Halbzeit in Costa Rica

Immer mehr Schüler entscheiden sich dazu, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen. Die meisten denken bei einem Auslandsjahr allerdings eher an die USA, Australien oder England. Dabei wird auch Lateinamerika ein immer beliebteres Ziel für Austauschschüler und so kams dazu, dass Costa Rica meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat.

Schüleraustausch in Costa Rica: Meine Gastfamilie

Schon fünf Monate lebe ich in Costa Rica, genauer gesagt in Vuelta de Jorco, ein kleines Städtchen in den Bergen, nordwestlich von der Hauptstadt San Jose. Um ehrlich zu sein, habe ich nicht gerade direkt an Berge gedacht, als ich mich für Costa Rica entschieden habe und war anfangs etwas skeptisch, als ich meine Gastfamilie und somit auch meine zukünftige Adresse bekommen habe, doch mittlerweile würde ich meinen Wohnort nicht tauschen wollen. Wo man hinsieht, gibt es Berge, von meiner Terrasse aus, aus dem Fenster des Schulbusses, in der Schule selbst und es wird nie langweilig sich einen Moment zu nehmen und die Natur zu bewundern, von der man hier mehr als genug hat.

Außerdem werden hier alle möglichen Früchte geerntet. Mein Gastvater arbeitet sogar auf einer Finca, so dass es uns nie an Früchten fehlt. Neben leckeren Früchten wird ich auch Kaffee angebaut. Ich hatte auch selbst die Möglichkeit mit meiner ganzen Gastfamilie Kaffeebohnen pflücken zu gehen, was ich echt interessant fand. Jetzt weiß ich auch, wie viel Arbeit hinter dem in Costa Rica sehr beliebten Getränk steckt.

Meine Gastfamilie ist super lieb, herzlich und humorvoll. Anfangs war es für mich als Einzelkind neu, auf einmal einen kleinen Bruder (12) und eine große Schwester (20) zu haben, doch es gefällt mir sehr gut. Ich werde den ganzen Trouble nach dem Jahr sicherlich vermissen. Wir lachen sehr viel zusammen, sei es, weil ich wieder irgendein spanisches Word erfunden habe, was nicht existiert, oder weil ich und meine beiden Gastgeschwister uns wegen irgendwelchem Quatsch streiten und wir am Ende einfach nur noch darüber lachen müssen. Meine Gasteltern habe ich auch ins Herz geschlossen. Mit meiner Gastmutter kann ich über fast alles reden und mein Gastvater bringt mich oft zum Lachen, außerdem bringt er immer Früchte für mich und meine Gastgeschwister von der Arbeit mit. Alle gemeinsam gehen wir manchmal meine Gastoma besuchen oder machen uns einen gemütlichen Filmeabend. Ab und zu machen wir auch Ausflüge in der Umgebung. Grundsätzlich ist aber immer etwas im Haus los, da wir sehr oft Besuch bekommen.

Schule in Costa Rica

Das Colegio Técnico Professional Acosta, welches ich besuche, liegt im naheliegenden Städtchen Acosta und ist mit ca. 2000 Schülern recht groß. Da es zu Fuß ziemlich lange dauern würde zur Schule zu kommen, holt mich jeden Morgen um 6.30 Uhr der Schulbus, der wie ein amerikanischer Schulbus aussieht, ab. Ja genau um 6.30 Uhr, der Unterricht beginnt hier nämlich an den meisten Schulen schon um 7.00 Uhr und da ich auf einer technischen Schule bin endet der Unterricht auch spät am Nachmittag, um 16.20 Uhr. Das ist schon viel Zeit die man unter der Woche in der Schule verbringt, aber zum Glück habe ich schnell Freundschaften mit meinen Klassenkameraden geschlossen, sodass es auch Spaß machen kann. Außerdem hat man an einer technischen Schule die Hälfte der Zeit eine Spezialität, die man sich aussuchen kann. Ich habe mir Agrarindustrie ausgesucht, wo wir was über Ernährung und die Lebensmittel- und Farmerindustrie lernen. Dazu gehört auch, ab und zu mal zu kochen oder zu backen. Mit meiner Klasse haben wir schon Torten gebacken, typische Speisen zubereitet und sogar Käse und Wurst gemacht. In meiner Spezialität lerne ich auch die typischen Gerichte, wie Gallo Pinto, Empanadas etc. zuzubereiten, sodass ich das leckere costa-ricanische Essen später auch in Deutschland essen und für meine Freunde und Familie kochen kann.

Wenn ich mich mit meinen Freunden in der Freizeit treffe, machen wir was zu Hause, gehen ins Schwimmbad oder fahren nach San Jose. Ab und zu machen wir auch Ausflüge, wie zu Freizeitpark oder zu einem Vulkan, die immer sehr viel Spaß machen.

Costa Rica: Für Austauschschüler empfehlenswert!

In den fünf Monaten hier habe ich schon viel erlebt und ich freue mich auf die sechs Monate die mich noch hier erwarten. Ich kann Costa Rica an alle zukünftigen Austauschschüler weiterempfehlen. Die herzliche Art der Ticos, wie man hier die Einwohner nennt, und die vielseitige Natur, von Vulkan und Bergen bis zu tropischen Stränden, schaffen eine Atmosphäre die noch nirgendwo anders so erleben durfte.

Kathrin (16) ist Stipendiatin von Experiment e.V.

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Austauschschülerin mit Gastfamilie in Costa Rica