New York, ich komme und laufe!

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Carlotta in New York

Vor einem halben Jahr setzte ich mich voller Vorfreude in das Flugzeug in die USA. Ich wollte die amerikanische Kultur, das Land und die Menschen kennenlernen; kurz: mir ein eigenes Bild machen. Endlich würde ich auf mich allein gestellt zu sein, nebenbei meine Sprachkenntnisse verbessern und Neues ausprobieren.

Das bin Ich

Mein Name ist Carlotta und mit 15 Jahren ging ich für fünf Monate nach Kings Park, New York. Kings Park ist auf Long Island ungefähr 40 Minuten von New York City entfernt. Gewohnt habe ich bei der Familie S., in einer Kleinstadt (17.000 Einwohner) im Norden von Long Island. Neben meinen Gasteltern waren da noch meine Gastschwester (15 Jahre) und mein Gastbruder (12 Jahre), sowie zwei Hunde. In meine Familie konnte ich mich gut einleben. Ich war ein Sophomore (10Klässler) in Kings Park High School  und habe direkt im Herbst das Cross Country-Training an der Schule mitgemacht.

Cross Country und Pasta-Party

Schon in meiner ersten Woche in den USA, habe ich mit Cross Country (XC) angefangen. Cross Country ist ein Schulsport der in den Highschools von Ende August bis Ende Oktober trainiert wird. Cross Country ist ein Lauftraining, bei dem man in der Regel 3Miles (= 5 Km) durch freies Gelände läuft. Das können Parkanlagen, Golfplätze oder ähnliches sein. Durch Cross Country konnte ich leicht und schnell Freunde finden. Ich hatte immer sehr viel Spaß mit ihnen.

Jedes Wochenende hatten wir einen Wettkampf und nach der Schule täglich von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr Training. Dieser Sport ist nicht besonders beliebt, derweil man ausdauernd laufen muss, die hügelige Landschaft rauf und runter rennt und es zudem noch ziemlich anstrengend ist. Ich mache in Deutschland Leichtathletik, weswegen es mir zum Glück nicht so schwer fiel. Das Training hat mir immer sehr viel Spaß gemacht, da ich dort meine Freunde sehen konnte. Die meisten meiner Freunde waren nämlich Seniors, weshalb wir keinen gemeinsamen Unterricht zusammen hatten.

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Girls Cross Country

Unser XC Girls Team bestand aus ungefähr 30 Mädchen und war unterteilt in „Varsity, Junior Varsity und freshman“. Ich bin „junior varsity“ gelaufen weil ich anfangs nicht schnell genug für die höchste Leistungsstufe („varsity“) war. Beim Training haben wir uns immer erst eingelaufen, gedehnt und Koordinationsübungen gemacht. Danach liefen wir ungefähr 45 min durch den schulnahen Park. Das hört sich vielleicht ziemlich langweilig an, aber es wurde beim Laufen immer viel geredet und gerne gelacht. Am Besten waren jedoch die Wettkämpfe an den Wochenenden. An den Abenden davor hatten wir stets eine “Pasta Party”, die meistens bei einem Geschwisterpaar stattgefunden hat, die beide im Girls und Boys Cross Country Team waren. Dort haben wir Musik gehört, Lagerfeuer mit Marshmallows gemacht und natürlich Nudeln gegessen. Damit war das Team für den Wettkampf gestärkt. Am nächsten Tag hatten wir unseren Wettkampf und sind früh morgens mit dem Schulbus zu dem 10min. entfernten Park „Sunken Meadow“ gefahren, der eine 5km Strecke hatte. Dort sind wir die meisten unserer Rennen gelaufen und haben lautstark unsere Teammitglieder angefeuert. Oft trug unser Team Medaillen und Pokale nach Hause.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Cross Country Training der beste und schnellste Einstieg in die Amerikanische Kultur (zumindest die Sportkultur), die Menschen (das schließen von Freundschaften) und das Land (tolle Wettkämpfe im weiteren Umkreis von New York) waren. Ich empfehle jedem, direkt mit einer schulischen Leistungssportart zu beginnen. It’s just fun, go for it!

Eure Carlotta

Carlotta verbringt als Stipendiatin von Experiment e.V. ein Schuljahr in den USA.