"Das macht reich!" - Gegenbesuch in Côte d’Ivoire vom 26.12.2018 – 8.1.2019

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Über Experiment hatte ich aus unterschiedlichen Programmen im Laufe der Jahre Menschen aus aller Welt bei uns zu Gast. Aus Côte d’Ivoire 3 Deutschlehrer, die an einer Fortbildung des Goethe Instituts in Deutschland teilnahmen und von Experiment e.V. in Gastfamilien vermittelt wurden, und einen Studenten. Der Kontakt zu ihnen riss nicht ab.

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Luise Lahrmann (2.v.r.) mit ihren Freunden in Cote d'Ivoire.

Die Heimat der Gäste kennenlernen

Eine gute Bekannte aus meiner Heimat Stemwede hatte ebenfalls regen Kontakt zu ihrem ehemaligen Gast, ebenfalls ein Deutschlehrer aus Côte d’Ivoire. So entstand der Wunsch, doch einmal deren Heimat zu besuchen und zu schauen, wie unsere Bekannten in ihrer Heimat mit ihren Familien leben und arbeiten.

Nachdem ich 2 Jahre zuvor schon einen ehemaligen Gast in Uganda besuchte, planten wir jetzt 14 Tage in Côte d’Ivoire.

Unsere Freunde – oder schon Familie – erarbeiteten ein vielschichtiges Programm für uns und zeigten uns unterschiedliche Seiten des Alltags. Das waren Einladungen in die Familien, in ein Gymnasium, in einen Kindergarten. Wir hielten uns in Abidjan, der Hauptstadt Yamoussokro mit der höchsten Basilika der Welt und den Städten im Norden Dabakala und Mankono auf. Waren doch unsere Freunde im Land verteilt. Wir übernachteten im Hotel, in einer Residence und privat. Am Straßenrand sahen wir, wie Attiekè aus Maniok hergestellt wurde, in der Savanne gezündelt, damit wieder frisches Gras für die Rinder wächst, und gekonnt die Schlaglöcher umfahren wurden. In Abidjan besuchten wir Freunde und Verwandte im Armenviertel. Im Norden besuchten wir 2 Dörfer, in denen die Uhr noch anders tickt. Dort endet teilweise die Staatsgewalt, dort haben die Dorfältesten das Sagen. Stadtrundfahrten auf dem Motorrad mit Besuch bei zahlreichen Freunden, den heimischen Märkten, Überlandfahrten im Mercedes Sprinter sind unvergessliche Erlebnisse. Wir probierten Reis, Kochbananen, Attiekè (teilweise mit den Fingern), Fisch aus dem Atlantik, Fleisch von Affen und Aguti. Dazu Palmwein und leckere frische Obstsorten. Unvergesslich bleibt auch der Jahreswechsel mit unseren Freunden in Abidjan.

Horizont erweitern

Wir stellten immer wieder fest, wie tolerant, sozial, lebenslustig und freundlich diese Menschen sind. Die Gastfreundschaft beschämte uns beinahe. In Deutschland sind uns viele dieser Werte verloren gegangen.

Diese Reise in eine total andere Kultur verdanke ich Experiment, durch die zahlreichen Gäste aus aller Welt wird mein Horizont und der meiner Familie immens erweitert. Das macht reich!

Luise Lahrmann