Erfahrungsbericht aus Südafrika

Image
Bild der Autorin des Textes

Nach dem Abitur und vor dem Studium hieß es für mich: Ab nach Afrika. So kam ich nach insgesamt vierzehn Stunden Flug vom sommerlichen Deutschland in das winterliche Südafrika. Dort hat mich zwar kein Schnee, aber reichlich Regen erwartet.

Image
Austauschschülerin mit Sonnenuntergang in Südafrika

“Hello Ms. Berrin.“

Mit diesen Worten rannten die Kinder jeden Morgen auf mich zu und freuten sich, als sie mich durch die Tür des Klassenzimmers kommen sahen. Für sechs Wochen durfte ich nämlich meinen Freiwilligendienst an der Eros Schule in Bridgetown, einem der eher gefährlicheren Vororte in Kapstadt, machen. Die Schule ist eine Sonderschule für Kinder mit körperlichen und seelischen Behinderungen sowie für Kinder mit verschiedenen Lernschwierigkeiten. Ich war in einer fünften Klasse eingesetzt, in der die meisten Kinder ADHS haben und die meiste Zeit hyperaktiv sind. Außerdem waren in der Klasse Kinder mit physischen Behinderungen vertreten. Die Schulatmosphäre war super, denn es gibt nur ca. 250 Schüler auf der Schule.

Meine Hauptaufgabe bestand darin, die Klassenlehrerin Ms. Dreyer in ihren Lehrtätigkeiten zu unterstützen. So half ich einigen Kindern, die mehr Aufmerksamkeit benötigten, intensiver bei Schulaufgaben oder alltäglichen Dingen. So habe ich ihr Vertrauen in kurzer Zeit gewonnen. In den Pausen habe ich mit ihnen Fußball, Tischtennis und andere Spiele gespielt. Manchmal habe ich sogar den kompletten Unterricht übernommen, wenn die Lehrerin krank war. Dies war eine komplett neue Herausforderung für mich, die mir aber trotzdem gelungen ist und Spaß gemacht hat. Weiterhin habe ich den Kindern Spiele wie Monopoly, Uno und andere Kartenspiele beigebracht. Der Umgang mit diesen besonderen Kindern war jedes Mal aufs Neue eine wundervolle Erfahrung und Bereicherung für mich.

In meiner Persönlichkeit hat mich mein Freiwilligendienst auf besondere Art gefördert. Ich bin offener geworden und habe meine Ängste überwunden, meinen Horizont erweitert und dieses großartige Land an Wochenenden erkunden dürfen, wobei mich meine herzliche Gastfamilie ganz oft herumgeführt hat. Das Schönste war den Sonnenaufgang in Muizenberg erleben zu dürfen. Für diese tollen Erfahrungen, die mich mein ganzes Leben lang bereichern werden, bin ich Experiment e.V. für alles und insbesondere für die Förderung von ganzen Herzen dankbar.