Governor’s Institute on Current Issues and Youth Activism 2012 in Vermont

Das Fieber einmal länger in Amerika zu sein erfasst mich schon seit dem ich denken kann. Als sich dann Anfang März über das Governor’s Institute in Vermont (ein relativ kleiner Bundesstaat im Nord-Osten der USA) erfahren hatte, stand mein Entschluss fest: Ich melde mich da an. Der einzige Stein, der mir noch auf Weg lag, war der Aufsatz über ein Problem, das die ganze Welt befasst. Die Entscheidung auf das Thema „Klimaerwärmung“ fiel nicht schwer, aber dafür war die Recherche für den Text um so schwerer. Nachdem ich den Text schlussendlich fertig hatte, wurde er sofort nach Amerika geschickt und nur ein paar Tage später kam die Zusage! Ich freute mich wie Oskar, aber dachte, dass es noch richtig lange dauern würde bis der Tag der Abreise kommen würde.

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Kurzzeit_USA_Governer´s Institute

Doch dann war der Tag doch früher gekommen: Am Morgen des 25 Junis ging es zum Flughafen und nach einen kurzen Abschied war ich für die nächste Zeit das erste mal ganz auf mich allein gestellt. Nachdem der Flug wie im Fluge verging, war ich auch schon da.

Ich musste nur noch durch alle Kontrollen und schon wurde ich von Mitarbeiterin des Institutes in Boston in Empfang genommen. Am Flughafen warteten wir noch auf zwei weitere Ankömmlinge aus Israel, welche mit einem Flug eine halbe Stunde später kamen. Wir vier fuhren dann mit dem Auto für drei Stunden zum Institutgelände in Vermont. Die Fahrt war aber alles weniger als eine Qual, weil man schon mal sein Englisch und das Kontaktaufnahmen mit anderen testen konnte. Am selben Abend kamen auch noch alle andere internationale Gäste an. Zwei davon waren auch meine Zimmernachbaren. Beide kamen aus der Türkei und hatten mein Alter.

Als war am nächsten Tag morgens aufstanden, fiel uns als erstes auf, dass überall, wo man nur hinschauen konnte, Bäume waren, deswegen sagten wir internationalen Gäste auch gerne: „ Vermont der Staat mit dreifach so viel Bäumen als Menschen“, was wahrscheinlich auch stimmt. Am Nachmittag dieses Tages kamen alle Vermonter zum Institut und wir internationalen Gäste zeigten ihnen das Gelände. Mit ihnen kam mein dritter Zimmernachbar. Am Abend hatten wir alle zusammen eine Vollversammlung, um unser Hauptthema zu wählen, das wir in den nächsten zwei Wochen bearbeiten wollten. Ich entschied mich mit 9 andern von der ganzen Welt für das Thema „Klimawandel“. Das hieß, dass wir uns jeden Morgen um 8.30 Uhr nach dem Frühstück trafen und entweder einen so genannten „Field Trip“ machten, uns Videos anschauten oder selber versuchten Auffälligkeiten festzustellen. Alles im allem sah der Tagesablauf aber immer so asu: Morgens um 7.30 Uhr aufstehen, dann um 8.00 Uhr Frühstück, um 9.30 Uhr die Gruppe mit den Hauptthemen, darauf ein Gastvortrag bis 12 Uhr, wo es dann schon Mittagessen gab, welches auf jeden Fall nicht schlecht war. Jeder konnte sich einen Salat machen und dazu gab es mal Burger, mal einen Auflauf und anderes. Bis 14 Uhr hatten wir dann eine Pause, die wir meistens dazu nutzten draußen etwas Basketball zu spielen oder einfach nur, um mit den anderen Teilnehmern etwas zu reden. Von 14 Uhr an bis 16 Uhr gab es jeden Tag einen Workshop, der weltweite Probleme behandelte. Ein gutes Beispiel dafür ist, dass wir eine UN-Ratsversammlung mit allen UN-Ländern auf die Beine gestellt haben unter dem Aspekt der Auseinandersetzungen in Syrien. In der ersten Woche hatten wir nach 16 Uhr bis zum Abendessen (18 Uhr) einen weiteren Workshop, der meistens ein gesellschaftliches Problem beleuchtet, wie z.B. Mobbing in der Schule. In der zweiten Woche hatten wir hingegen einen Kreativkurs, den wir selber wählten. Meine Entscheidung fiel dabei auf „Social and Global Issues in the Music- a Musicvideo“. Wie der Titel schon sagt, drehten wir in diesem Kurs ein Musikvideo über Lieder, die soziale und weltweite Probleme behandeln. Nach dem Abendessen hatten wir immer bis 19.30 Uhr frei und dann machten wir etwas Entspanntes, wie Trommeln und einfach einen Film schauen. Um 22.30 Uhr sollten wir dann auf unseren Zimmern sein.

Nun möchte ich einmal meine Highlights des Programmes darstellen: Zuerst fällt mein da natürlich ein, dass man sich die ganze in Englisch unterhalten musste, was sich anfangs etwas abschrägend anhört, aber nach zwei, drei Tagen richtig viel Spaß macht. Durch dieses Sprechen hat man auch seinen Wortschatz weiter ausgebaut und man fühlt sich viel selbstbewusster, sobald man Englisch sprechen soll. Richtige Highlights waren auch die angebotenen Kurse! Jeder Kurs, den ich gewählt habe, war zu keiner Zeit langweilig und man nahm etwas Rücksicht-nicht zu viel- auf uns „Fremde“. Ich glaube so viel über die Welt, andere Kulturen und über heutige Probleme habe ich selbst nicht in 10 Jahren Schulzeit gelernt. Mein persönlich bestes Highlight war der vierte Juli („Independence Day“). An diesem Tag feiern die Amerikaner ihre Unabhängigkeit von England. In jedem noch so kleinen Städtchen sind Paraden und wir vom Institut durften an der Parade teilnehmen und sind mitgelaufen. Wir hatten uns alle Schilder aus Pappe gemacht, auf denen wir auf Probleme der heutigen Welt hinwiesen und, dass man diese wahrnehmen soll. Das beste Schild des Tages war aber das mit diesem Schriftzug:“Stop wasting cardboard!“, was so viel heißt wie:“Hört auf Pappe zu verschwenden.“

Nach dem Programm am Institut hatten wir noch einen „Homestay“ in einer Gastfamilie, der für 4 Tage angedacht war. Ich aber hatte ihn auf drei ein halb Wochen verlängert, was ich auch jedem empfehlen würde. Durch diesen langen Aufenthalt habe viel von Amerika gesehen! Ich war sogar auf großen Reisen von Vermont, nach Connecticut, nach Virginia und dann als „Sahnehäupchen“ zwei Tage Washington D.C..

Alles in allem kann ich das Programm nur jedem empfehlen ,der nicht ein ganzes Jahr nach Amerika gehen will, aber trotzdem eine lebensbereichernde Erfahrung machen will, etwas über Probleme, die uns heute beschäftigen lernen will, sein Englisch verbessern möchte und natürlich neue Freunde treffen möchte, sodass er, wenn immer er will, zu fast jedem Kontinent der Welt reisen kann.