Sechs unvergessliche Monate in Kanada

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Demi Pair in Kanada Weihnachten

Schon seit Jahren träumte ich davon nach Kanada zu reisen - viel Natur, unglaubliche Weite, schöne Städte. Genauso lange wie ich diesen Traum schon hatte, hegte ich den Wunsch nach dem Abitur ins Ausland zu gehen, am liebsten als Au Pair. Als ich mich also bei Experiment e.V. für das Demi Pair Programm in Kanada bewarb, war ich unglaublich glücklich, zwei Träume von mir hoffentlich bald in Erfüllung gehen zu lassen. Auch nach dem Vorbereitungstreffen, das die Vorfreude so sehr gesteigert hat, dass man am liebsten sofort losgeflogen wäre, war die Vorstellung bald ein ganz anderes Leben zu führen, noch sehr fern. Das erste Mal, dass der Traum, ein wenig realer wirkte, war als ich meine Gastfamilie zugeteilt bekam und ihr natürlich umgehend schrieb. Als ich ein paar Stunden später schon die Antwort in meinem E-Mail Fach fand, war ich sehr überrascht und erfreut darüber, dass sich meine Gastmutter die Zeit für eine so ausführliche Antwort genommen hatte.

Bis zu meinem Abflugstag schrieben wir uns immer wieder und so fühlten sie sich auch gar nicht mehr ganz so fremd an als ich ihnen das erste Mal begegnete. Und das war der Zeitpunkt, wo ich zu realisieren begann, dass es nun endlich so weit war. Ich war in Toronto!

Schon bald hieß es auf zur Schule. Am ersten Tag schrieben wir einen Test, um uns in die verschiedenen Lerngruppen einteilen zu können. Dabei lernte ich auch gleich eine Menge neuer, netter Leute aus aller Welt kennen, von denen einige in den nächsten Monaten zu unverzichtbaren Freunden wurden. Nach der Schule war meist kaum Zeit zum ausruhen, denn nach den Hausaufgaben und Präsentationsvorbereitungen, ging dann der anstrengende Teil des Tages erst richtig los. Hausaufgabenhilfe, Spielen, Basteln, Malen, Raufen, Schwimmen, Karate und vieles mehr. Mit meinem kleinen Schützling verstand ich mich vom ersten Tag an sehr gut, auch wenn er auf Grund seines Autismus häufig nicht ganz einfach war.

An den Wochenenden genoss ich meine Freizeit mit meinen Freunden. Wir machten Ausflüge an die Niagarafälle, in die französischen Teile Québec, Ottawa und Montreal, an den Strand, zu Hockeyspielen und begaben uns auf viele weitere Entdeckungstouren in und rund um die Stadt.

War das Wochenende dann wieder wie im Flug vergangen, war es trotzdem nicht allzu schlimm, denn ich freute mich immer wieder über die Möglichkeit in einer so angenehmen, lustigen Atmosphäre meine Englischkenntnisse zu verbessern. Es war ein tolles Gefühl, wenn man von Tag zu Tag bemerkte, dass man sich präziser und flüssiger ausdrücken konnte.

Alles in allem möchte ich die Zeit in Toronto niemals missen, denn ich habe sehr viel dazulernen können. Häufig war es zwar ziemlich schwer, denn meine Gastfamilie hatte doch einen ganz anderen Lebensstil als ich ihn von zuhause gewohnt war, aber um es mit den Worten von Experiment e.V. zu sagen: It´s not good, it´s not bad, it´s just different. Dadurch dass man von einem auf den anderen Tag ein vollständig anderes Leben führt, mit ganz anderen Menschen, einer anderen Kultur, einem neuen Umfeld, wird man offener, toleranter, gelassener und selbstständiger. Solange man das Programm nicht mit der Erwartungshaltung beginnt, dass alles einfach, toll und positiv wird, wird man die Enttäuschungen, die zwangsläufig in einer längeren Zeit im Ausland auftreten werden, gut verkraften und sie für sich später positiv nutzen können.

Zum Abschluss möchte ich nun nur noch allen, die noch zweifeln, den Tipp geben, euren Mut zusammen zu nehmen und auch ein solches oder ähnliches Programm zu machen. Ich freue mich schon jetzt auf meinen nächsten Besuch in meiner zweiten Heimat Toronto, denn die Zeit dort hat mich sehr geprägt, sie ist ein immens wichtiger Teil von mir geworden!

Katharina