Demi Pair in Australien

Meiner Meinung nach ist das Demi Pair Programm die perfekte Möglichkeit ins Ausland zu gehen. Die Kombination aus einem Familienanschluss, Englisch zu lernen und mit Kindern zu arbeiten ist sehr vielfältig und zudem vergleichsweise kostengünstig. Zudem kann man das Programm super mit einer selbstorganisierten Reise / Work&Travel im Anschluss verbinden.

Australien ist für das Programm bestens geeignet. Durch die vielen, vielen Backpacker und unterschiedlichen Herkünfte der Einwohner, sind diese ganz besonders offen und interessiert an internationalen Besuchern. Ich habe Australien als sehr gastfreundlich erlebt und würde die Art der Australier als sehr entspannt, positiv eingestellt und weltoffen beschreiben.

Bevor man eine Reise an das andere Ende der Welt startet ist man natürlich unglaublich wissbegierig, mir ging es auf jeden Fall so. Ich hatte schon fast ein schlechtes Gewissen als ich immer wieder bei Experiment e.V. angerufen habe, weil mir ständig neue Fragen einfielen. Als sehr gute Vorbereitung habe ich das Vorbereitungsseminar in Erinnerung, wo ehemalige Demi Pairs darauf warteten mit Fragen zu allen möglichen Themen gelöchert zu werden. Von Versicherung über Heimweh bis hin zu Ausgehmöglichkeiten in Brisbane, für alles bekam man Antworten. Ich habe mir das Programm nach dem Wochenende besser vorstellen können und war auch später in Brisbane für den einen oder anderen Insidertipp dankbar.

In meiner Gastfamilie gab es drei Kinder (4, 7 und 9 Jahre alt). Mit den Mädels (4 und 7) habe ich mich direkt super verstanden. Sie waren neugieriger und verspielter als der Junge, was wahrscheinlich auch am Alter der beiden lag. Es hat einige Zeit gebraucht bis ich auch mit dem Ältesten so richtig vertraut wurde. Man lernt die Familie auch mit der Zeit erst richtig kennen. Ich würde jedem empfehlen 6 Monate in einer Familie zu verbringen. Mit jedem Tag lebt man sich mehr ein und im Nachhinein wäre es schade was ich alles verpasst hätte, wäre ich nur drei Monate geblieben.

Ich war und bin überglücklich mit meiner Gastfamilie. Direkt ab dem ersten Tag haben wir einfach harmoniert und ich wurde sehr herzlich aufgenommen. Mit den Kids ist das ja meistens einfach, aber auch mit meinen Gasteltern habe ich mich sehr gut verstanden und austauschen können, das erleichtert einiges und gibt ein Gefühl von „zu Hause“. Ich habe mich als richtiges Familienmitglied gefühlt.

Die Demi Pair Arbeit war auch wirklich ein Klacks. Das ist natürlich bei jeder Familie anders, aber meine Hauptaufgaben bestanden aus Wäsche falten und bügeln, Lunchboxen füllen, einmal in der Woche kochen und natürlich mit den Kids spielen. Bei so gut erzogenen und lebensfrohen Kindern kann man das jedoch nicht als arbeiten bezeichnen.

Die ersten drei Monate in denen man noch zur Schule geht sind relativ voll. Neben 30 Stunden Sprachkurs in der Woche dann noch 10 bis 15 Stunden Demi Pair Arbeit, das ist nicht ohne. Vor allem wenn die eine oder andere Vokabel am Abend nochmal wiederholt werden möchte und noch einige kleine Hausaufgaben anstehen. Aber am Wochenende hat man noch genügend Zeit um Brisbane zu erkunden – und bei dem Angebot braucht man da auch ein paar Wochenenden für. Ansonsten gibt es zahlreiche Orte, Strände, Inseln, Nationalparks und Regenwälder die man gut und günstig von Brisbane erreichen kann und die nur darauf warten erkundet zu werden.

Die Schule erleichtert besonders den Einstieg. Sofort am ersten Schultag lernt man so viele Leute kennen, das hätte ich vorher gar nicht erwartet. Schnell hatte sich bei uns eine Truppe von ca. 15 internationalen Schülern/innen gebildet mit denen man viel unternommen hat. Auch jetzt sind wir noch alle (zumindest über Facebook) in Kontakt.

Ich hatte mich für den Cambridge Kurs und auch das Examen entschieden. Ich finde es einfacher auf etwas hinzuarbeiten, dann nimmt man die ganze Sache ernster und ist motivierter. Außerdem ist ich es gut, wenn man nachher etwas Sinnvolles in der Hand hat. Das Zertifikat hat sich jetzt schon als nützlich für mich erwiesen. Die Lehrer/innen sind sehr humorvoll und machen den Unterricht wirklich angenehm, so lernt man viel. Generell hat sich durch den Sprachkurs und das Leben in der Gastfamilie mein Englisch von einem wenig unterhaltsamen Stand auf ein relativ gutes Sprachniveau verbessert. Ich kann problemlos Bücher und Filme auf Englisch lesen bzw. schauen und hab keine Hemmungen mehr drauf los zu reden.

Ein absolutes Highlight war für mich das Reisen, was ich meinen 6 Monaten in Brisbane angeschlossen hab. Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht ins Schwärmen gerate und dieser Abschnitt hier zu lang wird. Gemeinsam mit zwei Freundinnen habe ich die gesamte Ostküste, den Süden und das Zentrum Australiens erkundet. Zwischendurch haben wir noch einen Abstecher nach Neuseeland gestartet und haben mit einem gemieteten Campervan die Südinsel Neuseelands zum Road Trip Abenteuer gemacht. Das muss man einfach erlebt haben. Ob Schnorcheln am Great Barrier Reef, Segeltour um die Whitsundays, Kamelreiten im Outback, Sandsurfen in Rainbow Beach, eine Wanderung am Kings Canyon entlang oder einfach nur entspannen an einem der zahlreichen Urlaubskatalogstrände - man gerät nur so ins Staunen was Australien alles zu bieten hat. Natürlich gehört zu so einem Trip auch eine Menge Mut, Planung und Spontaneität. Und leider auch Geld.

Ich habe mir vor meiner Auslandsreise durch einen Sommerjob einiges angespart, aber auch in Australien habe ich mir dank des Working Holiday Visums einiges dazuverdienen können. Ich habe nach langem (!) Suchen und Bewerben in Brisbane einen Job in einem Café gefunden und an den Wochenenden nachdem ich den Sprachkurs beendet hatte, dort gearbeitet. Es war nicht ganz einfach etwas zu finden – aber machbar. Zudem habe ich in den letzten zwei Monaten mit meiner Gastfamilie vereinbart mehr Stunden in der Woche, aber dann für Geld zu arbeiten. Das war auch ein ganz guter Deal für mich.

Und wichtig zu erwähnen: Experiment e.V. vergibt Stipendien. Auch ich hatte das Glück durch ein Stipendium finanziell unterstützt zu werden.