Erfahrungen in Kapstadt und Mitchells Plain

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Sportprojekt in Mittchells Plain

Die ersten zwei Wochen nach meiner Ankunft in Kapstadt habe ich im Volunteerhouse in Grassy Park verbracht. Hier habe ich zusammen mit anderen deutschen Freiwilligen gelebt, die schon ca. einen Monat in Kapstadt waren. Diese „Erfahrung“ hat mir sehr geholfen mich besonders in den ersten Tagen zu Recht zu finden. Ich wurde unterstützt, wenn es darum ging, die SIM Karte zu wechseln, in die Mall zu fahren oder einfach erste Eindrücke zu gewinnen.

Schon in dieser „Übergangsphase“ durfte ich viele tolle Aktionen erleben. Dazu zählen zum Beispiel: den Sonnenaufgang auf dem Lions Head beobachten, einen „Road Trip“ zum Kap der Guten Hoffnung oder die Pinguine am Boulders Beach zu besuchen. Nachdem die ersten zwei Wochen und die Frühlingsferien vergangen waren hieß es für mich nun umzuziehen.

Ich zog also nach Mitchells Plain zu meiner sehr liebevollen Gastmutter, um mein Sportprojekt an der Hazeldene Primary School anzutreten.

Mitchells Plain ist eines der größten Townships im Umkreis von Kapstadt. Auch wenn ich nicht im „klassischen Township“ gelebt habe, wurden markante Unterschiede des Lebensstandards zu unserem westlichem Leben, aber auch zum Zentrum von Kapstadt deutlich. Auch diese waren eine einprägende Erfahrung. So erfuhr ich wie man nicht nur ohne WLAN lebte, sondern auch was es heißt, aufgrund eines in der Vergangenheit starken Wassermangels, Wasser in jeder Situation zu sparen, sei es unter der Dusche oder beim Geschirr spülen.

Mitchells Plain wird in den Köpfen der Südafrikaner oft mit Gangstern, Gangs und Unruhen in Verbindung gebracht. Zum Glück habe ich persönlich keine Erfahrung mit Gewalt machen müssen. Dies auch sicherlich auf Grund von verschiedenen „Sicherheitshinweisen“ durch die Organisation oder vor Ort lebenden Bezugspersonen. Auch wenn ich Situationen als friedlich eingeschätzt habe, sind Themen wie Kriminalität und Gewalt in Südafrika nicht aus dem Kopf wegzudenken.

Meine Gastmutter war eine ältere sehr liebevolle Dame. Bereits in den ersten Tagen zeigte sie mir, dass sie sehr viel Wert darauf legt, dass ich mich in ihrem Haus wohl fühle, und dass ich immer zu ihr kommen kann. Da ich nicht die erste Freiwillige war, wusste sie auch in schwierigen Situationen, wenn das Heimweh mal stärker wurde, wie sie mich aufmuntern konnte. Während meines Aufenthaltes in Mitchells Plain wurde ich vollständig in ihren Alltag integriert, so nahm sie mich mit zu ihren Freunden, und eines Sonntagsmorgens, konnte ich gemeinsam mit ihr in die Kirche ihrer community gehen.

Auch meine Erinnerungen an die Hazeldene Primary School sind sehr positiv. Mein erster Tag war gleichzeitig der erste Tag nach den Ferien hier in Kapstadt, so wurde mir direkt „das volle Programm“ geboten. Mister Blaauw, der sehr engagierte Schulleiter, begrüßte alle Schüler der Schule mit einer Begrüßungszeremonie auf dem Schulgelände. Somit lernte ich direkt am ersten Tag auf beeindruckende Art und Weise die Schulhymne sowie den Schulslogan kennen. Meine Aufgaben als „Volunteer Coach“ bestanden meistens darin, draußen auf dem Feld Coach Nazeema und Coach Monique zu assistieren und hierbei mal das Warmup der Klassen zu übernehmen. In den Pausen saß ich zusammen mit den Coaches im „Coaches Room“ und habe die besten Tipps für meine nächste Wochenendplanung bekommen.

Die meisten Wochenenden haben wir im Zentrum von Kapstadt verbracht, hier haben wir uns einen Backpacker auf der Longstreet gebucht und hatten Zeit Südafrikas Hauptstadt zu erkunden. Zu den Attraktionen, die man auf gar keinen Fall missen darf, gehören die „klassischen“ Wahrzeichen wie zum Beispiel der Table Mountain, Robben Island oder das Bo-Kaap-Viertel. Aber auch eine ausführliche Shoppingtour an der Waterfront mit anschließender Pause im Food Market darf auf gar keinen Fall fehlen.

Eines der Highlights meines Südafrika Aufenthalts war ein Safariwochenende. Hierfür haben wir ein Wochenende auf das Stadtleben in Kapstadt „verzichtet“ und haben dem Tafelberg den Rücken gekehrt. Stattdessen waren es Löwen, Giraffen und Elefanten, die uns ein wirklich unvergessliches Wochenende bereitet haben.

Neben diesen spannenden und faszinierenden Wochenendaktionen wurde es aber auch unter der Woche nicht langweilig. Mister Blauuw, der freundliche Schulleiter, verwöhnte mich mit wahnsinnig tollen Ausflügen rund um Kapstadt. Sei es ein Road Trip mit vielen interessanten Stopps, Essen in sehr leckeren afrikanischen Restaurants oder einzigartige Sonnenuntergänge an südafrikanischen Stränden. Ich profitierte immer davon mit einer einheimischen Person unterwegs zu sein und somit das „Insiderwissen“ zu erhalten.

Auch Coach Nazeema war sehr bemüht, meine Zeit in Kapstadt zu einer unvergesslichen zu machen. So wurde ich von ihr zu einem südafrikanischen „Braai“ eingeladen. Schon an meinem ersten Abend in Kapstadt, noch im Volunteerhouse, gab es „Braai“. Es beschreibt das südafrikanische Grillen, hierbei gibt es große Mengen leckeres Fleisch. Nicht nur das Essen begeisterte mich, sondern auch, dass an diesem Abend beim Essen Nazeemas Tochter und Freunde da waren. Da diese in meinem Alter waren, verstanden wir uns sehr gut und wir halten heute noch Kontakt.

Ein letztes Erlebnis, das in einer Erzählung über meinen Aufenthalt nicht fehlen darf, ist der Prom Day der Grundschule.Die Grundschule in Südafrika endet nicht nach der vierten Klasse, sondern nach der Klasse sieben. Das Ende der Grundschulzeit wird in Südafrika mit einem Prom zelebriert. Als freiwilliger Coach wurde ich in diesem Jahr zum Prom der Hazeldene Primary School eingeladen. Nachdem Coach Nazeema sich darum bemühte, das perfekte Outfit für mich für diesen Abend zusammenzustellen und mich passend für diesen Anlass zu Recht machte, konnte der Abend losgehen. Neben Reden zum Abschied und Schülerehrungen wurde den ganzen Abend in einer ausgelassen Stimmung gelacht und getanzt, so dass ich sehr dankbar war, bei diesem Erlebnis dabei gewesen zu sein.

Rückblickend auf meine Zeit in Kapstadt ist es schwer zu sagen, welches meiner vielen tollen Erlebnisse „DAS“ schönste war, da ich sehr viel Unterschiedliches erlebt habe und super schöne Erfahrungen gesammelt habe, an die ich mich gerne zurück erinnere.

Auch wenn ich immer mal wieder von Heimweh betroffen war, gab es viele nette hilfsbereite Menschen, die es einem sehr einfach gemacht haben, Südafrika zu genießen.

Paula