Mit dem Europäischen Freiwilligendienst (EFD) nach Schweden

Von meinem Fenster aus schaue ich auf eine schwedische Flagge, die der stolze Nachbar aufgehängt hat und die still im Wind flattert. Ich sehe die niedliche Häuserzeile mit den typischen schwedischen, roten Häuschen mit weißen Tür- und Fensterrahmen. Langsam werden sie durch die Abendsonne in goldenes Licht gehüllt. Der kleine Fünftausend-Seelen-Ort in Nordschweden ist schnell meine Heimat geworden, eine freundliche, aufregende und gleichzeitig beruhigende Heimat. Freundlich steht für die warmherzige, schwedische Mentalität, die mich schnell einnahm und die guten Freunde, die ich hier fand. Aufregend war die Erfüllung des Traumes mich in einer neuen Kultur allein zurechtzufinden, einzuleben und so viel Neues auszuprobieren, wozu ich in Deutschland keine Gelegenheit oder Zeit gefunden hätte. Beruhigend wirkte die „schwedische Gelassenheit“ und half mir viel inneren Stress und Druck abzulegen. Auch ist es beruhigend wenn ich mir sage: „wenn Du das in Schweden so gut gemeistert hast, dann wirst Du auch alles andere irgendwie meistern“.

Und in zwei Wochen endet meine einjährige Zeit als „EVS“ (Volontär in Europa) und es geht wieder zurück „nach Hause“ nach Deutschland. Aber was heißt „zuhause“ nun für mich? Ich werde so viel vermissen: Mein Sicherheitsgefühl, meine Freunde, die Arbeit, die Wohnung, meine Selbstständigkeit… Auch wird es schwer sein, wieder bei den Eltern zu wohnen, nicht zu wissen, was genau die Zukunft bringt, nur Deutsch zu hören und den vielen kleinen Selbstverständlichkeiten meines schwedischen Alltags nachzutrauern. Es fühlt sich an wie ein Schritt zurück. Aber dieses Jahr als Volontär in Schweden hat mich bestens darauf vorbereitet. Ich habe gelernt gelassen an Neues heranzugehen. Die täglichen kleinen Erfolge und das Gefühl, den eigenen Traum voll zu leben gaben mir Selbstvertrauen und halfen, mehr und mehr bei mir selbst anzukommen. Somit fühle ich mich nun mehr in mir selbst zuhause und scheue mich nicht vor dem großen Schritt ins Ungewisse. Es war sehr gut für diesen Prozess ein ganzes Jahr Zeit zu haben. Vielen Dank dafür beim Experiment.e.V..