Costa Rica intensiv

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Freiwilligendienst Costa Rica Ü50

3 Monate war ich in Costa Rica, 2 ½ Monate davon als Freiwillige in La Misión Bajo Tejares in San Ramon, einer netten Kleinstadt mit angenehmem Klima nordwestlich von San José. Vorab kann ich sagen, dass der Aufenthalt für mich eine außergewöhnliche und wunderbare Erfahrung war.

Beim Vortreffen in Deutschland wurde mir sehr schnell klar, dass ich als 62jährige wenig Aussicht hatte, auf gleichaltrige Volontäre zu treffen, ich war die einzige unter (sehr netten) jungen Erwachsenen, von denen die meisten gerade ihr Abitur absolviert hatten. Ich bin sehr froh, dass mich dieser Umstand nicht von meinem Vorhaben abgehalten hat!

Ich habe in einer costa-ricanischen Familie gelebt zusammen mit einer weiteren jungen deutschen Volontärin. Dort habe ich mich trotz anfänglicher Verständigungsprobleme (mein Spanisch war noch sehr dürftig, als ich losfuhr) sehr wohl gefühlt. Die Tochter des Hauses sprach mit mir Englisch, wenn es mal gar nicht anders ging und die deutsche Volontärin war ebenfalls eine große Unterstützung und Bereicherung. Ich wurde zu familiären Unternehmungen eingeladen, konnte mich aber auch zurückziehen, wenn mir danach war. Ganz besonders habe ich die Familienreise ans Meer über Silvester in Erinnerung, zu der ich mitgenommen wurde: Großfamilie, großes Haus, gelassenes Zusammensein mit ganz viel Spaß, Baden im warmen Pazifik, wunderbar!

Der Abschied am Ende ist mir sehr schwer gefallen.

Der Freiwilligendienst: Auch hier habe ich gute Erfahrungen gemacht. Das Personal empfand ich als sehr nett und den Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen sehr zugewandt. Ich durfte mit den Kindern und Jugendlichen in einem Lese- und Rechenprogramm arbeiten, Feste mit vorbereiten, beim Kochen helfen, Listen schreibe, basteln…Ich habe gute Einblicke in das Leben der Menschen (nicaraguanische Flüchtlinge) erhalten. Das war manchmal auch emotional aufwühlend, da die Verhältnisse, in denen sie leben, durchaus schwierig sind. Bei der Arbeit wünschte ich mir manchmal, dass ich früher mit dem Spanischlernen begonnen hätte, dann hätte ich leichter Kontakt zu den Kindern/Jugendlichen knüpfen können.

Auch hier fiel mir der Abschied nicht leicht.

Die Betreuung vor der Reise von Experiment e.V. und vor Ort von INLEXCA habe ich als sehr angenehm und unterstützend empfunden. Tanya, unsere Betreuerin, hat sich liebevoll gekümmert und geholfen, wenn es nötig war. Sie ist mit mir sogar losgegangen, als ich Weihnachtsgeschenke für meine Gastfamilie suchte!

Die jungen Volontärinnen vor Ort waren wirklich nett, sie haben immer wieder mal versucht mich einzubeziehen. Das wusste ich sehr zu schätzen. Außergewöhnlich positiv war für mich der Kontakt mit der jungen Volontärin in meiner Familie. Schön wäre es dennoch gewesen, wenn unter den Volontären für mich Gleichaltrige gewesen wären. An den Wochenenden hat man Zeit, um Ausflüge zu unternehmen. Da weichen die Vorstellungen davon, was man unternehmen möchte, in den Altersklassen doch etwas voneinander ab.

Abschließend kann ich sagen, dass dieses „Experiment“ rundum gelungen ist. Die Erfahrungen möchte ich nicht missen. Auch für Menschen meines Alters empfinde ich so ein intensives Kennenlernen eines fremden Landes unendlich bereichernd.

Sabine