Freiwilligendienst in Nepal

Die letzten 9 Wochen waren sehr abwechslungsreich und erfüllend hier in Nepal, im Land der höchsten Berge unseres Erdballs und dschungelartigen Tiefländern. Die Erfahrungen die ich bis jetzt gemacht habe, möchte ich nicht missen wollen. Mein Name ist Michael, 26 Jahre alt, und arbeite als Freiwilliger an der Volkshochschule für deutsche Sprache und internationalen Kulturaustausch in Bhaktapur.

Die nepalesische Gesellschaft eröffnet mit einen neuen Horizont, mit einer allgegenwärtigen religiösen Lebensweise, anderen Standards, einem Stadtbild mit roten Pflasterstraßen, Gässchen und Dachterrassen und Räucherstäbchen an jeder Ecke.

Am Anfang waren die Essgewohnheiten und der gelebte Tagesrhythmus sonderbar, doch mittlerweile habe ich mich blendend eingelebt und bin ziemlich froh hier sein zu können. Die Menschen werden hier schon mit dem Sonnenaufgang aktiv, dafür endet der Tag eben etwas eher. Aber natürlich gibt es nicht nur Unterschiede, durch meinem Sprachkurs habe ich mich viel mit den SchülerInnen über das nepalesische Leben und deren Träume unterhalten und dabei herausgefunden wie ähnlich die Vorstellungen sein können. Auch kann man hier jegliche Dinge finden und kaufen, man muss eben nur etwas länger suchen oder nachfragen.

Ich habe auch einiges über mich selbst herausgefunden und lerne jeden Tag etwas dazu: über die nepalesische Gesellschaft und Gewohnheiten, die Sprache und Schriftzeichen, das Zusammenarbeiten und -leben in der VHS, Lehr-, Lern- und Arbeitsmethoden und das Zusammenleben mit den anderen Freiwilligen und NepalesInnen.
In Bhaktapur lebe ich mit 5 anderen Freiwilligen in einer Art großen WG in der Nähe des Dattatraya-Square, wo wir Freunde/innen hin einladen, zusammen kochen, leben und uns gegenseitig helfen.

In meinem Sprachkurs sind 5 Nepalesen/innen, die alle sehr motiviert sind, die deutsche Sprache zu lernen, da diese auch zum Teil an einer deutschen Universität studieren möchten.

An Nachmittagen unternehme ich gern etwas mit meinen SchülerInnen oder FreundInnen, wobei ich deren Familien und Lebensweise kennengelernt habe. An den freien Tagen wird die Natur oder Tempel im Umland oder Kathmandu-City erkundet.

In der Volkshochschule übernehme ich verschiedene Aufgaben, täglich einen Sprachkurs seit nunmehr 2 Monaten, die Organisation interkultureller Veranstaltungen und weitere Projekte, wie die Konzeptionierung eines Imagevideos, um die Schule voranzubringen.

In den Sprachunterricht kann ich gut meine Interessen und Vorstellungen einfließen lassen. Nach den Sprachkursen hier in der VHS hatten wir auch eine Yoga- und Nepali-Klasse, die ich auf keinen Fall verpassen wollte.

Innerhalb der nepalesischen Neujahrswoche, den "Bisket"-Festivitäten, Mitte April war ich mit 2 anderen Freiwilligen im wunderschönen Langtang-Nationalpark und Himalaja trekken, wodurch ich auch noch eine weitere Seite des Landes kennengelernt habe.

Ich habe noch einen Monat in der Volkshochschule vor mir und werde danach Nepal weiter bereisen, mich in der Zeit treiben lassen, um den Aufenthalt hier noch unvergesslicher zu machen. :)

Michael