Warmherzigkeit und Liebe zum Leben gespürt

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Praktikum in Südafrika

Im Rahmen meines Studiums der Sozialen Arbeit muss ich ein Praktikum absolvieren. Dieses habe ich mit Hilfe von Experiment e.V. in Kapstadt, Südafrika, gemacht.

Bevor ich nach Südafrika geflogen bin, war ich sehr erwartungslos, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte wie das Leben und die Menschen dort sein könnten. Kapstadt ist ein ganz besonderer Fleck Erde und eine sehr lebenswerte Stadt. Man kann innerhalb kurzer Zeit am Meer sitzen und wunderschöne Sonnenuntergänge betrachten, man ist schnell in der Natur und kann sich körperlich herausfordern durch wandern oder Mountainbike fahren, man kann es sich in schönen Cafés gemütlichen machen oder shoppen gehen und abends laden die zahlreichen Bars und Clubs dazu ein, einen Cocktail zu trinken und tanzen zu gehen.

Die Menschen in Südafrika sind sehr herzlich und offen. Während meiner Zeit dort habe ich in einem Haus mit anderen Studenten oder Sprachschülern zusammen gelebt wie in einer großen Wohngemeinschaft. Meine Mitbewohner kamen zum Teil aus Südafrika und zum Teil aus Europa oder arabischen Staaten. Wir waren immer ein gemischter Haufen und hatten eine gute Zeit zusammen.

Mein Praktikum habe ich als Schulsozialarbeiterin in der School of Hope absolviert. Dies ist ein Projekt der Themabiltsha Foundation, die sich für Kinder und Jugendliche und Familien in den Townships oder schwierigeren Gegenden Kapstadt einsetzt. Die School of Hope ist eine High School, an der die Schüler am Ende der zwölften Klasse ihre Matriculation (wie unser Abitur) erhalten und sich damit an Universitäten und Colleges bewerben können. Für viele Schüler ist diese Schule die letzte Chance den Schulabschluss zu machen, da einige vorher die Schule aus verschiedenen Gründen abbrechen musste und sie an der School of Hope wieder aufnehmen. Deshalb ist das Alter der Schüler nicht immer Stufenentsprechend. Im Moment geht die Altersspanne von 14 bis 23 Jahren. In den zehn Wochen, in denen ich an dieser Schule gearbeitet habe, habe ich Berufsberatung mit den Abschlussschülern gemacht, Ausflüge organisiert, Übungen zur Verbesserung der Klassengemeinschaft gemacht, in der Pause mit den Schülern Tischtennis oder Fußball gespielt, die Lehrer unterstützt und Veranstaltungen organisiert. Dabei bin ich von einer Sozialarbeiterin angeleitet worden, bei der ich mich immer wohl gefühlt habe und von der ich viel gelernt habe. Da die Schule eher klein ist, war es sehr familiär und ich konnte guten Kontakt zu meinen Kollegen herstellen, mit denen ich Geburtstage gefeiert habe oder nach der Arbeit noch zusammen gesessen habe. Die Schüler haben es zum Teil „faustdick hinter den Ohren“, aber sie sind mir stets mit Respekt und Interesse begegnet. Ich habe viel mit ihnen gelacht und hatte sehr viel Spaß. Insgesamt hatte ich eine super Zeit an dieser Schule und bin sehr dankbar, dass ich mein Praktikum dort absolvieren durfte.

Neben meinem Praktikum habe ich auch immer wieder die Zeit genutzt, um das Land zu erkunden und neue Dinge auszuprobieren. Ich habe beispielsweise bungee jumping von der höchsten Brücke der Welt gemacht oder bin auf einem Elefanten geritten. Ich habe viel gesehen und ganz unterschiedliche Menschen und Lebenssituation erlebt. Und obwohl es in Südafrika viele Menschen gibt, für die es nicht so einfach ist, habe ich eine Warmherzigkeit und Liebe zum Leben gespürt.

Nach meinen drei Monaten in Südafrika kann ich sagen, dass dieses Land jede Reise wert ist, dass man interessanten Menschen begegnet und wenn man offen und bereit dafür ist eine wunderbare und tolle Zeit erleben kann.

Hannah