IJFD beim Reittherapie-Projekt in Mexiko

Seit drei Monaten bin Ich nun schon in Mexiko. Genauer gesagt befindet sich mein Projekt in Santiago de Querétaro. Dort unterstütze ich ein Reittherapie Projekt im Rahmen des Internationalen Jugendfreiwilligendienst.

Ich habe in diesen drei Monaten schon so viele unheimlich schöne Dinge erlebt und jeder einzelne Tag birgt neue Erlebnisse. Im nachfolgenden möchte ich von meinen neuen Erfahrungen und von meinem Alltag hier in Mexiko berichten.
Beginnen möchte ich mit meinem Projekt. Wie oben schon erwähnt unterstütze ich in Querétaro ein Reittherapie Projekt. Die Aufgaben in meinem Projekt sind sehr vielfältig und kein Tag ist wie der andere. Die Hauptaufgabe in unserem Projekt besteht darin, die Therapeutin bei der Arbeit mit den Kindern und den Pferden zu unterstützen. An zwei Beispielen möchte ich erklären, wie die Unterstützung von unserer Seite aussieht. Die offensichtlichste Aufgabe ist es, das Therapiepony auf dem Reitplatz zu führen. Die andere Aufgabe besteht darin, die Therapie direkt zu unterstützen. Beispielsweise gibt es Therapiekinder, die große Probleme haben, das Gleichgewicht auf dem Pferd zu halten. Die Aufgabe besteht also bei manchen Kindern darin, ihnen zu helfen das Gleichgewicht zu „finden“ und verhindern, dass sie von dem Therapiepony rutschen. Anderen Kindern fällt es schwer, sich auf das Pferd und auf ihre Aufgaben zu konzentrieren. Bei diesen Kindern versucht man die Aufmerksamkeit auf das Pferd zu lenken. Es ist wirklich beindruckend, wie sehr sich die Kinder durch die Reittherapie verändern. Man bemerkt einen sehr großen Unterschied zwischen dem Kind, vor der Therapie und nach der Therapie. Die Kinder sind, nachdem sie mit dem Pferd gearbeitet haben, wesentlich konzentrierter und auch ruhiger. An diesen kleinen aber sehr bedeutenden Effekt bemerkt man, wie sinnvoll diese Therapien sind. Unter der Woche haben wir nach den Therapien noch Zeit, mit einigen Pferden zu arbeiten. Momentan arbeiten wir hauptsächlich mit den jüngeren Pferden. Unser Ziel ist es, die Grundlagen zu festigen, damit die Pferde später auch in dem Schulunterricht eingesetzt werden können. Nach der Mittagspause gibt es noch normale Reitstunden, die mitunter dazu dienen, die Therapien zu finanzieren. Denn für die Therapien werden entweder keine Kosten erhoben oder nur sehr geringe Kosten. Die Reitschüler haben sehr unterschiedliche Leistungsklassen. Von dem 7-jährigen Reitanfänger bis zur 20 jährigen Fortgeschrittenen, die schon in der Lage ist Kreuze und kleine Steilsprünge zu bewältigen. Es ist auf jeden Fall sehr schön, die Fortschritte der Kinder zu sehen, die sie in der kurzen Zeit schon gemacht haben. Besonders schöne Momente sind beispielsweise die ersten erfolgreichen Trab- oder Galoppversuche abseits der Longe, die ersten kleinen Sprünge oder kaum sichtbare aber sehr wichtige Sitzverbesserungen.

Mit meiner Gastfamilie bin ich mindestens genauso glücklich wie mit meinem Projekt und fühle mich auch sehr wohl. Das spezielle an meiner Gastfamilie ist wohl, abgesehen davon dass sie eine typisch mexikanische Großfamilie ist, dass meine Gastmutter sowohl Projektkoordinatorin und Therapeutin als auch Familienangehörige ist. Auch meine Gastschwester arbeitet in dem Reitstall. Das ist aber in keinem Fall negativ. Durch diese Zusammenhänge habe ich noch mehr das Gefühl in meinem Projekt und der Gastfamilie integriert zu sein. Mit meiner Gastschwester verstehe im mich besonders gut, und ich bin zur Abwechslung die kleine Schwester.

Momentan gehen wir auch noch dreimal wöchentlich zum Kickboxen. Das macht unglaublich Spaß und ist eine tolle Möglichkeit den Kopf frei zu bekommen. Auch mit meiner Gastfamilie habe ich schon zahlreiche Unternehmungen getätigt. Da mein Gastbruder ein richtiger Sportfan ist, waren wir schon zusammen mit seiner kleinen Tochter und meiner Gastschwester auf einem Fußballspiel. Das Spiel war auf jeden Fall ein richtiges Erlebnis und jetzt weiß ich auch wie man ein mexikanisches Fußballteam anfeuert. Auch der Alltag in meiner Gastfamilie verläuft absolut problemlos. Das liegt aber auch daran, dass meine Familie mir das Einleben sehr einfach gemacht hat. So kocht sie beispielsweise extra für mich vegetarische mexikanische Gerichte (insofern das eben möglich ist;)) und auch sonst bin ich wirklich überglücklich mit meiner Gastfamilie.

An unseren freien Tagen unternehmen Mara, meine Mitfreiwillige, und ich in der Regel Dinge mit meiner Gastschwester oder erkunden auf eigene Faust das wunderschöne Zentrum von Querétaro. Dadurch, dass meine Gastschwester sehr pferdebegeistert ist, gehen wir an unseren freien Tagen auch häufig mit den Pferden in das Gelände. Das ist einerseits wirklich unglaublich interessant aber andererseits auch sehr entspannend, da es eine sehr schöne Abwechslung zu dem Alltag ist. Interessant wird es durch die Vielfältigkeit der mexikanischen Landschaft. So unterscheiden sich die Pflanzen und die Bodenverhältnisse beispielsweise sehr stark. Diese Vielfältigkeit, in vielen Bereichen der mexikanischen Kultur und dem Land, gefällt mir persönlich besonders gut.
Zwei weitere wirklich besondere Erlebnisse, von denen ich hier berichten möchte, sind eine „Quince Años Party“ und ein langer Ritt zu Ehren des Schutzpatrons der Pferde. Beginnen möchte ich mit dem Ritt zu Ehren des Schutzpatrons der Pferde. Hierbei muss man erwähnen, dass Pferde in Mexiko einen sehr hohen Stellenwert haben und sehr viele Menschen, gerade im ländlichen Bereich, Pferde besitzen. So haben mehrere 10 000 Reiter an diesem Ritt teilgenommen. Aber es gab auch viele Menschen die diese lange Strecke (unsere Entfernung betrug etwa 60 km) zu Fuß bewältigt haben. Durch diesen Fußmarsch, und durch beten, erhoffen sich sehr viele Menschen Besserung für Ihre kranken Pferde. Auch der 15. Geburtstag der Tochter unseres Kickboxing-Trainers war definitiv etwas Besonderes. Die Eltern haben keinen Aufwand gescheut, ihrer Tochter einen ganz besonderen Tag zu bereiten und die Atmosphäre, trotz eines mehrstündigen Stromausfalls, war wirklich unglaublich.

Ich freue mich auf jeden Fall auf die restlichen drei Monate, obwohl mir die Zeit schon jetzt viel zu schnell vergeht.

Theresa