Welcome to Cape Town - The mother city of South Africa

Nach 13 Stunden Flug, knapp 8.900 zurückgelegten Kilometern kam ich vom herbstlichen Deutschland in das frühsommerliche Kapstadt, das für die kommenden 12 Wochen zu meinem Zuhause werden sollte.

Gemeinsam mit Selina und Nina aus der Schweiz, Annika und Sophie aus Deutschland und Daniela aus Mexiko lebte ich bei unseren Gasteltern Elroy und Mary in Retreat, einem Vorort von Kapstadt. Für knapp 12 Wochen unterstützten wir CTEET – Cape Town Environmental Education Trust, der im Rondevlei und False Bay Nature Reserve zwei- bis dreitägige Camps für Pfadfinder, Vereine oder Schulklassen organisiert, um das Bewusstsein und das Wissen von der Natur und der Umgebung in der Gesellschaft zu verändern. Unsere Aufgabe war es den staff von CTEET bei diesen Camps zu unterstützen. Wir übernachteten im Bush Camp und hielten nach Hippos Ausschau, wir beobachteten Vögel und zählten Ameisen, fuhren mit einem Dragonboat auf den See, bastelten mit den Kleinen und bildeten Gruppen mit einem zugehörigen Tanz und Song. Wir bastelten Klamotten aus recycelten Materialien, erklärten spielerisch die Wasserverschmutzung, machten Nachtwanderungen durch das Reservat, halfen bei Hindernisparcours oder bei der Essenszubereitung. Stand mal kein Camp auf dem Plan arbeiteten wir im Office und übernahmen den Telefondienst, fuhren zu den ECO schools und besuchten die Klassen in ihren selbst angelegten Gärten und Gewächshäusern, halfen bei Tagescamps am Strand oder kümmerten uns um die Schlangen im Projekt. Besonders beeindruckt hat mich während meines ganzen Aufenthaltes die Zusammenarbeit mit blinden Kindern und Erwachsenen während eines Camps. Das bedingungslose Vertrauen in uns Betreuer und der Wille Neues zu erfühlen, zu erschmecken oder erreichen war einfach überwältigend.

Ein weiteres großes Projekt war zudem die Renovierung der Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Gelände. Gemeinsam mit Ivan, dem Hausmeister und Mädchen für alles bei CTEET, schmirgelten, schrubbten, strichen und lackierten wir eine Woche lang, um die Zimmer in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Genau rechtzeitig zum Media Day, bei dem sich CTEET allen Sponsoren, Freunden und Förderern präsentieren wollte, waren wir dann auch mit dem Saal und dem Versammlungsraum fertig. Aber wir halfen nicht nur bei CTEET sondern auch in der Kinderkrippe nebenan oder fuhren nach Boulders Beach um dort bei einer Partnerorganisation mit den Pinguinen zu arbeiten.

Aber unser Aufenthalt bestand nicht nur aus Arbeit – an den Wochenenden und freien Tagen machten wir Kapstadt und Umgebung unsicher. Wir rannten bei dem sogenannten colour run an den Sehenswürdigkeiten der Stadt entlang und ließen uns mit Farbbeuteln bewerfen, wir erklommen den Lion's Head bei Nacht und den Tafelberg am Tag. Wir besichtigten die berühmte Gefängnisinsel Robben Island und erlebten eines der vielen Konzerte in den Kirstenbosch botanical gardens. Wir erlebten ein richtiges Hippie Festival am Strand in Muizenberg und ließen uns am Kap der Guten Hoffnung die Frisur zerstrubbeln. Außerdem reisten wir mit dem BAZ BUS an der Garden Route entlang, beobachteten Wale, gingen reiten und lernten in Höhlen lebende spirituelle Aussteiger kennen.

Da wir nicht nur deutsche Freiwillige in der Gastfamilie waren, lernte ich nicht nur die südafrikanische Kultur näher kennen, sondern auch die mexikanische oder die Schweizer Traditionen, die sich doch von den deutschen sehr unterscheiden. Wir bekochten unsere Gasteltern mit traditionellen Gerichten, gingen mit ihnen über das Wochenende am Strand campen oder nahmen mit der ganzen Familie an einem Motto Lauf durch die Innenstadt Kapstadts teil. Wir wurden so für die Zeit unseres Aufenthalts zu einem richtigen Teil der Familie.

Nach kleinen Startschwierigkeiten in Deutschland verkürzte sich mein Aufenthalt zwar von geplanten 6 auf 3 Monate, doch diese Zeit wurde für mich dank meiner Gastfamilie, dem Projekt und nicht zuletzt den anderen fünf Mädels im Haus zu einer unvergesslichen und wundervollen Zeit!

Franziska