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Charlotte K. in Ghana

Freiwilligendienst in Ghana - Dann kam Corona

Mitte Februar 2020 ging es für mich los für einen Freiwilligendienst nach Ghana. Geplant war es 3 Monate in Ghana zu bleiben, durch die Corona Pandemie sind es allerdings 4 Monate geworden.

Ich habe in Ghana in einem kleinen Ort direkt am Golf von Guinea gewohnt. Der Ort und die Lage hätten für mich nicht besser passen können, denn ich liebe es am Meer zu sein und der Ort an sich war nicht zu groß und nicht zu klein. Untergebracht war ich in einer Gastfamilie, mit mir wohnten meine Gasteltern und meine große „Schwester“ und mein kleiner „Bruder“, der noch in den Kindergarten geht. Ich habe mich sehr wohl gefühlt in meiner Gastfamilie. Auch in meiner Freizeit habe ich gerne mit meinem Gastbruder gespielt, er ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Etwa 10 Minuten Fußweg entfernt von meiner Gastfamilie, war die Schule, in der ich meinen Freiwilligendienst absolvierte. Die Schule ist sehr arm und freut sich über jeden Freiwilligen, der die etwa 10 Lehrer der Schule unterstützt. An meinem ersten Tag wurde ich erstmal durch die unterschiedlichen Gebäude mit den unterschiedlichen Klassen geführt und habe ein paar der Lehrer kennengelernt. Kaum, dass die Schüler Pause hatten und mich entdeckten, stürmten ganz viele Kinder auf mich und freuten sich, dass eine neue Freiwillige da ist. Erst war ich etwas überfordert mit den vielen Kinder um mich, die alle an mir zogen und mich etwas fragten, aber daran hat man sich gewöhnt beziehungsweise haben sich die Kinder auch an mich gewöhnt. Ich habe in meiner Zeit bei den jüngsten Kindern der Schule gearbeitet. Die „Nursery“ war für Kinder im Alter von 3-5 Jahren, es war also eine Mischung aus Vorschule und Kindergarten. Es waren ca. 30 Kinder in der Gruppe. Ich unterstützte zwei Lehrer bei der Betreuung und dem Unterricht.

Der Tag bestand aus viel Singen und Tanzen, aber auch Malen und individuellem Spielen. Wir haben zum Beispiel den Kindern mit Hilfe von Reimen und Liedern das Alphabet und die Zahlen von 1-10 beigebracht. Ich muss ehrlich sagen, dass ich immer ziemlich fertig war nach einem Schultag, da es oft sehr laut zu ging und einige Kinder auch wirklich stur waren und oft nicht das gemacht haben, was sie sollten.

Alles in Allem hat mir die Arbeit aber sehr Spaß gemacht, es war so schön zu sehen wie interessiert die Kinder sind und auch die täglichen Fortschritte der Kinder zu mit zubekommen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich eine so enge Bindung zwischen den Kindern und mir aufgebaut.

Umso enttäuschender war es, dass nach etwa einem Monat alle Schulen in Ghana aufgrund der Corona Pandemie geschlossen worden. Am Anfang war die Hoffnung, dass die Schulen nach 3-4 Wochen wieder geöffnet werden, daher habe ich mich auch entschlossen zu bleiben (auch weil der internationale Flughafen geschlossen wurde). Jedoch wurden bis zu meiner Abfahrt im Juni die Schulen nicht wieder geöffnet. Ich bin auch immer noch etwas enttäuscht, dass ich im Endeffekt nur knapp einen Monat in der Schule arbeiten konnte. Nichtsdestotrotz habe ich in den weiteren drei Monaten in Ghana so viel gelernt und erlebt, dass ich sehr dankbar bin nach Ghana gegangen zu sein und auch nicht früher zurückgekommen zu sein. In den 4 Monaten lernte ich nicht nur die Kultur, das Leben und die Menschen Ghanas so gut kennen, sondern auch ganz viel über mich selbst und über mein Leben. Deshalb würde ich einen Freiwilligendienst auch immer wieder machen und jedem empfehlen. Ich musste mich so überwinden alleine ohne eine Freundin/Freund oder ein Familienmitglied diese Reise in ein fremdes Land anzutreten, und jetzt bin ich so froh und stolz auf mich, dass ich es gemacht habe.