Sieben fantastische Monate - als Demi Pair in Neuseeland

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Demi Pair in Neuseeland

Wenn ich könnte, würde ich sofort wieder in den Flieger steigen und bis ans andere Ende der Welt fliegen. Nach sieben fantastischen Monaten in Neuseeland, voller kleiner und großer Abenteuer, fühle ich mich dort nämlich nicht mehr fremd. Stattdessen habe ich meine große Kiwi family und viele andere lieb gewonnene Menschen und Orte, die auf mich warten!

Nachdem ich mich am Hauptbahnhof von Familie und Freunden verabschiedet hatte und endlich alleine im abfahrenden Zug saß, fühlte ich große Erleichterung. Viele Flugstunden später wurde ich in Wellington sehnsüchtig von meiner Gastfamilie erwartet. Meine Sorge, kein gemeinsames Gesprächsthema zu finden, stellte sich sofort als überflüssig heraus, da vor allem das Interesse der Kinder, aber natürlich auch das der Eltern, an mir viel zu groß war. Die Stadt hingegen präsentierte sich nicht gerade von ihrer besten Seite mit dem für Wellington typischen starken Wind und Regen.

Umso größer war meine Begeisterung dann am ersten Wochenende, als meine Gastfamilie mit mir bei strahlendem Sonnenschein einen Ausflug unternahm und ich zum ersten Mal richtig den Pazifik sah. Auf diese Farbenwucht war ich nicht vorbereitet. Meine Gastfamilie hatte große Freude daran, mir ihr Land zu zeigen und wir erlebten noch viele gemeinsame Trips.

Meine Gastkinder, Abbey (9) und Zoe (7) waren sicherlich die beiden Menschen, die meine Zeit als demi pair zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Nach drei teils fordernden, aber auch immer lustigen Stunden am Campbell Institute holte ich nachmittags mit dem Auto die Kinder von der Schule ab. Wenn nicht Schwimmen, Miniball oder Irish Dancing auf dem Stundenplan standen, verbrachten wir unsere Nachmittage häufig mit Ausflügen, Backen oder damit Tänze einzuüben. Da ich jeden Tag viel Zeit mit den Mädchen verbrachte, konnten sie schnell Vertrauen zu mir aufbauen. Dies wurde ihnen auch dadurch erleichtert, dass meine Gasteltern und ich glücklicherweise meine Arbeitsstunden nie gezählt haben.  Auf diese Weise fühlte ich mich wie eine große Schwester, die größere Verantwortung trägt. Dabei wurde ich immer von meinen Gasteltern unterstützt. Jeden Morgen konnte ich mich mit meiner Gastmutter während der Autofahrt zur Schule absprechen und gemeinsam planten wir den Tag.

In der Schule und auch in meinem Stadtteil war es sehr leicht, andere Demipairs, Aupairs und Reisende kennenzulernen. An den Wochenenden verbrachten meine Freunde und ich viel Zeit damit, Wellington und die Umgebung zu erkunden. Die Ferien nutzten wir, um hoch in den Norden und hinunter auf die Südinsel zu reisen.

So viel Glück ich aber auch hatte, es gab selbstverständlich auch anstrengende und herausfordernde Tage. Kinder sind schließlich nicht immer gut gelaunt und leicht zu begeistern, doch in solchen Momenten musste ich mich eben an meine Arbeit erinnern. Im Nachhinein bin sogar dankbar dafür, denn nur an diesen Aufgaben konnte ich richtig wachsen.

Jetzt denke ich gerne und oft an meine neuseeländische Familie und daran, wie ihr Leben wohl weiter geht, wie die Mädchen größer werden und sich andere Demipairs als Familienmitglied bei ihnen willkommen fühlen. Glücklicherweise haben wir noch häufig Kontakt und ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit allen in ein paar Jahren.

Annika