Als Teaching Assistant in Italien

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Teaching Assistant Italien

Mein Name ist Sarah und ich habe im Zeitraum vom 07. Februar 2018 bis zum 5. Mai 2018 an dem Programm „Teaching Assistant“ in Italien teilgenommen.

Ich habe dieses Programm über das Internet gefunden und habe mich über die Organisation „Experimente e.V.“ für die Teilnahme an diesem Programm beworben.

Die Bewerbung und die Vermittlung einer Gastfamilie verliefen ohne Probleme und am 7. Februar ging es dann endlich los.

Bevor die Teilnehmer in die jeweiligen Gastfamilien gegangen sind und ihre Arbeit an der Schule begonnen haben, haben sich alle Teaching Assistants aus der ganzen Welt in Turin getroffen und hatten dort zwei gemeinsame Tage um einander kennenzulernen und in ihre Aufgabe eingeführt zu werden. Mit mir waren wir insgesamt 40 Teilnehmer, darunter nur vier aus Europa, einige aus Südafrika und Neuseeland und der Rest aus Amerika.

Ich habe in den zwei Tagen nicht nur viele neue und nette Leute kennengelernt, die alle zwischen 18 und 35 Jahre alt waren, sondern auch die berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Turin besichtigt. In einer Schule in Turin gab es dann die Einführungsveranstaltung und wir konnten uns mit unseren Fragen an eine ehemalige Teilnehmerin des Programmes wenden.

Meine italienische Gastfamilie, die mich nach den zwei gemeinsamen Tagen mit den anderen Teilnehmern abgeholt hat, war mir von Anfang sehr sympathisch und ich habe mich bis zum Ende bei ihnen wohlgefühlt. Probleme gab es keine und sie hatten immer ein offenes Ohr und bei Fragen konnte ich mich jeder Zeit ohne Bedenken an sie enden. Ich hatte ein wunderschönes Zimmer und hatte das Glück direkt im Zentrum von Turin wohnen zu können. Somit erreichte ich fußläufig alle wichtigen Plätze, Geschäfte und Museen der Stadt ohne Probleme.

Die Schule in der ich arbeitete, lag ein wenig außerhalb vom Zentrum, doch konnte ich den Schulweg zu Fuß machen, da es nur zwei Kilometer bis zur Schule waren. Ich arbeitete die gesamte Zeit sehr eng mit der Deutschlehrerin des Gymnasiums „Gobetti“ zusammen. Ich begleitete sie in die Klassen und unterstützte sie auf unterschiedliche Art und Weise im Unterricht. So korrigierte ich mit den Schülern die Hausaufgaben und war vor allem für die Konversation mit diesen zuständig. Ich simulierte mit denjenigen, die sich an dem Sprachzertifikat des Goethe-Instituts versuchten den mündlichen Teil der Prüfung und bereitete Artikel und Lieder vor, die ich im Unterricht mit ihnen durchging.

Ich habe sehr viel Glück mit meiner Lehrerin gehabt, die ich jeden Tag begleitete. Wir konnten gut zusammenarbeiten und sie hat mich auch viel ausprobieren lassen. Im März musste sie eine Klasse auf den Deutschlandaustausch begleiten und das war für mich der Höhepunkt dieser ganzen Zeit, da ich für diese zwei Wochen selber unterrichten und mich erproben durfte. Es war anstrengend, aber ich habe festgestellt wie viel Spaß mir das Unterrichten macht und wie viel Arbeit es tagtäglich ist Lehrer zu sein. Ich habe dieses Programm gemacht um für mich herauszufinden, ob ich es mir vorstellen kann später einmal mit Kindern und Jugendlichen im Bereich Schule und Sprachvermittlung arbeiten zu wollen und in den zwei Wochen hatte ich Dank des Programms die Möglichkeit geboten bekommen das Rundumpacket „Lehrerin in Vollzeit“ zu erleben. Das hat mir sehr weitergeholfen und ich bin an dieser Erfahrung gewachsen.

Natürlich waren diese zwei Wochen nicht nur Zuckerschlecken, denn ich habe auch die „Schattenseiten“ dieses Berufes kennenlernen dürfen. So ist es gar nicht mal so einfach eine ganze Klasse am Ball und bei Laune zu halten und sie dann auch noch davon zu überzeugen im Unterricht mitzuarbeiten.

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Teaching Assistant Italien

Ebenfalls eines meiner Highlights war die Deutsch-AG, die ich einmal in der Woche am Nachmittag gegeben habe. Somit konnten auch die Schüler die Deutsch nicht in der Schule hatten einen Einblick in die deutsche Sprache erhalten. Ich bin stolz, es ohne Vorerfahrung im Unterrichten von Fremdsprachen, geschafft zu haben, den Schülern und Lehrern die in dieser AG waren meine Sprache näher zu bringen und ich bin auch an dieser Erfahrung gewachsen.

Aber nicht nur auf der Ebene Unterrichten und Vermitteln konnte ich viel lernen, sondern auch auf kultureller Ebene. Ich bin schon vorher oft in Italien gewesen und so kannte ich die Mentalität und die Kultur der Italiener schon. Trotzdem habe ich es genossen wieder in Italien zu sein und habe nicht nur meine Sprachkenntnisse weiter verbessert, sondern auch ganz viele nette neue Menschen kennengelernt, mit denen ich definitiv auch nach dem Projekt noch weiter in Kontakt bleiben werde.
Wie bereits am Anfang erwähnt haben mir auch die Einführungsveranstaltungen in das Programm sehr geholfen. Nicht nur auf der Ebene was mich dort erwarten würde, sondern vor allem auf der sozialen Ebene, da ich so auch die anderen Teaching Assistants kennengelernt habe und man sich während dieser Zeit austauschen und treffen konnte.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass sich diese Erfahrung für mich auf jeden Fall gelohnt hat und ich kann sie nur herzlich weiterempfehlen an alle die, die Spaß an Sprachen haben, den Kontakt mit neuen Leuten nicht scheuen und gerne neue Länder kennenlernen wollen. Ich bin jetzt schon traurig, dass meine Zeit hier bald vorbei ist und werde Turin sehr vermissen.