„Be quick to observe but slow to judge” - als Demi Pair in Australien

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Demi Pair in Australien Sprachschule

Schon lange stand für mich fest, dass ich eines Tages für ein Jahr ins Ausland gehen wollte. Mein Wunsch war es, nicht nur einzigartige Orte zu bereisen, sondern dabei auch gleichzeitig eine neue Kultur kennenzulernen. Nach dem Abitur war nun die Zeit gekommen, diesen Traum zu verwirklichen. Australien hatte mich vor allem hinsichtlich seiner vielfӓltigen Natur schon immer fasziniert und so musste ich nicht lange überlegen, bevor ich mich dazu entschied, mein Auslandsjahr dort zu verbringen.

Durch eine Freundin erfuhr ich dann von dem Demi-Pair Program. Besonders spannend daran schien mir der Gedanke, mit einer Familie einer anderen Kultur unter einem Dach zu leben und ihren Lebensstil nӓher kennenzulernen. Hinzu kam, dass ich schon immer viel Spaß am Umgang mit Kindern hatte und es mir eine sehr gute Gelegenheit zu sein schien, all dies mit dem Besuch einer Sprachschule zu kombinieren.

Nachdem ich also in den nӓchsten Wochen alle erforderlichen Unterlagen an Experiment e.V. versandt hatte und zu meiner Freude eine Zusage bekam, fand ich mich wenig spӓter beim Vorbereitungsseminar in Bonn wieder. Hier wurden uns sehr viele nützliche Tipps mit auf den Weg gegeben, die spӓter noch oft ihre Anwendung fanden. Vor allem der Spruch „Be quick to observe but slow to judge” war in vielen Situationen sehr hilfreich. Er beschreibt ausgezeichnet wie wichtig es ist, sich nicht vorschnell eine Meinung von etwas zu bilden, um noch offener und gelassener auf neue Situationen reagieren zu können.

Die Zeit bis zur Abreise verging wie im Flug und bereits ein paar Wochen spӓter saß ich voller Vorfreude im Flieger nach Brisbane. Dort angekommen wurde ich herzlich von meiner Gastfamilie empfangen. Meine beiden Gastkinder (zwei Jungen im Alter von fünf und neun) zeigten mir ganz aufgeregt ihre Spielsachen und den Garten und so kam es, dass ich gleich am ersten Tag Cricket lernte und mit ihnen Burgen aus Stühlen und Bettlaken baute.

In den folgenden Tagen wurde ich von meinen Gasteltern in Brisbane herumgefȕhrt. Sie zeigten mir den Weg zu meiner Sprachschule und von dort den Weg zur Schule meiner Gastkinder, wo ich sie nachmittags immer abholen sollte. Zu meinen Aufgaben gehӧrte außerdem unter der Woche zu kochen, mich um den anschließenden Abwasch zu kümmern und die Wӓsche aufzuhӓngen. Nicht viel, und alles in allem sehr gut zu schaffen.

Das Leben in der Gastfamilie lässt sich sehr gut durch den Spruch „ It’s not good. It’s not bad. It’s just different.” beschreiben, der uns damals von Experiment e.V. beim Vorbereitungsseminar mit auf den Weg gegeben wurde. Zwar habe ich mich nämlich sehr wohlgefühlt in meiner Gastfamilie und mich sehr gut mit meinen beiden Gastkindern verstanden, doch ihr Lebensstil war dann doch komplett anders als ich ihn gewohnt war, wodurch es manchmal auch zu kleineren Meinungsverschiedenheiten kam, die wir aber durch gute Kommunikation immer sehr schnell aus der Welt schaffen konnten.

Am Montag begann dann auch schon mein erster Tag in der Sprachschule. Ich war unglaublich gespannt und freute mich darauf, viele neue Leute kennenzulernen. Natürlich muss ich gestehen, dass ich zu Anfang ein wenig nervӧs war und mich fragte, ob es leicht werden würde, Anschluss zu finden. Doch diese Zweifel stellten sich schnell als unbegründet heraus. Gleich zu Anfang lernte man hier so viele nette und aufgeschlossene Leute kennen und es entwickelten sich Freundschaften mit Menschen aus aller Welt, von denen die meisten bis heute noch anhalten. Vor allem an den Wochenenden unternahmen wir viel zusammen und erkundeten die Gegend um Brisbane. So sind wir unter anderem nach Noosa gefahren, haben einen Tagestrip an die Goldcoast gemacht und besuchten unterschiedliche Nationalparks.

Auch der Sprachkurs an sich hat mir sehr gut gefallen. Der Unterricht war nicht nur immer abwechslungsreich und spannend, sondern hat auch unglaublich Spaß gemacht, weil wir immer sehr viel zu lachen hatten. Sehr gut schien mir die Idee, dass es innerhalb der Sprachschule nur erlaubt war, Englisch zu reden. Zum einen ist es natürlich viel hӧflicher Schülern anderer Lӓnder gegenüber, wenn sie einen verstehen und am Gesprӓch teilhaben kӧnnen und zum anderen macht man viel schneller Fortschritte, da man kontinuierlich der englischen Sprache ausgesetzt ist. Zugegeben war es zu Beginn ein bisschen ungewohnt mit Gleichsprachigen Englisch zu reden, doch man gewӧhnte sich schnell daran und es fiel einem zunehmend leichter, flüssig Englisch zu reden ohne lange zu überlegen. Schlieβlich kann ich zur Sprachschule nur sagen, dass ich hier eine sehr tolle Zeit verbracht habe, die ich nie vergessen werde.

Die Zeit in Australien war eine unbeschreiblich schӧne Zeit, an die ich mich immer erinnern werde. Ich habe viele spannende und nette Leute kennengelernt, viele neue Freundschaften geschlossen und einzigartige Orte gesehen. Auch konnte ich unglaublich viel dazulernen und bin noch viel selbständiger, gelassener und offener Neuem gegenüber geworden.

Ich kann es nur jedem empfehlen eine Zeit im Ausland zu verbringen und werde hoffentlich eines Tages wieder nach Australien reisen!

Katarina