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Martha Badenhop

„Austausch verbindet.“ / Trotz Corona-Krise war Schüleraustausch eine Bereicherung

 

Eschborn, 3. April 2020 – Martha Badenhop aus Eschborn ist Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programms (PPP), einem gemeinsamen Austauschprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Seit August 2019 lebte sie bei einer Gastfamilie in einem Vorort von Charlotte im Bundesstaat North Carolina und besuchte die örtliche High School. Das Stipendium sollte ihr ein ganzes Schuljahr in den USA ermöglichen. Doch daraus wurde nichts: Aufgrund der Ausbreitung der Corona-Epidemie hat ihre High School seit dem 16. März geschlossen und der Deutsche Bundestag und das Department of State entschieden kurzfristig, das Programm zu beenden – gut drei Monate früher als geplant.

 

Trotz frühzeitiger Rückkehr zieht Martha ein positives Resümee: „Klar wäre ich gerne noch länger bei meiner Gastfamilie geblieben. Aber wichtig ist für mich vor allem, dass ich die Zeit in den USA sehr genossen habe. Ich spreche und denke jetzt fließend Englisch, ich habe viele Herausforderungen gemeistert – wie zum Beispiel in einem Theaterstück auf Englisch die Hauptrolle zu spielen – und ich blicke auf viele schöne Erlebnisse zurück: Ich war mit der PPP-Gruppe in Washington D.C., mit meiner Gastfamilie in Ohio bei den Großeltern, mit Freundinnen in Hawaii und habe in den letzten Monaten viele tolle Menschen kennengelernt. Durch den Austausch bin ich selbstbewusster geworden und weiß jetzt viel mehr, wo ich hin will im Leben. Ich bin sehr dankbar für diese wichtige Zeit.“

 

Die 17-Jährige hatte sich sehr gut eingelebt: „Ich war an einer High School, die perfekt zu mir gepasst hat: Es gab ein großes Angebot in den Bereichen Musik, Kunst und Schauspiel und das habe ich auch genutzt: Ich war im Schulchor, in einer Theatergruppe und im Musical-Club. Im Januar habe ich außerdem mit Fußball angefangen.“ Auch mit ihrer Gastfamilie hat sie sich sehr gut verstanden. Neben ihren Gasteltern hatte sie zwei kleine Gastschwestern und wurde von allen wie ein normales Familienmitglied behandelt. Die Corona-Krise schmälert ihre positiven Erfahrungen nicht: „Wir haben natürlich auch jetzt noch Kontakt und ich möchte sie unbedingt nochmal besuchen – und mich dann auch richtig verabschieden und nicht so überstürzt wie vor zwei Wochen“, so Martha. 

 

Organisiert wurde ihr Aufenthalt von Experiment e.V. Der Verein gehört seit Beginn des PPP vor 36 Jahren zu den durchführenden Austauschorganisationen und betreut jährlich mehr als 500 Jugendliche bei ihrem Schüleraustausch, darunter jeweils auch eine Gruppe von 57 Stipendiatinnen und Stipendiaten des PPP. Einen Abbruch wie in diesem Jahr gab es vorher noch nie. 

 

Über Experiment e.V.

Das Ziel von Experiment e.V. ist seit über 85 Jahren der Austausch zwischen Menschen aller Kulturen, Religionen und Altersgruppen. Experiment e.V. ist gemeinnützig und das deutsche Mitglied von "The Experiment in International Living" (EIL). 2019 reisten 2.372 Teilnehmende mit Experiment e.V. ins Ausland und nach Deutschland. Ein Drittel davon erhielt Stipendien. Kooperationspartner sind u.a. das Auswärtige Amt, die Botschaft der USA, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, der Deutsche Bundestag, das Goethe-Institut und die Stiftung Mercator.