Samuel aus Hamburg war für einen Schüleraustausch in Kanada und berichtet hier von eisiger Kälte, herzlichen Menschen und seinem Schulalltag im Schüleraustausch in Kanada:

Ich weiß noch genau, wie ich in St. John’s aus dem Flieger gestiegen bin, alles war irgendwie kleiner, kälter und anders als in Hamburg. Am Anfang dachte ich noch: Okay, das wird eine krasse Umstellung. Aber ehrlich gesagt ging das ziemlich schnell.

Schüleraustausch in Kanada Meine Gastfamilie war total nett und wegen meiner zwei kleinen Gastschwestern (6 und 11) war es im Haus ziemlich lebhaft. Wir hatten viel gemeinsame Zeit und ich habe meinen Platz schnell gefunden.

Schüleraustausch in Kanada: Unterricht und ganz viel Musik

Mein Schulalltag sah ungefähr so aus: Unterricht von 9 bis 15 Uhr, montags nach der Schule hatte ich Band. Erst habe ich die Flöte gespielt, später bin ich aufs Glockenspiel gewechselt. Das war ziemlich cool, weil wir auch zwei Auftritte hatten, einmal bei einem großen Event in der Universität und einmal am „Art Day“ in der Schule.

Dort haben wir unser Stück Byzantine Dances von Carol Brittin Chambers gespielt. Ich war ein bisschen nervös, aber im Endeffekt war es einfach schön, Teil von so etwas zu sein.

Nach der Schule bin ich oft mit Freund*innen zu Mary Brown’s oder Tim Hortons gegangen. Da chillt man, isst etwas, redet und lacht. Manchmal sind wir auch in die Mall oder ins Kino gegangen. Nichts Besonderes, aber irgendwie genau das, was das Jahr ausgemacht hat.

Spirit Weeks in Kanada

Richtig cool waren die Spirit Weeks in der Schule. Das war wie eine Mottowoche, jeder Tag hatte ein anderes Thema, und fast alle haben mitgemacht: Disney-Tag, Biker-Tag, Schulfarben-Tag und mehr. Am Ende der Woche durfte man sich für eine Aktivität entscheiden. Ich habe mich für Bowling entschieden, aber die Bälle und Kegel waren kleiner, irgendwie eher wie Kegeln. Trotzdem hat’s Spaß gemacht.

Atemberaubende und faszinierende Erlebnisse

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir auch das Streichquartett Winter Stucke im Majestic Theatre, wo ich zu Weihnachten mit einer Freundin hingegangen bin. Die atemberaubende Musik und die unvergessliche Atmosphäre werde ich nie vergessen.

Und natürlich auch das Whale Watching, wo wir mit dem Boot aufs Meer gefahren sind und uns die Wale angesehen haben. Danach haben wir auf einer kleinen Insel gepicknickt. Das war so ein Moment, in dem man merkt: Jo, ich bin echt am anderen Ende der Welt gerade.

Schüleraustausch in Kanada: Natürlich war nicht alles perfekt

Wenn ich ehrlich bin, war nicht alles perfekt. Ich hätte mir manchmal gewünscht, dass ich auf einer größeren Schule gelandet wäre. Meine hatte nur etwa 300 Schüler*innen. Es war nicht immer leicht, Anschluss zu finden. Und ich wohnte eher außerhalb, nicht direkt im Zentrum. Man kommt zwar mit dem Bus in die Stadt, aber es wäre schon cooler gewesen, näher dran zu sein.

Trotzdem habe ich so viel mitgenommen. Mein Englisch ist besser geworden, ich bin viel selbstständiger geworden und habe gelernt, einfach mal auf Leute zuzugehen oder auch mal nach Hilfe zu fragen, was mir früher eher unangenehm war. Ich habe gemerkt, dass es nicht schlimm ist, wenn mal etwas nicht nach Plan läuft. Man wächst daran.

Schüleraustausch in Kanada und mein Blick auf Deutschland

Und mein Blick auf Deutschland? Der hat sich schon verändert. Ich habe das deutsche Brot und die Bäckereien echt vermisst, sowas gibt es in Kanada einfach nicht. Auch das Stadtleben habe ich vermisst. Kanadier*innen sind unglaublich freundlich, und das werde ich auch vermissen. Gleichzeitig habe ich aber gemerkt, dass ich Hamburg wirklich mag und auch vermisse.

Alles in allem war das Auslandsjahr nicht perfekt, aber echt besonders. Ich habe Erinnerungen gesammelt, die ich nie vergessen werde, und ich bin froh, dass ich den Schritt gemacht habe.

 

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