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Mein Leben mit meiner spanischen Familie

Ich heiße Leonie und bin 18 Jahre alt. Da ich mich sehr für andere Sprachen und fremde Kulturen interessiere, war für mich klar, dass ich Spanisch als Abiturkurs auf erhöhtem Niveau belegen werde. Folglich wollte ich gerne noch einmal nach Spanien, um meine Sprachkünste zu verbessern, doch wusste ich nicht, dass nicht nur mein Wortschatz wächst, mein Hörverstehen sich signifikant verbessert und mein Spanisch flüssiger wird, sondern dass ich eine spanische Familie finde, bei der ich mich wie zu Hause fühle.

Am 18.07.2020 begann dann endlich meine Reise am Flughafen Hannover; nach einem Zwischenstopp am Flughafen Schiphol in Amsterdam kam ich nachmittags bei 38°C in Madrid an und wurde von einem freundlichen Ehepaar herzlich empfangen. Mit Myriam und Julián, meinen Gasteltern, fuhr ich nach Collado Villalba, einer kleinen Stadt Madrids, in der das Haus mit Garten und Pool steht, in dem ich die nächsten vier Wochen verbrachte. In meinem neuen „spanischen zu Hause“ lernte ich dann die Gastschwester, die beiden Gastbrüder sowie die Katzen und den Hund kennen. Die Familie war nett zu mir und zeigte sich verständnisvoll, wenn ich Probleme hatte, mich auszudrücken.

Ich wurde sofort in das Familienleben eingebunden; so nahm ich teil am Alltäglichen; beim Kochen, beim Einkaufen und beim Gassi gehen, aber kam auch mit auf Ausflüge, wie zum Beispiel nach San Lorenzo de El Escorial oder in die spanische Hauptstadt.

Abends gingen wir oft in Bars, in denen ich den Freunden meiner Gasteltern begegnete, die sich sehr für mich und die deutsche Kultur interessierten. Dort saßen wir bis spät abends und aßen Tapas, ganz typisch spanisch.

Besonders viel Zeit verbrachte ich jedoch mit Carlota, meiner vierzehnjährigen Gastschwester. Trotz des Altersunterschiedes verstanden wir uns hervorragend, vor allem, weil wir viele Interessen teilten; so unterhielten wir uns über Kunst, Musik und Literatur. Schließlich machten wir fast jeden Tag etwas zusammen, doch außerordentlich gut gefiel mir der gemeinsame Besuch des Museo del Prado, des wichtigsten Kunstmuseums Madrids, in dem unter anderem Gemälde von Hieronymus Bosch ausgestellt werden. Ich lernte auch viele ihrer Freunde kennen, mit denen wir viel unternahmen, wie beispielsweise malen und tonen, Spieleabende und Fahrten in die Innenstadt Madrids, um dort essen zu gehen.

Wichtig war mir auch Zeit für mich allein, besonders, da ich eigentlich täglich etwas Schönes mit der Familie unternehmen durfte. So war ich morgens, wenn es „nur“ 27°C waren, joggen oder nachmittags spazieren. Dabei konnte ich viel von der Stadt sehen, aber vor allem die Natur genießen. Das Haus lag direkt am El Estepar, einem Berg, wodurch ich einen großartigen Ausblick hatte.

Mein persönliches Highlight war der Urlaub mit den Gasteltern und Carlota. Wir fuhren nach Lanestosa, ein kleines, 1287 gegründetes Dorf in den Bergen des Baskenlandes. Beim Erkunden der Gegend spazierte ich auf Bergpfaden und wagte mich in Höhlen, die jedoch nach ein paar Metern durch Metallzäune den Spaziergängern den weiteren Zugang versperrten, da auf den Wänden der Höhlen paläolithische Höhlenmalerei gefunden wurde.

Im Dorf wohnten wir im Haus der Schwester meines Gastvaters, die zur selben Zeit mit ihrer Familie dort war. Mit ihnen waren wir auch am Strand von Laredo, doch fuhren meine Gasteltern mit mir auch einmal an den Playa de los Barcos, einen wunderschönen Strand in Kantabrien, dessen malerische Steinformationen einen bleibenden Eindruck bei mir hinterließen.

Ich wurde von allen Spaniern so unglaublich freundlich empfangen und man interessierte sich für mich, sodass ich kein Heimweh hatte und ich mich richtig wohlfühlen konnte. Für das Erlebte bin ich sehr dankbar und kann nicht glauben, dass ich nur vier Wochen mit der Gastfamilie verbrachte, da ich mit ihnen so viel erfahren durfte. In diesen Menschen habe ich meine spanische Familie gefunden und ich weiß, dass ich dort jederzeit herzlich willkommen bin.

Leonie aus Hannover war vom 18.07.2020 bis zum 15.08.2020 in Madrid

 

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