Early Childhood Education in Wellington

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Early Childhood Education in Wellington

Ich studiere Kindheitspädagogik und in meinem Studium ist es üblich, eine Menge Praktika zu machen. Eines davon können wir, wenn wir wollen, im Ausland absolvieren. So entschied ich mich also dazu dieses Praktikum in Neuseeland zu machen und bin bei meinen Recherchen im Internet auf die Organisation Experiment e.V. gestoßen. Ziemlich schnell habe ich dann auch, gemeinsam mit einer Freundin und Kommilitonin, einen Praktikumsplatz in Wellington in einem Early Childhood Center bekommen. Unser Praktikum dauerte eineinhalb Monate und den Rest unseres Aufenthaltes verbrachten wir mit dem Besichtigen von Neuseeland, da man ja nicht unbedingt so schnell wieder in dieses Land kommt.

Wir haben zwar schon sehr viel von dem Bildungssystem in Neuseeland gehört, insbesondere in unserer PH schwärmten unsere Dozenten immer von diesem Land mit der wunderbaren Frühen Bildung. Auch dies war mit einer der Gründe, warum wir uns für Neuseeland entschieden hatten. Doch als wir den ersten Tag in unsere Einrichtung kamen, waren wir absolut überwältigt. Der Kindergarten war so schön gestaltet – also genau so, wie wir dies gelernt hatten und auch sonst merkten wir bald, dass ungefähr alles, was wir bisher über die Frühe Bildung von Kindern gelernt hatten, hier auch umgesetzt wurde, egal ob es sich um Kinderbücher, Raumgestaltung, Musik oder Freies Lernen handelte. Der Kindergarten war das exakte Vorbild für alles, was wir je gelernt haben. Auch die Mitarbeiter nahmen uns sehr sehr freundlich auf und wir bekamen viel Freiraum zugesprochen. Wir durften mit den Kindern wie selbstverständlich von uns aus Aktivitäten machen und auch unsere Idee mit einer „deutschen Woche“ wurde freudig aufgenommen. Unsere Mentorin bot uns sogar schon am zweiten Tag an, dass sie uns mit in den Kindergarten und auch wieder mit nach Hause zu unserer Gastfamilie nehmen konnte.

Bereits in der ersten Woche erlebten wir ein typisches maorisches Neujahrskonzert, das die Kinder mit ihren Erzieherinnen aufführten. Wir kamen nämlich genau rechtzeitig zu Neujahr, nach dem maorischen Kalender. Insgesamt lebte unser Kindergarten ganz explizit sowohl die maorische Sprache als auch die Kultur und so konnten auch wir sehr viel davon mitnehmen. Mal ganz davon abgesehen, dass das Land einfach sehenswert ist, da es so anders und so abwechslungsreich in seiner Landschaft ist, sind auch die Menschen hier sehr zuvorkommend und behandeln uns mit sehr viel Offenheit und Freundlichkeit.

Anders als wie wir es in Deutschland von unseren Praktika gewöhnt waren, waren wir hier nicht einfach nur Praktikanten, sondern sowohl Gäste als auch Teilhabende an dem ganzen Kindergartengeschehen und dies nicht erst nach der fünften Woche sondern bereits in der ersten Woche unseres Aufenthaltes. Ich werde dieses Praktikum wahrscheinlich immer als das beste Praktikum in meinem Leben in Erinnerung behalten und auch die Erfahrung, die ich hier machen konnte, ist unbezahlbar viel wert!

Katharina