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Ehrenamtliche bei einer Schulung von Experiment e.V.

Verein

Unser Leitbild

Geschichte

Unser Leitbild

Das folgende Leitbild ergänzt den in §2 der Satzung festgelegten Vereinszweck:

"Als international anerkannte Austauschorganisation vermittelt Experiment e.V. interkulturelle Begegnungen mit Menschen in und aus allen Teilen der Welt.
Unserer Idee verpflichtet, bieten wir für die Vielfalt unserer Teilnehmer vielschichtige Erfahrungen, bei denen das Kennenlernen einer anderen Kultur im Mittelpunkt steht.
Gegenseitiges Verständnis auch über kulturelle Grenzen hinweg zu entwickeln, begreifen wir als zentralen Teil eines lebenslangen Lernprozesses. Unsere haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter begleiten diesen Weg.
Neue Programmideen im Sinne unserer Tradition als älteste Austauschorganisation der Welt aufzugreifen, zeichnet unsere gemeinnützige Arbeit aus.
Wir setzen bei unseren Programmen und bei der Auswahl unserer Partner hohe Qualitätsmaßstäbe, um der Verantwortung gegenüber unseren Teilnehmern gerecht zu werden."


Ergänzend dazu möchten wir folgende Schwerpunkte, die unser Selbstverständnis maßgeblich beeinflussen, vorstellen:

  1. Gemeinnützigkeit
  2. Health & Safety
  3. Nachhaltigkeit

Gemeinnützigkeit

Seit 1952 ist Experiment e.V. als gemeinnnüztig anerkannt. Diese Gemeinnützigkeit bedeutet für uns eine Verpflichtung, der Gesellschaft zu dienen und sie weiter zu entwickekln.


Die Gemeinnützigkeit von Experiment e.V. wird regelmäßig kontrolliert und dokumentiert.

Gemeinnützigkeit bedeutet für uns vor allem Engagement. Bundesweit unterstützen rund 1000 zahlende Mitglieder die Idee von Experiment e.V. Lebendig wird "das Experiment", indem sich immer wieder zahlreiche engagierte Familien bereit erklären, ein Familienmitglied auf Zeit bei sich aufzunehmen. Die rund 600 ehrenamtlichen Mitarbeiter, die im Sinne der interkulturellen Verständigung die Betreuung in den Programmen leisten, sind das Rückgrat des Vereins.

Zu ihrer Koordinierung, Unterstützung und zur Bewältigung administrativer Aufgaben unterhält Experiment e.V. eine Geschäftstelle mit hauptamtlichen Mitarbeitern in Bonn.

Finanzierung

Experiment e.V. finanziert seine Programme aus Teilnehmergebühren, Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Einzelne Programme werden unter anderem durch die EU, den Deutschen Bundestag, das Auswärtige Amt, den Amerikanischen Kongress sowie zahlreiche Stiftungen gefördert.

Spenden

Da wir als gemeinnütziger Verein anerkannt sind, können Sie die an uns gespendeten Beiträge steuerlich absetzen. Für Beiträge bis 50,- Euro verwenden Sie dazu den Überweisungs- bzw. Zahlungsbeleg. Bei Beiträgen über 50,- Euro schicken wir Ihnen automatisch eine Spendenbescheinigung zu..

Spendenkonto:
Experiment e.V.,
Commerzbank AG
KtoNr.272 272 000
BLZ: 370 800 40
IBAN: DE68370800400272272000
BIC: DRESDEFF370


Health & Safety

Die Teilnahme an einem interkulturellen Austauschprogramm ist für alle Beteiligten (Teilnehmende, Gastfamilien, Eltern, lokale Betreuer und Mitarbeitenden von Experiment e.V.) jedes Mal ein großer Schritt. Gemeinsam kümmern wir uns darum, dass die Programmteilnahme positiv verläuft und von gegenseitigem Vertrauen geprägt ist. Dafür arbeiten wir auch seit vielen Jahren an Präventionskonzepten.
Wir möchten keine Ängste schüren, sondern unsere Teilnehmenden, Gastfamilien, Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden für physische und psychische Grenzen sensibilisieren, einen offenen Dialog führen und das Thema nicht als ein Tabu behandeln.
In dem intensiven Kontakt von Menschen verschiedener Herkunft liegt eine große Chance und ein großes Potenzial. Damit alle Beteiligten diese besonderen Erfahrungen machen dürfen, ist es wichtig, dass sie sich selbst einbringen können und in einem sicheren Umfeld agieren.
Auf dieser Seite geben wir dazu einen Überblick der verschiedenen Aktivitäten unseres Vereins


Netzwerk Prävention

Experiment e.V. ist Gründungsmitglied des Arbeitskreises gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (AJA). Die sechs Austauschorganisationen des AJA haben 2006 das Netzwerk Prävention gegen sexualisierte Gewalt gegründet.
Seit der Gründung arbeiten die beteiligten Organisationen in dieser Arbeitsgruppe eng zusammen, um ihre Teilnehmenden bestmöglich vor sexualisierter Gewalt zu schützen und sie vor Abreise bzw. nach ihrer Ankunft vorzubereiten und zu stärken, wenn es zu physischen, sexuellem oder emotionalem Missbrauch und Gewalt kommen sollte. Durch das Netzwerk und den gemeinsamen Erfahrungsaustausch verbessern wir stetig die Präventionsarbeit. Dazu sind wir auch in ständigem Kontakt mit dem „Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs“.
Gemeinsam hat das Netzwerk Prävention u.a. eine Verpflichtungserklärung für Gastfamilien in Deutschland entwickelt, führt Veranstaltungen zur Schulung von Ehrenamtlichen durch und verbessert stetig die Präventionsarbeit und das Netzwerk zum Schutz unserer Teilnehmenden.

Vertrauenspersonen

Hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeitende setzen sich bei Experiment e.V. dafür ein, dieses Thema und seine verschiedenen Facetten proaktiv zu bearbeiten. Als Vertrauenspersonen sind sie gemeinsam für unsere Teilnehmenden und Ehrenamtlichen über eine E-Mail-Adresse zu erreichen, die in unserem Notfallflyer steht.
Die Vertrauenspersonen arbeiten mit dem Netzwerk für psychosoziale Notfallversorgung zusammen und haben viele Kontakte zu weiterführenden Stellen, um für eine weitere Versorgung der Betroffenen zu sorgen.

Notfallflyer und -telefon

Notfälle kann es im Verlauf einer Programmteilnahme immer geben. In unserem Notfallflyer sind alle Ansprechpersonen gebündelt aufgeführt, die unseren Teilnehmenden zur Seite stehen, wenn ein Problem auftritt. Diesen Flyer erhalten alle unsere (Langzeit-)Teilnehmenden und Gastfamilien. Darin befindet sich auch eine praktische Visitenkarte, auf der man seine persönlichen Notfall-Kontakte eintragen und immer bei sich haben kann.
Für akute Notfälle gibt es bei Experiment e.V. ein Notfalltelefon, das rund um die Uhr von einem/r hauptamtlichen Mitarbeiter/in besetzt ist.

Internationaler Austausch

Bei unseren Partnern legen wir großen Wert auf eine proaktive Präventionsarbeit und ein sicheres Netz für unsere Teilnehmenden. Alle hautamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitenden werden gezielt zu diesem Thema fortgebildet. Zudem erhalten alle Teilnehmenden Schulungen und haben Ansprechpersonen vor Ort, die sie während ihres Austauschs betreuen und unabhängig von ihrer Gastfamilie, dem Projekt oder der Schule sind.
Auch international setzt sich Experiment e.V. für dieses Thema ein. Geschäftsführerin Bettina Wiedmann hielt u.a. auf der WETM Konferenz, auf der sich Vertreter der internationalen Austauschbranche treffen, zusammen mit Chris Gould, Experte für den Bereich Health & Safety, einen Vortrag zum Thema „Multicultural safety“. Ihr Fazit: „Meine primäre Motivation war es, diesen Vortrag zu halten, um vielleicht einen kleinen Stein ins Rollen zu bringen. Die Resonanz hat jedoch alle Erwartungen übertroffen und hat mir vor allem auch gezeigt, wie weit wir als Experiment e.V. auf diesem Gebiet bereits sind.“ Der Erfolg des Workshops führte dazu, dass Frau Wiedmann und Herr Gould ihn auch auf der WYSTC (World Youth Student Travel Conference) durchführten.

Code of Good Practice

Auf dem internationalen Treffen der Federation EIL, dessen deutsches Mitglied Experiment e.V. ist, wurde im April 2014 ein „Federation EIL Homestay Code of Good Practice“ eingeführt. Dieser beinhaltet wichtige Präventions- und Schutzmaßnahmen und dient Experiment e.V. und seinen internationalen Partnern als Grundlage für alle Programme, in denen Teilnehmende in Gastfamilien während ihrer Programmteilnahme leben.


Nachhaltigkeit

Viele Programme von Experiment e.V. erfordern die Nutzung von Flugzeugen und anderen Transportmitteln. Wir sind uns den daraus resultierenden ökologischen Folgen bewusst. Die positiven Erfahrungen für die Völkerverständigung und die Intensivierung des weltweiten Zusammenhalts wiegen für uns und unsere Teilnehmenden die ökologischen Folgen weiterhin auf. Ein nachhaltiges Wirtschaften ist für uns trotzdem eine handlungsleitende Maxime. Hier informieren wir über unsere Aktivitäten für nachhaltiges Wirtschaften.


Trees for Travel

Mit unserer südafrikanischen Partnerorganisation Greenpop bieten wir allen Experimentern die Möglichkeit, ihren durch Reisen verursachten CO2 Ausstoß durch das Pflanzen eines Baumes zu "kompensieren". Die Organisation setzt sich für ein stärkeres Umweltbewusstsein im südlichen Afrika ein und kämpft gegen die Entwaldung großer Flächen. Natürlich können auch Reisende spenden, die selber nicht an einem Experiment e.V. Programm teilgenommen haben. Hier steht, wie es geht.

PEFC

Seit 2012 werden alle unsere Broschüren auf PEFC-zertifiziertem Papier gedruckt.
Das Ziel von PEFC ist die Dokumentation der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökonomische, ökologische und soziale Standards. Wer PEFC-zertifizierte Produkte nutzt, zeigt einen verantwortungsvollen Umgang mit nachwachsenden Rohstoffen. Mit dem Einsatz von PEFC-Papieren wird eine nachhaltige Waldwirtschaft sichergestellt und es werden hohe Umweltstandards etabliert. Die GFA-Consulting Group hat uns auf diese Standards hin überprüft und zertifiziert.

Naturstrom

Seit 2011 wird unsere Geschäftsstelle in Bonn mit Strom der Naturstrom AG beliefert. Die Naturstrom AG deckt 100 % unseres Strombedarfs mit Strom aus Erneuerbaren Energien.
Als erster unabhängiger Ökostromanbieter bezieht die Naturstrom AG unseren Strom zum größten Teil aus Wind- und Wasserkraftanlagen in Deutschland. Außerdem fördert naturstrom mit 1 Cent (netto) pro kWh den Ausbau regenerativer Energien.

Nicht jedes Detail ist planbar, wenn Menschen verschiedener Herkunft beschließen, miteinander zu leben. Es bedeutet immer Wagnis – ein Experiment. Ein Experiment für Familie und Teilnehmer.


Geschichte

USA, 1932: Aus Fremden können Freunde werden

Persönlicher Kontakt

Aus diesem Grund gab Donald B. Watt seiner Idee den treffenden Namen Experiment in International Living. Die persönliche Kontaktaufnahme sah Watt als Schlüssel zum gegenseitigen Verständnis der Kulturen. Als Beobachter auf einer Jugendkonferenz des Völkerbundes musste er feststellen, dass die erhoffte Annäherung nicht stattfand, weil sich die Vertreter in ihren nationalen Gruppen isolierten. Ernüchtert heimgekehrt entschloss sich Watt, eine neue Bewegung ins Leben zu rufen.
Mit kleineren Gruppen Gleichgesinnter begann er 1932, Studienreisen nach Frankreich und Deutschland zu organisieren, in deren Mittelpunkt privat arrangierte Familienaufenthalte standen.

Der Gastfamilienaufenthalt: "Homestay"

"Mein Vater dachte, wenn junge Menschen sich gegenseitig kennenlernen, könnte dies eine kleine Verbesserung der angespannten Weltlage darstellen.“, formulierte es Phyllis Ingersoll-Watt, die Tochter von Donald B. Watt, beim 70jährigen Jubiläum von Experiment e.V.
Von Beginn an war Deutschland an der Umsetzung dieser Idee beteiligt. Bereits wenige Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges fanden wieder Gastfamilienaufenthalte in Deutschland statt, und das deutsche Experiment richtete eine internationale Tagung mit Vertretern aus zwölf Partnerländern aus. Der erste Geschäftsführer des deutschen Experiments Walter Gaupp und seine Nachfolgerin Ursula Bartocha sind nur einige Beispiele unter vielen, die durch ihr Engagement und ihre Voraussicht zum Erfolg auf nationaler, sowie internationaler Ebene beigetragen haben.
Seit 1952 ist Experiment e.V. in Deutschland als gemeinnütziger Verein eingetragen.

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Experiment e.V.-Loop

Die Bedeutung des "Loop" in unserem Logo

Der Ursprung des Experiment Symbols, welches wir heute noch in unserem Logo tragen, wurde mit folgenden Worten von Donald B. Watt beschrieben:
Einige Jahre lang habe ich gehofft, eine Figur zu finden, welche das Experiment Symbol werden könnte. Ich weiß selbst nicht, nach was ich eigentlich suchte, als aus einem Stapel staubiger, rostiger Fragmente (in einem Laden in Wien) ein Stück ziemlich hervorstach und meine Aufmerksamkeit erregte. Es war ein schmiedeeisernes Teil, zehn mal fünfzehn Zentimeter groß, welches an eine Bretzel erinnerte. Ich habe es gekauft.

Einige Tage später hielt ich es vor 45 Personen, die am Internationalen Kongress teilnahmen, in die Höhe und fragte. „Spricht das jemanden an?“ Ihre Gesichtsausdrücke reichten von völliger Leere bis hin zu höflicher Ungläubigkeit. Zu meiner Freude sagte eine junge Österreicherin: „Ich glaube es steht für Menschen, die glücklich miteinander leben.“
Später, Bezug nehmend auf ihre Bücher über traditionelle Kunst, rechtfertigte sie ihre Aussage, indem sie sagte, dass diese unendliche Figur für die Unendlichkeit stehen könnte – nicht im mathematischen Sinn der Unendlichkeit aber im Sinn der menschlichen Familie, die unendlich fortbesteht, Generation für Generation. Sie erklärte, dass, wenn man zwei identische Darstellungen dieses Gebildes nebeneinander zeichnet, dies die Idee der Kooperation repräsentiert.
"Dem Design wurde unter Beifall zugestimmt."