Wie schnell ein halbes Jahr vergeht…! – IJFD 2016 in Thailand

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IJFD in Thailand

Unfassbar, jetzt ist es schon vorbei, mein halbes Jahr im Wildflower Home in Chiang Mai, Thailand. Ich kann es noch gar nicht glauben und will es auch nicht wirklich wahr haben, dass diese wunderbare Zeit nun Vergangenheit ist.

Wir unterstützten die Frauen bei den alltäglichen Arbeiten, arbeiteten auf der Farm, unterrichteten Englisch, machten Yoga bzw. Ballett mit den Frauen und passten viel auf die Kinder auf. Zwischendurch hatten wir immer wieder Schulgruppen aus den USA oder Singapur zu Besuch, denen wir mit den Frauen zusammen Workshops angeboten haben, wie z. B. Buchbinden oder Batiken oder mit denen wir kleinere eigene Projekte durchführten. So strich ich den Zaun des Day Cares neu mit Schülergruppen aus Singapur. Außerdem unternahmen wir zusammen Ausflüge zu Hot Springs, in denen wir Eier kochen konnten, und zum Doi Suthep Tempel, von dem man über ganz Chiang Mai schauen kann und von dem es heißt, dass man nicht wirklich in Chiang Mai angekommen ist, wenn man nicht dort war. Zu Weihnachten haben wir mit den Frauen Teelichter gebastelt und Plätzchen gebacken, woran sie sehr viel Spaß hatten.

Meine Integration in die Gemeinschaft der Frauen verbesserte sich immer mehr mit der Zeit, so dass ein wirklich freundschaftliches Verhältnis entstand und auch die Kinder habe ich sehr in mein Herz geschlossen, weshalb mir der Abschied am Ende sehr schwer fiel. Gerade die drei letzten Monate vergingen sehr schnell, da wir viel gereist sind. Wir mussten wegen der Visa das Land verlassen, weshalb wir einen „Visarun“ nach Vietnam unternahmen, und in unseren dreiwöchigen Weihnachtsferien bereisten wir den Süden Thailands. Es war großartig, auf diese Weise nochmal einen ganz anderen Teil Thailands zu erkunden. Wir waren also viel unterwegs und so verflog die Zeit nur umso schneller.

Von CCT, Cultural Canvas Thailand, fühlte ich mich über den gesamten Zeitraum des Aufenthalts sehr gut betreut. Besonders die regelmäßigen „Familydinner“ am Mittwochabend erzeugten ein familiäres Verhältnis innerhalb der Organisation und trugen sehr dazu bei, dass ich mich so wohl und zuhause in Chiang Mai fühlte.

In den letzten Monaten reichten meine Thaikenntnisse tatsächlich dazu aus, kleine Verhandlungen zu betreiben und sogar ab und zu von einem Händler als fließend sprechend eingeschätzt zu werden, so dass diese dann auf Thai auf mich einredeten und ich tatsächlich den Preis um einiges herunterhandeln konnte. Ansonsten stellte es für mich jedoch auch kein Problem dar, auf Englisch zurechtzukommen.

Ich habe so unglaublich viel mitgenommen aus diesem halben Jahr Freiwilligendienst in Chiang Mai, wofür ich sehr dankbar bin. Mir ist auch bewusst, dass ich selbst wahrscheinlich mehr von meinem Aufenthalt in Thailand bereichert wurde, als ich geben konnte. Doch ich hoffe sehr, dass auch ich etwas zu dem Leben der Frauen und Kinder im Wildflower Home als helfende Hand beisteuern konnte, wenn auch für eine begrenzte Zeit.

Ich habe so viele kulturelle Unterschiede und Gemeinsamkeiten erfahren, die mir auch zum Teil auch erst mit der Zeit so richtig bewusst werden. Ich habe gemerkt, wie gut man trotz großer Sprachbarrieren Freundschaften oder ein gutes Verhältnis einfach durch Körpersprache und Auftreten aufbauen kann und wie viel diese beiden Komponenten ausmachen. Sehr interessant und auffallend finde ich auch die deutlich größere Machtdistanz in Thailand im Vergleich zu Deutschland und dies wirklich zu erleben, was gerade nach dem Tod des Königs sehr zu spüren war. Außerdem habe ich einige meiner persönlichen Grenzen überwunden. Insgesamt habe ich also nicht nur sehr viel über Thailand und Kulturen gelernt und wunderbare Menschen kennengelernt, sondern auch vieles über Deutschland und mich selbst dazugelernt. Insgesamt sehe ich meinen Aufenthalt in Thailand als großen persönlichen Gewinn für mich und ich hoffe, dass das, was ich zurückgeben konnte, auf fruchtbaren Boden fällt.

Sophie