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Gastfamilie Gräf FIS

Unsere chinesisch-italienisch-deutsche Weihnachtszeit 🎄✨

Gastfamilie über Weihnachten

Da wir seit 2009 und ab 2011 mit Experiment e.V. immer wieder Gastkinder für längere und auch kürzere Zeit aufnehmen und daraus viele Freundschaften mit gegenseitigen Besuchen, sogar bis nach China, erfolgt sind, stand auch diese Mal fest, dass wir wieder jemanden aufnehmen wollen. Die Wahl fiel bei meiner Tochter Alina (10) und mir auf Giulia aus Italien. - Und wir hätten es nicht besser treffen können!

Giulia war am Anfang sehr freundlich, aber auch sehr zurückhaltend sodass wir nicht wussten, ob es ihr hier wirklich gefällt oder nicht. Aber das Eis war schnell gebrochen!

Ich kann jedem, der Gasteltern werden möchte, empfehlen in der Eingewöhnungsphase einfach Geduld zu haben, denn die Umstellung und Eingewöhnung dauert einfach seine Zeit. Nach der Eingewöhnung fand Giulia Anschluss in der Schule, gewann gute Freunde und lebte sich hier ein. Auch mein Papa bekam noch eine neue Enkelin!

Das Zusammenleben

Auf meine „große Gast-Tochter“ konnte ich mich immer verlassen. Neben der Schule besuchte die noch 3x die Woche den Deutschkurs und musste viel lernen, beschwerte sich jedoch nie. Wir unternahmen gerne etwas zu dritt, doch wenn ich in den Ferien und nachmittags arbeiten musste, machten Giulia und Alina auch alleine viele gemeinsame Ausflüge. Beide fanden es toll zusammen aufzubrechen und ins Schwimmbad oder ins Sea Life zu gehen.

Die Vorweihnachtszeit

Die Vorweihnachtszeit genossen wir mit viel Plätzchen backen.. ich glaube wir können alle keine Plätzchen mehr sehen. Alle anderen typischen deutschen Bräuche, die in Italien nicht ganz so bekannt sind, kennt Giulia natürlich inzwischen auch. 😆 Ebenso wie unseren Familienbrauch, das gemeinsames aussuchen und fällen des Tannenbaums. Umgekehrt zeigte uns Giulia oft die Unterschiede zur italienischen Kultur.

Uns erreichte in der Zwischenzeit noch eine tolle Nachricht aus China. Wir hatten vor zwei Jahren unsere frühere Gaststudentin in Peking besuchen dürfen und dort Freundschaft mit ihrer besten Freundin geschlossen und nun kam diese für die Weihnachtstage zu uns. Welch große Freude!

Auch Giulias Eltern hatten Alina und mir ein Weihnachtspaket geschickt. Danke für die selbstgemachten und von Herzen kommenden Geschenke sowie der Postkarte, auf der stand, dass dieses Weihnachten für alle speziell sei: Für Giulia, weil sie eine neue Familie gefunden hatte, für ihre Eltern, die darüber sehr glücklich sind und für uns, weil sie hoffen, dass wir eine neue Freundin gefunden haben.

Aber wie sehr sie doch in ihrer Aussage über uns untertrieben hatten: Wir haben ein neues Familienmitglied gefunden!

So erlebten wir eine chinesisch-italienisch-deutsche Weihnachtszeit mit viel Lachen, Zeit füreinander haben und genießen. - Es war das schönste Weihnachtsfest, dass wir seit Jahren hatten!

Der Abschied

Leider geht alles Schöne einmal vorbei. Schon bald wird Giulia uns wieder verlassen müssen und wir sind schon sehr traurig darüber. Bislang war jede Trennung schmerzhaft, weil wir nur wunderbare Gastkinder hatten, aber diesmal wird es besonders schwer. Wir werden ihr Lachen, ihre Sicht auf die Dinge, ihre Hilfsbereitschaft, ihre große Willenskraft und Durchhaltevermögen, ihre Freundlichkeit, Feinfühligkeit und ihre Art, wie sie als große Schwester und Bezugsperson ist oder kurz gesagt SIE vermissen.

Da es Giulia genauso geht, steht schon ganz bald ein Wiedersehen an, auf das wir uns schon sehr freuen!

Denn ganz nach dem Motto:

Die beiden schönsten Dinge sind die Heimat, aus der wir stammen, und die Heimat, nach der wir wandern. (Heinrich Jung-Stilling)

hat Giulia jetzt ein zweites Zuhause in der Ferne!

Liebe Grüße

Alina und Sandra

 

Einen ersten Eindruck unserer zu vermittelnden Studierenden findet Ihr hier oder im Video!