Als Language Assistant in Australien

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Praktikum in Australien als Language Assistant

“Dear all,

I would like to thank you all for the warm welcome you have given me at Bendigo South East. You accepted me as a staff member and gave me an authentic insight in to how an Australian school in general and Bendigo South East College in particular, works, and for this opportunity I am very grateful.

I want to thank you because you have given me the chance to learn so much – and given me an insight not just into the Australian culture but also into the Chinese and Indonesian culture! Thank you for many interesting days in school with the students, for staff meetings and PDs, for whole school assemblies, for special sports events, for morning tea on Fridays, for the year 9 city experience camp in Melbourne and more.

A special thank you to the ladies from the languages department. Thank you for welcoming me with open arms and for treating me with your warm and kind hearts. Thank you for the opportunity to make so many beautiful new friends! Thank you for letting me into your lives and for being my family on the other side of the world.

Thank you for being open, interesting and interested, caring people, thank you for so many good talks and hilarious laughs, for all your good tips, for being eternally supportive, for spending time with me, for showing me around and for countless coffee sessions in our favourite café.

In particular, I would like to mention how nice it was of Inga, Aida and Diane for opening your homes to me and allowing me to become a family member in your home for a period of time. It was a wonderful experience and I am very grateful for your hospitality and warm wishes.

So, BSE: Cheers mate!”

 

Dies ist die Rede, welche ich an meinem letzten Schultag am Bendigo South East College vor dem Kollegium gehalten habe. Ich habe dort ein abwechslungsreiches, interessantes und spannendes halbes Jahr als Language Assistant arbeiten dürfen. Ich habe drei Klassen allein geplant und unterrichtet und habe viele Erfahrungen gesammelt, welche mir in meinem späteren Berufsleben hoffentlich weiterhelfen können. Es handelte sich um zwei siebte und eine achte Klasse. Dabei handelte es sich größtenteils um die Schülerinnen und Schüler, welche schon etwas Deutsch in der Grundschule gelernt hatten. Ich konnte viele Unterschiede zum Schulunterricht in Deutschland feststellen, zum Beispiel, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass die Lernenden ihre Hausaufgaben erledigen, aber auch, dass sie einem nach der Stunde für den Unterricht danken.

Außerdem habe ich den “German Club” geplant und durchgeführt. Dabei handelte es sich um einen Block, der einmal wöchentlich für interessierte Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen angeboten wurde. Der Spaß und das Interesse an der deutschen Kultur und der deutschen Sprache standen im Vordergrund. Die Inhalte sollten wenn möglich passend für einen Block sein, da es den Schülerinnen und Schülern freistand, unregelmäßig zum “German Club” zu erscheinen. Deshalb war es leider nicht möglich, längere Projekte durchzuführen. Außerdem mussten die Inhalte so einfach sein, dass diese auch für Kinder zu verstehen waren, die noch kein Deutsch konnten. Im German Club haben wir beispielsweise “Dinner for One” geguckt und nachgespielt, deutsche Kennenlernspiele gespielt, deutsche Zungenbrecher aufgesagt, einen deutschen Kindergeburtstag initiiert, deutsche Gerichte gekocht (Schokoladenfondue und Pfannkuchen mit Apfelmus), Ostereier bemalt, Osterdekoration gebastelt und Ostereier gemalt, eine ausgedachte Reise durch Deutschland gemacht, Unterschiede zwischen Deutschland und Australien und Stereotypen über beide Länder herausgearbeitet, Spiele mit Wörtern gespielt, welche im Deutschen und Englischen ähnlich sind, mit wörtlichen Übersetzungen deutscher Sprichwörter gearbeitet und deutsche Teekesselchen erraten, deutsche Musik gehört und einander vorgestellt und deutsche Filme geschaut.

In der Schule wurde außerdem das “Autobahn-Spiel”, welches vom Goethe-Institut entwickelt wurde, durchgeführt. Dazu hatten die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen an diesem Tag in einem Block frei und konnten auf spielerische Art und Weise etwas lernen. Auch bei einem deutschen Informationsabend, zu dem an Deutsch interessierte Eltern mit ihren Kindern eingeladen waren, habe ich mich beteiligt.

Ich durfte die Schülerinnen und Schüler des 9. Jahrgangs bei ihrer Klassenreise nach Melbourne begleiten. Dies war eines meiner Highlights des Praktikums, es hat sehr viel Spaß gemacht und war eine spannende Erfahrung. Es war interessant und inspirierend, die Schülerinnen und Schüler außerhalb ihres gewohnten Schulumfelds zu sehen und sie von einer anderen Seite kennenzulernen.

Im Laufe meines Praktikums habe ich sehr nette, hilfsbereite und aufgeschlossene Menschen kennengelernt und bei unterschiedlichen Familien gelebt, wovon zwei außerordentlich nett und liebevoll waren und mir einen guten Einblick in die australische Lebensweise, Kultur und Traditionen ermöglicht haben. Besonders meine letzte Gastfamilie habe ich sehr ins Herz geschlossen und werde sie, genau wie einige Freunde, die ich gefunden habe, ganz bestimmt wiedersehen. Des Weiteren ist es mir nun möglich, ohne Hemmungen und große Anstrengungen die englische Sprache anzuwenden und zu verstehen. In den Ferien und nach Abschluss meines Praktikums bin ich noch in Australien und Neuseeland gereist. Dies lässt sich gut verbinden, die Englischkenntnisse können angewandt und die kulturellen Aspekte vertieft werden.

Lilian