Mein IJFD in Nicaragua 2013/2014

Mein Name ist Gregor und mir wurde das Glück zuteil, einen Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD) mit dem Träger Experiment e.V. nach Nicaragua unternehmen zu dürfen. Dort arbeitete ich im Projekt „Juan Pablo II“ in Granada. Untergebracht war ich in einer Gastfamilie. Im Projekt gab ich Englischunterricht, Mathematikunterricht und spielte mit den Kindern Fußball, die morgens auf eine öffentliche/private Schule gingen und mittags das Projekt besuchten. Ziel der Einrichtung war es, dass die Kinder einen geregelten Tagesablauf verfolgten und zugleich es zu vermeiden galt, dass die Schüler auf „dumme“ Gedanken kommen, während sie mit ihren Freunden auf der Straße sich die Zeit vertreiben würden.

Mein Projektalltag:

Da ich anfangs noch kein Spanisch sprechen konnte, nahm ich die ersten Wochen Spanischunterricht, damit ich mit den Leuten vor Ort kommunizieren konnte. Mein Alltag sah wie folgt aus: Morgens hatte ich Spanischklassen, die von 8-11 Uhr andauerten. Meine Hausaufgaben erledigte ich dann von 11-13 Uhr. Nach der Absolvierung dieser, kehrte ich zu meiner Gastfamilie zurück um Mittag zu essen. Danach machte ich mich auf den 30-35minütigen Fußmarsch zur Schule, an welcher ich von 14 - 17Uhr hauptsächlich Englischunterricht gab. Mein Aufgabengebiet sah ich nicht nur im Lehren, sondern auch im Spielen, und darin, dass ich mir die Probleme der Kinder anhörte und ihnen bei Fragen, die nicht immer auf das englische Fach bezogen waren, so gut wie möglich eine Antwort gab. Somit war auch ein großer Bestandteil der Arbeit, sich Zeit für sie zu nehmen und mit Ihnen auch alltägliche Dinge zu besprechen oder ihnen bei den Schulhausaufgaben zu helfen.

Zur Familie:

Ich lebte in zwei verschiedenen Gastfamilien während meines 6-monatigen Aufenthalts in Nicaragua. Meine erste Gastfamilie, die aus einer 62-Jährigen Gastmutter Guadalupe und einer 26-Jährigen Gastschwester Nayiris bestand, war sehr nett und herzlich. Die Wohnung bestand aus einem Eingangsbereich, der zugleich das Wohnzimmer/Fernsehzimmer darstellte und ungefähr 35qm groß war. Danach kam ein kleiner Essensbereich und direkt nebenan mein Zimmer, das 2 Betten umfasste und ein kleines Tischchen. Nebenan war das Zimmer meiner Gastfamilie, die sich dieses teilten.

Meine zweite Gastfamilie war wohlhabender, was sich schon alleine daran zeigte, dass das Haus viel größer war. Hier hatte ich mein eigenes Bad, sowie einen kleinen Fernseher in meinem Zimmer. Meine Gastmutter war 58 Jahre alt und verkaufte Käse/Creme von zu Hause aus. Sie hatte eine Adoptivtochter, welche Jura studiert hatte und auch den Doktortitel besitzt. Ihr Sohn Franco war 12 Jahre alt und besuchte eine Privatschule.

Partnerorganisation:

Die Partnerorganisation hier vor Ort, die von Henry und Claudia geleitet wird und die gleichzeitig mit Sprachschulen verknüpft ist, ist einwandfrei organisiert. Es ist immer eine Ansprechperson da und man kümmert sich echt liebevoll um das jeweilige Anliegen. Von meiner Seite betrachtet ist man hier also sehr gut aufgehoben und die Ansprechpartner vor Ort verdienen ein kräftiges Lob.

Tipps für die Freiwilligen:

Die heißesten Monate sind Februar, März, April. Von daher würde ich entsprechend meinen Kofferinhalt zusammenstellen. Falls man etwas vergessen sollte, hier kann man eigentlich auch alles einkaufen, erst recht in Managua.

Eine Kopfbedeckung mitzunehmen ist auch sehr ratsam.

Auch Mückenspray würde ich auf jeden Fall mitbringen, da es hier zwar welches zu kaufen gibt, aber dieses löst anscheinend sogar Nagellack auf, was für die Haut nicht unbedingt das Beste sein dürfte.

Ein altes Englischbuch kann ganz nützlich sein, um einen Leitfaden für den Unterricht zu haben.

Macht Euch keine überflüssigen Sorgen, sondern freut Euch auf Eure Zeit, denn sie wird schnell vorbeigehen.

In meinen Augen war der Freiwilligendienst ein voller Erfolg, da ich Einblicke in eine ganz andere Kultur bekommen konnte. Außerdem durfte ich anderen Leuten helfen und durch die ständige Kommunikation verstand ich das Leben in Nicaragua besser.

Ich kann nur jedem Einzelnen von euch sehr stark empfehlen so eine einmalige Chance wahrzunehmen, die euch nicht nur aufzeigen wird, wie andere Menschen leben, sondern euch auch Einblicke in eine andere Sprache, Kultur und Lebensart geben wird.

Gregor