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Schüleraustausch Frankreich

Meine Austauscherfahrung in Frankreich

Die Zeit, die ich hier in Frankreich verbringen durfte, werde ich wohl nie vergessen. Diese vier Wochen haben mich in vielerlei Hinsicht völlig bereichert. Neben dem Verbessern der Sprache und das Kennenlernen gänzlich anderer Lebensweisen, war ich vor allem darüber erstaunt, welchen Fortschritt ich persönlich in dieser Zeit gemacht habe. Der erste Tag in der Schule war beispielsweise eine große Herausforderung- alleine in einem fremden Land, mit Leuten, die ich noch gar nicht kenne und eine Sprache, in der ich noch nicht so sicher bin. Ich durfte lernen, mich der Gemeinschaft zuzumuten und zu mir zu stehen, auch, wenn ich möglicherweise nicht alles auf Anhieb verstehe. Meine Mitschüler haben es mir aber wirklich leicht gemacht: Es brauchte keinen ganzen Tag und es gab bereits Menschen, mit denen ich die Pause und den Unterricht verbringen durfte. Überrascht hat mich, wie sehr sich der französische vom deutschen Schulunterricht unterscheidet: Die Aufteilung der Themengebiete unter den Fächer, der generelle Unterrichtsstoff, aber auch Fächer, die ich zuvor gar nicht kannte. So zum Beispiel der Kurs 'SNT' (Science Numérique et Technique). Dort lernte man unter anderem was eigentlich eine IP-Adresse ist, und über welche Wege meine Suchanfrage auf Google bestätigt wird und Suchergebnisse erscheinen. Der Schultag selbst ist ebenfalls viel länger als ich es gewohnt bin. Zu Hause endet die Schule regelmäßig um 14 Uhr; hier in Frankreich verließ ich erst zum späten Nachmittag die Schule. An die Länge habe ich mich aber schnell gewöhnt und im Nachhinein sage ich sogar, dass diese lange Zeit, die wir täglich miteinander verbracht haben, sehr gemeinschaftsfördernd gewesen ist. Ich durfte eine Menge Bekanntschaften machen, die hoffentlich auch noch in Zukunft bleiben.

Mit meiner Gastfamilie durfte ich mich auch sehr glücklich schätzen. Die beiden jungen Eltern hatten vier Kinder und folglich gab es immer einiges zu tun. Entspannung sah zwar anders aus, aber es gab keine bessere Möglichkeit, um mit der Sprache und meinen Mitmenschen vertraut zu werden. Ich wurde förmlich in den Alltag „hineingeschmissen“- und das war gut so, denn so fühlte ich mich auch direkt Teil dieser herzlichen und dennoch wuseligen Familie. Vor allem durch das Spielen mit den Kindern durfte ich lernen, selbstsicherer aufzutreten und meinen Sprachkenntnissen zu vertrauen. Selbst politische Diskussionen und Unterhaltungen über das deutsche und französische Gesundheitssystem konnte ich nach einiger Zeit mir der Mutter führen. Das war zwar sehr herausfordernd, aber auch unheimlich interessant. Da diese Gastfamilie jedoch nach drei Wochen in den Urlaub fuhr, verbrachte ich die letzten Tage bei einem überaus herzlichen Ehepaar auf dem Land. Da hier in Frankreich dann ja auch Ferien waren, konnte ich diese Zeit vollkommen genießen: Wir gingen auf den Markt, haben Städte besichtigt und ich war von dieser Umgebung völlig begeistert. Auch hier durfte ich mich mit meinen Gasteltern über die Politik und über den Zustand Frankreichs unterhalten Wegen dieser ungewohnten „ländlichen Ruhe“, war die Zeit, die ich dort verbringen durfte, wirkliche Entspannung für mich. Ich hatte französische Spezialitäten probiert, die ich so noch gar nicht kannte und völlig neu für mich wären (so zum Beispiel Schnecken, „Punti“, „Farçou“ etc.). Ich durfte also unterschiedlichste Sichtweisen und Meinungen in diesen vier Wochen kennenlernen und lernen, dass (natürlich) nicht alle Franzosen gleich denken, sondern es auch unter ihnen verschiedene Auffassungen bezüglich der Gelbwesten, der Politik Macrons oder Europa gibt.

Es ist denke ich immer ein gutes Zeichen, wenn man sagen kann, dass die verbrachte Zeit wie im Flug verging- und genau das tat sie. Diese herausfordernden und unfassbar bereichernden vier Wochen werde ich wohl nicht mehr vergessen und noch lange davon profitieren. Ich bin froh, diesen Schritt gewagt zu haben.

Euer Nils

 

 

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