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ESK-Luxemburg-Projekt

Mein Freiwilligendienst bei Faitrade Lëtzebuerg

Hannah magst Du etwas über Dein Projekt erzählen?

Ich arbeite derzeit im Kommunikationsteam von Fairtrade Lëtzebuerg, das heißt ich bin dafür verantwortlich, über das Fairtrade-System und die Arbeit von Fairtrade in verschiedenen Weisen nach außen zu kommunizieren.

Ich plane Posts, Stories und weitere Veröffentlichungen für soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram, designe Visuals oder Teaser für Events und Kampagnen, helfe bei der Aktualisierung der Website, verwalte den Pressespiegel und hatte sogar die Möglichkeit, an einer Pressekonferenz teilzunehmen.

Außerdem unterstützen meine zwei Mitfreiwilligen und ich das Team bei verschiedenen individuellen Projekten. Wir entwickeln beispielsweise gerade gemeinsam einen virtuellen Escape-Room und repräsentieren Fairtrade Lëtzebuerg bei unterschiedlichen externen Veranstaltungen, um die luxemburgische Öffentlichkeit für den fairen Handel zu sensibilisieren.

 

Wie arbeitet Fairtrade? Welche Ziele verfolgen sie und welche Projekte setzen sie um?

Fairtrade hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein alternatives Handelssystem zu den heute üblichen globalen Produktionsketten, in denen Arbeiter*innen und Produzenten*innen in Entwicklungsländern ausgebeutet werden, zu etablieren, indem Produzenten*innen im globalen Süden einen fairen Preis für ihre Produkte erhalten, unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten und die Rechte und das Wohlergehen eines*r jeden Produzenten*in geschützt werden. Darüber hinaus setzt sich Fairtrade dafür ein, Kinderarbeit, Diskriminierung, unzureichenden Zugang zu Bildung und Hygiene etc. zu bekämpfen. Auf internationaler Ebene werden diese Ziele durch die Garantierung der Einhaltung der Fairtrade-Standards, sowie durch spezifische Programme, wie Gender Leadership Schools, Weiterbildungen und weitere diverse lokale Projekte realisiert.

Die NGO Fairtrade Lëtzebuerg engagiert sich dementsprechend dafür dieses Prinzip auf nationaler Ebene in Luxemburg zu repräsentieren.

Um dies zu erreichen, gliedert sich die Arbeit der NGO in verschiedene Aktivitätsbereiche:  Labilisierung und Förderung der luxemburgischen Partner*innen, Interessenvertretung bei politischen Akteur*innen und Sensibilisierung und Aufklärung der Öffentlichkeit über das Fairtrade-Konzept, beispielsweise über Social Media, die Durchführung von Workshops zu verschiedenen Themen in Schulen oder die Organisation verschiedenster lokaler Events wie Wanderungen, Rallyes, Verkostungen, Themenabende oder Webinare.

 

Welche Aufgaben bereiten Dir besondere Freude und warum?

Ich bin sehr zufrieden mit meinem Projekt, da ich mich in meinem Arbeitsumfeld sehr wohl fühle und es sehr schätze, wie ein echtes Teammitglied mit Verantwortung behandelt zu werden, weshalb es fast unmöglich ist, mich zu entscheiden, in welchem meiner Aufgabenbereiche ich am liebsten arbeite.

Besonders im Designbereich habe ich das Gefühl, jede Woche neue Dinge zu lernen und mich persönlich stark weiterzuentwickeln, da ich Zugriff zu verschiedenen Layout- und Designprogrammen habe und so die Möglichkeit bekomme, meine Fähigkeiten und Kompetenzen stetig auszubauen, was die Hoffnungen und Erwartungen erfüllt, die ich an meinen Freiwilligendienst hatte.

 

Wie hast Du Dich für das Projekt entschieden?

Da ich das Konzept von Fairtrade schon immer super fand und meine Familie schon seit längerem beim Einkaufen auf das Fairtrade-Siegel achtet, wusste ich sofort, dass ich mich unbedingt für das Projekt im Kommunikationssektor bei Fairtrade in Luxemburg bewerben musste, als ich von der Stelle erfahren habe!

Weil ich mir zudem nicht sicher war, auf welches Studienfach ich mich festlegen wollte, sah ich in dem Projekt bei Fairtrade die optimale Möglichkeit, weitere Erfahrungen und Kompetenzen in den Bereichen Kommunikation, Kultur und Wirtschaft zu sammeln, in denen ich mir eine Karriere vorstellen konnte, weitere Sprachen zu lernen und neue Menschen zu treffen, die mir eventuell bei der Entscheidung für einen Berufsweg helfen könnten.

Darüber hinaus habe ich mich schon immer für verschiedene Kulturen und Sprachen interessiert, sodass Luxemburg im Herzen Europas mit drei offiziellen Amtssprache und einer überdurchschnittlich multikulturellen Bevölkerung wie das perfekte Ziel für meinen europäischen Freiwilligendienst erschien.

 

Welche Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) werden auf Deinem Projekt erfüllt und sind sie im Büroalltag präsent?

Besonders die Ziele 1, 2, 3, 4, 5, 8, 12 und 13 der nachhaltigen Entwicklung sind explizit in der Mission und Strategie von Fairtrade International verankert, und spielen somit ebenfalls in der alltäglichen Arbeit von Fairtrade Lëtzebuerg eine zentrale Rolle. Durch die Förderung und Verbreitung des Fairtrade-Systems in Luxemburg, wodurch dazu angeregt wird, mehr Fairtrade-Produkte zu kaufen, trägt jede*r Konsument*in schließlich dazu bei, den Produzenten*innen im globalen Süden basierend auf den Fairtrade-Standards zentrale Aspekte wie ein existenzsicherndes Einkommen, hochwertige Bildung, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Gleichberechtigung etc. zu ermöglichen.

Trotzdem werden diese SDGs nicht nur ausschließlich in den Entwicklungsländern, in denen Fairtrade hauptsächlich agiert, priorisiert, sondern auch hier in Luxemburg.

Das Ziel 12 "nachhaltige/r Konsum und Produktion" zielt beispielsweise direkt auf die nachhaltige Beziehung zwischen Produzent*in und Konsument*in ab, wobei Fairtrade Lëtzebuerg als Vermittler zwischen beiden Seiten fungiert und vor Ort dazu anregt, durch den Kauf von Fairtrade-Produkten, die gemäß der nachhaltigen Fairtrade-Standards produziert werden, nachhaltig zu konsumieren.

Außerdem, sind die Ziele 8 und 13 im Büroalltag von Fairtrade Lëtzebuerg ebenfalls von Bedeutung. Durch verantwortungsbewusstes Heizen und sparsame Beleuchtung, sowie die Teilnahme an Solidaritätsaktionen zum International Women's Day, tragen wir im Team zum Beispiel intern persönlich im kleinen Rahmen dazu bei, Energie zu sparen und Gleichberechtigung zu fördern.

 

Warum ist es Dir wichtig, dass Du mit Deiner Arbeit zur nachhaltigen Entwicklung beiträgst?

Ich bin der Meinung, dass sich in unserer heutigen globalisierten Welt jede*r darüber bewusst sein sollte, dass die Ressourcen unserer Erde begrenzt sind und es daher unerlässlich ist, sich Gedanken darüber zu machen, wie man dazu beitragen kann, die Welt so zu gestalten, dass sie auch in Zukunft noch funktioniert, ohne dass wir unseren Lebensstil drastisch ändern müssen. Daher bin ich unglaublich dankbar, in einer Organisation arbeiten zu können, deren Hauptziel es ist genau solch ein alternatives Handelssystem durchzusetzen, welches das Leben von Produzenten*innen am Anfang unserer Lieferketten nachhaltig verbessert. Außerdem halte ich es für selbstverständlich, sich dafür einzusetzen, dass fundamentale Menschenrechte nicht missachtet werden und wir das Schicksal der (Kinder-)Arbeiter*innen nicht einfach hinnehmen, nur damit wir hier in Europa und anderen Industrienationen beispielsweise eine Tafel Schokolade für wenig Geld kaufen können.

 

Mehr zu Hannah's Freiwilligendienst findet Ihr auf ihrem Blog:  www.letzexplore2020.wordpress.com