Mein Freiwilligendienst in Guatemala

In den ersten zwei Wochen habe ich in Santa Lucia Milpas Altas in der Nähe von Antigua gewohnt, dort bin ich jeden Morgen in die Sprachschule gegangen. Gemeinsam mit meiner Lehrerin habe ich viel in Antigua unternommen und sie hat mir hilfreiche Tipps für meinen weiteren Aufenthalt gegeben. Auch die Mitarbeiter der Partnerorganisation INLEX/CA haben durch den Orientierungstag und mit ihrer offenen Art das „Einleben“ um vieles erleichtert. Der Alltag in meiner Gastfamilie bestand aus einem Frühstück, meistens mit der Mutter oder dem Vater, einem gemeinsamen Mittagessen und Abendessen. Wenn alle Kinder zu Hause waren und noch die Omas, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins kamen, waren wir eine große Runde. Alle saßen da, wo gerade Platz war und wir haben gemeinsam das gute Essen genossen. An so manchen Tagen bin ich mit meiner Gastmutter und der jüngsten Tochter durch die Umgebung gelaufen und konnte so viele schöne Eindrücke sammeln.

Die Zeit verging wie im Fluge und schon musste ich mich von allen verabschieden. Ich machte mich auf den Weg zu meinem Projekt und meiner neuen Gastfamilie in Tecpán. Dort angekommen merkte ich schnell, dass ich jetzt in einer viel größeren und belebteren Stadt wohnen werde. Ich lernte meine neue Familie kennen und brach sofort mit meinem Gastvater zu einem Spaziergang auf. Es war Markttag und die Stadt wimmelte von Menschen die ihre Waren verkauften. Obwohl es eng und laut war, habe ich mich gleich wohl gefühlt und ich konnte es kaum erwarten, dies alles zu erkunden. Den erwachsenen Sohn und den jungen Mann, der mit mir gemeinsam in dem Projekt arbeitete, lernte ich am Abend kennen.

Mein Projekt, Utz Samaj, hilft Bauern der Umgebung ihr Gemüse mit Hilfe von Gewächshäusern anzubauen. Dies soll die Produktion steigern und dadurch den Familien ein regelmäßiges Einkommen ermöglichen. Am ersten Tag half ich gleich bei der Ernte von Tomaten. Ich pflanzte Gemüse auf dem Feld, besuchte verschiedene Bauern in ihren Gewächshäusern und unterstützte die Organisation im Büro. An den Wochenenden erkundete ich die Sehenswürdigkeiten der Umgebung oder traf mich mit einer anderen Freiwilligen, die ich in den ersten zwei Wochen in der Sprachschule kennengelernt habe. Gemeinsam mit der Familie feierte ich den Unabhängigkeitstag in Guatemala, sie zeigten mir Mayaruinen, wir gingen in die Kirche und sie nahmen mich mit zu Geburtstagen und Erstkommunionen.

Nach sechs Wochen musste ich mich schweren Herzens von meinen Gasteltern verabschieden. In dieser Zeit wurde ich ein richtiges Mitglied der Familie. Sie haben eine Fremde mit so viel Liebe und Wärme aufgenommen, dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Sie hatten immer ein offenes Ohr für mich und haben mir geholfen, wo immer es ging. Noch heute schreiben wir uns und ich bin mir sicher, dass ich eines Tages zurück nach Guatemala kommen werde um diese lieben Menschen zu besuchen.

Mein Fazit

Die Zeit in Guatemala hat mein Leben unendlich bereichert. So viele schöne Erinnerungen, noch heute spüre ich ein Gefühl der Verbundenheit, wenn ich von dieser Zeit spreche. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Freiwilligendienst machen konnte und kann es jedem nur ans Herz legen, dies für sich zu ermöglichen.
Vielen Dank an Experiment e. V., an INLEX/CA, an die Leute aus Tecpán, an meine Gasteltern und an die vielen anderen Menschen, die ich in dieser Zeit kennenlernen durfte.

Carolin