EFD in Polen - Willkommen im Herzen Europas

„Zapraszamy“ (gesprochen wie sapraschame), ist die polnische Übersetzung von „wir laden ein“ und gehört zu einem der ersten Wörter, die ich hier gelernt habe. Es dauert nicht sehr lange bis man die sehr herzliche polnische Gastfreundschaft kennenlernt.

Warum denn ausgerechnet Polen? Diese Frage bekam ich nicht nur von Bekannten aus Deutschland gestellt, sondern auch von meinen polnischen WG-Mitbewohnern. Meine Faszination und Begeisterung für dieses interessante Land wurde vor zwei Jahren geweckt, als ich mit der Schule Kraków und Wrocław besucht habe... diese zwei wunderschönen Städte haben es mir so angetan, dass ich wusste, ich werde nach Polen zurück kommen.

Für die zehn Monate meines Europäischen Freiwilligendienstes wohne und arbeite ich nun in Łódź, der drittgrößten Stadt Polens. Zwar kann die Industriestadt im Zentrum Polens auf den ersten Blick nicht mit den schönen Altstädten von Kraków, Wrocław und einigen anderen polnischen Städten mithalten, dafür laden aber viele Bars mit fast täglichen Konzerten, interessante Museen und viele Stadtparks zum Verweilen ein, um die innere Schönheit der Stadt zu entdecken.

Meine Arbeit in dem Kinder- und Jugendzentrum „Świetlica Podwórkowa“ gefällt mir sehr gut. Ab dem Grundschulalter können Kinder nach der Schule kommen und mit Unterstützung Hausaufgaben machen, Spiele spielen, an verschiedenen Workshops teilnehmen sowie eine warme Mahlzeit erhalten, aber auch über Probleme reden. Ungefähr einmal pro Woche machen wir Ausflüge, wie zum Beispiel Tennis spielen oder ins Schwimmbad gehen. Die letzten zwei Wochen habe ich mit meiner spanischen Mitfreiwilligen einen Sprachferien-Workshop angeboten; mit Spielen, kurzen Dialogen und Karaoke haben wir versucht, die Freude an Fremdsprachen zu wecken. Es rührt mich, dass mich manche Kinder jetzt mit Hallo oder Guten Tag grüßen. Generell liebe ich meine Arbeit, weil jeder Tag anders ist und es nie langweilig wird. Manchmal ist es natürlich noch schwierig sich zu verständigen, weil ich immer noch einiges „nie rozumiem“ (nicht verstehe), aber die Kinder und auch meine Arbeitskollegen sind sehr geduldig mit mir. Das Schöne ist, dass man jeden Tag ein neues Wort oder einen neuen Satz lernt.
Außerdem habe ich schon viele Leute aus allen möglichen Ländern kennengelernt, sogar aus Ländern, von denen ich davor nicht einmal wusste, wo sie genau auf der Karte liegen.

Auch wenn einige Menschen nicht verstehen können, warum ich unbedingt nach Polen wollte, ich habe es bis jetzt keine Sekunde bereut, sondern genieße jeden Tag in diesem interessanten und wunderschönen Land in einer so internationalen Atmosphäre!

Und so verabschiede ich mich mit einem herzlichen „pa! pa!“ (was beim ersten Hinhören leicht mit dem Wort für Vater verwechselt werden kann, aber einfach Tschüss heißt).

Christin