verbrachten wir mit Uno oder lagen einfach in der Sonne, bevor wir ab 13 Uhr nochmal zwei Stunden arbeiteten.
An einigen Tagen fuhren wir auch mit dem Bus nach Ólafsfjörður. Abfahrt war an diesen Tagen um halb 9. Nach 20 Minuten Busfahrt durch zwei Tunnel kamen wir dann in Ólafsfjörður an, wo schon Annamaria auf uns wartete.
Von 9 bis 13 Uhr arbeiteten wir dann an unterschiedlichen Stellen im Ort und pflanzten Bäume (um), legten mit Steinen Umrandungen um Blumenbeete und um junge Bäume, gruben alte Zaunpfähle aus und befreiten Bäume von Lupinen. Einmal sammelten wir auch Müll am Strand von Ólafsfjörður.
Nach der Arbeit konnte man entweder gleich mit dem Bus zurück nach Siglu fahren, oder aber man ging noch ins Schwimmbad in Ólafsfjörður und entspannte in einem der heißen Becken.
Meine Freizeitgestaltung
In der freien Zeit gab es in Siglu viel zu entdecken. Anfang Juli fand zum Beispiel das Volksmusikfestival mit vielen Konzerten statt. Oder aber man besuchte das Hering-Museum, das Hering-Café, die Bäckerei, die abends zu einer Pizzeria wurde, oder ging zurück in den Wald und setzte sich bei einem kleinen Wasserfall auf eine Bank. Wandern konnte man auch gut, entweder gleich oberhalb des Ortes oder auf der anderen Seite des Fjords zu einem alten Leuchtturm und weiter den Berg hoch zu einem kleinen See.
Daheim spielten wir außerdem viele Kartenspiele und an einem Abend gab es eine von den Camp Leader*innen organisierte „Game Night“.
Abschied
Nach vier Wochen in Siglu war dann leider die Zeit gekommen, mich von Annamaria, Óli, Rut, Kristrún, den Camp Leader*innen und den anderen Freiwilligen zu verabschieden.
Mit dem Bus ging es zurück nach Reykjavík, wo ich mit ein paar anderen Freiwilligen den Nachmittag und Abend nutzte, um die Stadt zu erkunden. Ich verbrachte noch zwei weitere Tage alleine in Reykjavík, bevor es für mich wieder zurück nach Deutschland ging.
Mein Fazit
Ich habe meine Zeit in Island in vollen Zügen genossen! Ich habe das Land kennengelernt, wunderschöne Natur gesehen und viele nette Leute getroffen.
Ich würde dieses Abenteuer sofort wieder machen und werde auf jeden Fall nach Island zurückkommen, nicht zuletzt, um meine gepflanzten Bäume zu besuchen.

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